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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Rezensionen (16):

Hilberg, Raul: Sonderzüge nach Auschwitz. (Dokumente zur Eisenbahngeschichte, 18) (Dumjahn-Nr. 0002418)
Dumjahn-Nr. 0002418
ISBN-10: 3921426189

ISBN-13: 9783921426180

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Hilberg: Sonderzüge nach Auschwitz. Mainz 1981.

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DGEG-Nachrichten 13 (1981) Nr. 46

Der Bund (Bern 1981) Nr. 152

Passauer Neue Presse vom 22. Mai 1981

Lok-Report, Nr. 6/1981

Welt der Arbeit 32 (1981) Nr. 47

LOK-Magazin 21 (1981) Nr. 109

Schwarzwälder Bote, Nr. 13/1981

die museums-eisenbahn, Nr. 2/1981

Die Zeit, Nr. 14/1985

Modell-Eisenbahner, Nr. 6/1991

Allgemeine Jüdische Wochenzeitung 36 (1981) Nr. 24/25

Buchhändler heute 37 (1983) Heft 8

Salzburger Nachrichten 37 (1981) Nr. 258

az - andere zeitung, Nr. 92, Oktober 1983

Neue Zürcher Zeitung vom 30. Juni 1981

Die Mahnung 28 (1981) Nr. 12

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MB - Wochenzeitung des Irgun Olej Merkas Europa. Tel-Aviv, Nr. 32/1981

Auschwitz -
literarisch »bewältigt«

Mit einem Spezialproblem im Zusammenhang mit dem Auschwitz-Komplex befaßt sich ein kürzlich erschienenes Buch von Raul Hilberg, Professor für Politische Wissenschaften an der Universität Vermont (USA). Seit drei Jahrzehnten intensiv mit Forschungsarbeiten über die Vernichtung des europäischen Judentums beschäftigt, untersucht er nunmehr die Rolle der Reichsbahn im Vernichtungsprozeß des Dritten Reiches, - ein keineswegs »kleines Rädchen« in der Nazimaschinerie: über das Personal der Deportationszüge hätte - so sollte man meinen - ein größerer Teil der deutschen Zivilbevölkerung von den Vernichtungslagern erfahren können. Warum wurde auch von den Lokomotivführern, Weichenstellern und Streckenwärtern so beharrlich geschwiegen? 

Ferner: wie konnten besonders in Kriegszeiten die Transporte organisiert werden, die Millionen von Juden in die Gaskammern brachten? Hilberg belegt die irrsinnige Nüchternheit, mit der die verantwortlichen Männer, an ihrer Spitze der Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium Dr. Ganzenmüller, dieses Geschäft handhabten. Briefe, Rechnungen, Fahrpkananordnungen, Umlaufpläne, Wagenzettel und Transportberichte ergeben ein Gesamtbild des Apparates, für den »Fahrdienstleiter« Eichmann die Weichen an seinem Schreibtisch stellte.

Daß sich dabei die Bürokratie zuweilen selbst überschlug und der Amtsschimmel geradezu groteske Sprünge machte, kann im Gesamtzusammenhang nur als makaber bezeichnet werden. Wie anders läßt sich die Tatsache bezeichnen, daß die Reichsbahnleitung für die Beförderung der Juden Bezahlung wie für jede andere Personengruppe forderte? Die Rechnung wurde - so Hilberg - ganz einfach der Stelle übermittelt, die die Züge bestellte. Der Rechnungsbetrag gab die Anzahl der beförderten Personen und die zurückgelegte Entfernung an. Dem Grundpreis lag der Tarif für Personenbeförderung in der dritten Klasse zugrunde. Im Jahre 1942 waren das 4,0 Reichspfennig pro Schienenkilometer. Für Kinder unter zehn Jahren war der halbe Preis zahlbar. Fahrten für Kinder unter vier Jahren waren kostenlos (!).

Nicht genug das grausamen Spiels und der in jedem Betracht rücksichtslosen Behandlung dieser Menschenfracht (aber nicht nach Gütertarif!) beantragte z. B. im April 1942 die slowakische Eisenbahn für die jüdischen Sonderzüge ins Generalgouvernement Polen einen fünfzigprozentigen Preisnachlaß! Dem Antrag wurde stattgegeben, und das galt dann später auch für die in Holland, Frankreich und Belgien zusammengestellten Züge, soweit sie Reichsgebiet auf dem Wege nach Osten durchqueren mußten. Der Rabatt, so heißt es im Amtsdeutsch, umfaßte das Gebiet bis ins westliche Elsaß, und die Mitteleuropäische Reisebüro G.m.b.H. (MER) führte die Verrechnung durch. Haben auch deren Angestellte nichts gewußt?

Dem Buch von Hilberg hat Oberstaatsanwalt Dr. Rückerl von der Ludwigsburger Zentralstelle ein Vorwort beigegeben, in dem er darauf hinweist, daß es Hilberg gelungen ist, Zusammenhänge ans Licht zu bringen, die bisher im öffentlichen Bewußtsein (der Bundesrepublik) aus welchen Gründen auch immer weitgehend im Dunkel geblieben sind. Dabei lag ihm vor allem daran aufzuzeigen, »in welchem Ausmaß auch eine im moralischen Sinne scheinbar wertneutrale Institution wie die Eisenbahn von einem totalitären Regime für dessen Zwecke mißbraucht werden kann«.

Aus »MB - Wochenzeitung des Irgun Olej Merkas Europa«, Tel-Aviv, Nr. 32/1981, vom 14. August 1981.

Berlin: Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Stelenfeld, Ausschnitt), Foto: Horst-Werner Dumjahn

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