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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Rezensionen (8):

Mante, Harald (Einf.): Eisenbahn + Kamera. Drei Eisenbahner sehen ihre Bahn. Aus den Bildmappen von Georg Büsching, Paul Große und Emil Weiß (Dumjahn-Nr. 0001611)
Dumjahn-Nr. 0001611
ISBN-10: 3921426200
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Mante, Harald (Einf.): Eisenbahn + Kamera. Drei Eisenbahner sehen ihre Bahn. Mainz 1981.

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Zeitung der Deutschen Bundesbahn. Februar 1982

DGEG-Nachrichten 13 (1981) Nr. 47

die museumseisenbahn, Nr. 1/82

EI - Der Eisenbahningenieur 34 (1983) Nr. 8

Eisenbahner-Rundschau 33 (1982) Nr. 1

EP - Eisenbahntechnische Praxis 34 (1982) Nr. 3

Foto populär. motive und technik, 18. Mai 1983

LOK-Magazin 21 (1982) Nr. 116

LOK-Report, Nr. 1/82

Photoblätter 54 (1983) Heft 2

SCHIENE 1(1982) Heft 4

Südkurier 38 (1982) Nr. 189

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Fotogeschichte. Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie 2 (1982) Heft 4

»Die Drei von der Bahn« sind fotografierende Amateure, tätig seit den 50er / Anfang 60er Jahren, organisiert in der Fotogruppe Frankfurt des Bundesbahn-Sozialwerks, zeit ihres Lebens bei der Bahn beschäftigt als Lokführer, Maschinenschlosser und Zugbegleiter, heute in entsprechend gehobeneren Positionen. Sie gehören zu jenen »Salonamateuren«, die ihre Aufnahmen zu Ausstellungen senden, an Wettbewerben teilnehmen, sich mit Titeln wie »AFIAP« schmücken.

Doch dies ist weder qualifizierend noch einschränkend gemeint, deutet jedoch auf einen professionalistischen Umgang mit der Kamera, was technischer Einsatz, aber auch Bildgestaltung betrifft. Und trotzdem: Wie weit färbt die Ausstellungserfahrung im Hinblick auf Motive etwa auf die fotografischen Arbeiten ab?

Wo endet individuelle Neugier und wo beginnt Gefälligkeit? Wir können diese Fragen schon deswegen nicht beantworten, weil der Zeitpunkt des Entstehens der Aufnahmen nicht genannt ist, die Entwicklung der Fotografen damit im Dunklen bleiben muß. Wir können eine diesbezügliche Einschätzung versuchsweise an thematischen Ballungen und Lücken, an gestalterischen Experimenten vornehmen.

Was auffällt: Es gibt einige Bilder, die uns in ihrer Motivwahl allzu bekannt sind, so der Kuppler zwischen den Puffern, Stimmungsbild in der Bahnhofshalle bei schräg einfallendem Sonnenlicht, Großaufnahme von Schalttafeln, Schienen und Weichen im Gegenlicht, Urlaubsantritt von Gastarbeitern, Abschiedsszenen. Mit solchen Aufnahmen wurde uns seit Jahrzehnten ein Bild der »Eisenbahn« vermittelt, das von Nostalgie und Sentimentalität trieft und gleichzeitig mit erhobenem Finger auf den technischen Fortschritt verweist. 

Doch dies lag wohl an den Bildautoren, die aus dem Blickwinkel des Bahnsteigs der Faszination jeder alten und neuen Lokomotive erlagen. In dem vorliegenden Buch sehen wir erfreulicherweise im überwiegenden Maße ein vielfältigeres Bild, insbesondere auch vom Alltag der Eisenbahner. 

Wachsamkeit = Sicherheit (S. 29)

Als Kollege wußte der Fotograf natürlich von der Eintönigkeit des Wartens an der Signalhupe und von der gleichzeitigen Notwendigkeit der Konzentration, die den an den Gleisen tätigen Arbeitern Sicherheit verbürgte (S. 29). Und kennen wir diese Tätigkeit bestenfalls aus der Sicht des fahrenden Zuges (also in jenem Moment, der die Monotonie unterbricht), so berührte der die Papierkörbe auf den Bahnsteigen leerende Eisenbahner unsere Blicke wohl nie bewußt - genauso wie die auf dem Foto danebensitzenden Reisenden ihm keine Beachtung schenken (S. 59). Und den Mann am Schalter kennen wir nur als ungeduldig Wartende, als »uniformierten Verkäufer« und personifizierte Auskunft.

So werden die Aufnahmen des sehr gut (im Duoton) gedruckten Bandes gleichsam zum Spiegel für unsere Ignoranz, für die Unfähigkeit, in Dienst-Leistung Arbeitsalltag zu sehen, in der Uniform den Menschen, neben unserer individuellen Reisebegeisterung oder Reisenotwendigkeit über das Ende des Bahnsteigs hinauszublicken. 

Und die eingangs gestellte Frage nach der möglichen Anpassung hat sich durch die Nüchternheit der dokumentarischen Aussage, die Unterschiedlichkeit dargestellter Arbeit, die Anteilnahme am Alltag der Kollegen, die wir in den Bildern erkennen, als hinfällig erwiesen. Hier finden wir ein treffliches Beispiel für die Irrelevanz der Trennung von Professionalismus und Dilettantismus, die von Fotohistorikern zu allen Zeiten bemüht wurde, ohne eine ausreichende Begründung, geschweige denn eine abgrenzende Definition liefern zu können.

Timm Starl in »Fotogeschichte. Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie« 2 (1982) Heft 4.

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