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Dumjahn's Autoren-Lexikon der Eisenbahnliteratur online© Raul Hilberg, geboren am 2. Juni 1926 in Wien, verstorben am 4. August 2007 in Williston, Vermont, mußte 1939 über Kuba in die USA auswandern. Er studierte u. a. bei Franz Neumann (»Behemoth«) und gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die mit den in die USA überführten deutschen Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus arbeiten durften. Hilberg lehrte bis zu seiner Emeritierung 1991 Politische Wissenschaften an der University of Vermont at Burlington, VT. Mit seinem grundlegenden Werk The Destruction of the European Jews (Chicago 1961), das in viele Sprachen übersetzt wurde, ist Hilberg weltbekannt geworden. Die deutsche Übersetzung erschien 1982 unter dem Titel »Die Vernichtung der europäischen Juden. Die Gesamtgeschichte des Holocaust« zuerst bei Olle & Wolter, einem Berliner Kleinverlag. Ab 1990 dann als dreibändige, »durchgesehene und erweiterte« Ausgabe im Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main. Als Mitherausgeber, gemeinsam mit Stanislaw Staron und Jozef Kermisz, veröffentlichte Hilberg 1979 The Warsaw Diary of Adam Czerniakow - Aufzeichnungen aus der Zeit als Vorsitzender des Judenrates im Warschauer Ghetto. Um die Vernichtung der Juden in Europa vollständig verstehen zu können, untersuchte der Autor schließlich im Jahre 1976 in den Archiven der Bundesrepublik die bisher wenig beachteten Unterlagen über die Rolle der Reichsbahn im »Vernichtungsprozeß des Dritten Reiches«. Das Ergebnis seiner Nachforschungen liegt seit 1981 (!) bei Dumjahn in deutscher Sprache vor. Diese deutsche Erstausgabe wurde erweitert um die zum größten Teil bisher unveröffentlichten Fotos aus polnischen und israelischen Archiven sowie um einen dokumentarischen Anhang. Zusätzlich aufgenommen wurden ein Abkürzungsverzeichnis, Literaturhinweise und ein Personen-, Sach- und Ortsregister. Raul Hilberg wurde 1978 durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter, in die »President's Commission on the Holocaust« berufen, der er auch nach ihrer Umwandlung in den »United States Holocaust Memorial Council« (1980) weiter angehörte. »Für sein Lebenswerk« erhielt Raul Hilberg 1999 den mit 25000 Mark dotierten Marion-Samuel-Preis, den die »Stiftung Erinnerung« am 19. April 1999 in Berlin erstmals vergab. Die Auszeichnung ist nach einer in Auschwitz getöteten Jüdin benannt, von der außer ihrem Namen keinerlei Informationen überdauerten. Am 9. April 2002 wurde Raul Hilberg im Rahmen einer Zeremonie in der University of Vermont das ihm von Bundespräsident Johannes Rau verliehene Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in Würdigung seiner Verdienste als Holocaust-Forscher überreicht. Am 2. Dezember 2002 wurde Raul Hilberg für sein Buch »Die Quellen des Holocaust« (Frankfurt 2002) mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Raul Hilberg verstarb am 4. August 2007 in Williston, Vermont, im Alter von 81 Jahren an Krebs. Siehe auch: Seite »Raul Hilberg«. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. September 2010. Siehe auch: Osang, Alexander: Hitler
war doch nicht dumm. In: DER
SPIEGEL 49/2002, S. 191-194.
Bibliographie (deutsch, in Auswahl, chronologisch) * Hilberg, Raul: Sonderzüge nach Auschwitz.
Aus dem Amerikanischen von Gisela Schleicher. Mit einem Vorwort von Adalbert Rückerl (Dokumente zur Eisenbahngeschichte, 18).
Horst-Werner Dumjahn Verlag : Mainz 1981. * Hilberg, Raul: Die Vernichtung der europäischen Juden. Die Gesamtgeschichte des Holocaust. Aus dem Amerikanischen von Christian Seeger u.a. Verlag Olle & Wolter : Berlin 1982. * Hilberg. Raul: Die Vernichtung der europäischen Juden. Die Gesamtgeschichte des Holocaust. Aus dem Amerikanischen von Christian Seeger u.a. Büchergilde Gutenberg : Frankfurt am Main 1982. * Hilberg, Raul: Sonderzüge nach Auschwitz (Ullstein Zeitgeschichte, 33085). Verlag Ullstein : Frankfurt/M. und Berlin 1987. * Hilberg, Raul: Die Vernichtung der europäischen Juden. Die Gesamtgeschichte des Holocaust. In drei Bänden (Fischer Taschenbuch, 10611). Fischer Taschenbuch Verlag : Frankfurt am Main 1990. * Hilberg, Raul: Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933-1945. Aus dem Amerikanischen von Hans Günter Holl. S. Fischer Verlag : Frankfurt am Main 1992. * Hilberg, Raul: Unerbetene Erinnerung. Der Weg eines
Holocaust-Forschers. Aus dem Amerikanischen von Hans Günter Holl. S. Fischer Verlag :
Frankfurt am Main 1994. »In Deutschland machten inzwischen jedoch Vertreter der im Krieg oder danach geborenen Generation von sich reden. Einer von ihnen kam aus einer Eisenbahnerfamilie und verlegte Eisenbahnbücher. Seine Leserschaft interessierte sich in erster Linie für Dokumente wie die Fahrpläne der Transsibirischen Eisenbahn im zaristischen Rußland. Als er von meiner Studie über die Eisenbahnen in der Nazizeit erfuhr, trug er mir in einem gewagten Schritt an, eine kommentierte Dokumentation über jene Züge zu publizieren, die Juden in ihren Tod beförderten. Das Buch erschien 1981 als die erste deutsche Veröffentlichung unter meinem Namen.« * Hilberg, Raul: Die Quellen des Holocaust. Entschlüsseln und Interpretieren. Aus dem Amerikanischen von Udo Rennert. S. Fischer Verlag : Frankfurt am Main 2002.
Die Daten wurden mit Hilfe von »Dumjahn's Handbuch der Eisenbahnliteratur« im Exportformat Handbuch (ein Stern steht für Buchveröffentlichungen) aufbereitet. © Copyright by »Dumjahn's Autoren-Lexikon der Eisenbahnliteratur online« 1999. Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages. |
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