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Gedob (Hrsg.): Amtlicher Taschenfahrplan für das Generalgouvernement nebst Anschlußstrecken, Kraftomnibuslinien und den wichtigsten Fernverbindungen. Gültig vom 2. November 1942 an bis auf weiteres. - Nachdruck 1984 (Dumjahn-Nr. 0012215)
Dumjahn-Nr. 0012215
ISBN-10: 3854161069
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Kursbücher


Gedob (Hrsg.): Amtlicher Taschenfahrplan für das Generalgouvernement nebst Anschlußstrecken, Kraftomnibuslinien und den wichtigsten Fernverbindungen. Gültig vom 2. November 1942 an bis auf weiteres. - Nachdruck 1984. 143 S. mit einer doppelseitigen Übersichtskarte. - 21 x 14,5 cm. Kt. (Verlag Josef Otto Slezak, Wien : Dumjahn-Nr. 0012215) EUR 75,67 inkl. MwSt. (DM 148,-)
Einband mit Klarsichtfolie »verstärkt«, sonst guter Zustand. Äußerst selten. - Verkürzter Titel auf dem neugestalteten Einband: »Kursbuch Polen 1942 (Generalgouvernement)«.

Zum Vorwort (mit dem Impressum), zur Karte (Seiten 8/9) und zum Innentitel mit weiteren Informationen zu diesem Kursbuch-Nachdruck.

Mit einem Nachwort »Historische Bemerkungen« von Johann Stockklausner, danach ist der vorliegende Nachdruck »um die ursprünglichen Seiten 17 bis 80 entlastet, weil diese nur jene Fernverbindungen bringen, welche auch das Reichskursbuch vom 4. Mai 1942 enthält«.

Der von der Generaldirektion der Ostbahn mit Datum vom 2. November 1942 für das Generalgouvernement (Rest-Polen unter deutscher Verwaltung) herausgegebene Amtliche Taschenfahrplan stellt in mehrfacher Hinsicht ein bemerkenswertes Dokument dar. Die nicht immer erkennbaren Zusammhänge im historischen Ablauf mögen die folgenden Zeilen verdeutlichen.

Nach 1918 entstand Polen im Norden und Westen aus Teilen Preußens, im Osten durch Gebietsteile des zaristischen Rußlands und im Süden aus dem von Österreich abgetrennten Galizien und Lodomerien mit Teilen der Bukowina. Bis 1923 kam auch das Gebiet um Wilna dazu, das ursprünglich Litauen beansprucht hatte. Entsprechend der unterschiedlichen Herkunft war die Struktur des Netzes uneinheitlich. Erste Ergänzungen brachten bereits die Eisenbahntruppen zwischen 1915 und 1918 in Verkehr, vor allem bemühten sich die k.u.k. Heeresfeldbahnen, mit dem Bau der Linien Belzec - Cholm, Zamosc - Wladimir Wolynsk, Sokal - Kowel u. a. die galizischen Strecken mit den ehemals russischen Breitspurlinien, die gleichzeitig umgespurt wurden, weiträumig zu verbinden. Der neue polnische Staat errichtete viele Neubaustrecken, von denen die Kohlenbahn von Herby Nowe nach Gdynia die bekannteste ist und vollendete noch kurz vor Kriegsbeginn im Jahr 1939 die Strecke Tschenstochau - Siemkowice.

Der am 1. September 1939 begonnene Krieg war kurz und von unterschiedlicher Auswirkung auf die Eisenbahn. Ehe noch administrative Richtlinien erlassen worden sind, nahmen benachbarte Reichsbahndirektionen (Königsberg, Breslau, Osten, Oppeln, Stettin) die Linien in Besitz und richteten umgehend den Verkehr ein. Neu gegründet wurden die Reichsbahndirektionen (RBD) Posen und Danzig, hauptsächlich zuständig für ehemals preußische Landesteile. Die Generaldirektion der Ostbahn mit Sitz in Krakau entstand jedoch unter starker Mitwirkung der RBD Wien und sollte künftig für jenen Teil Polens zuständig sein, der als Generalgouvernement unter deutscher Verwaltung blieb.

Dies geschah zunächst ohne Rechtsgrundlage, denn die österreichischen (damals 'ostmärkischen') Beamten, mit dem südpolnischen Raum, dem ehemaligen Galizien der österreichisch-ungarischen Monarchie, bestens vertraut, hatten Betrieb, Werkstätten und Zugförderungsanlagen längst in Gang gebracht, ehe die Verordnung über die »Eisenbahnen in den Ostgebieten« endlich am 27. November 1939 veröffentlicht worden ist, übrigens vom Reichsinnenminister herausgegeben und lediglich von einem Abteilungsleiter unterzeichnet, während für das Reichsverkehrsministerium Staatssekretär Kleinmann gegenzeichnete und auch ein Vertreter des Reichsministers für Finanzen unterschrieb, womit dieses Papier mit trockenen 21 Zeilen die Übernahme aller Bahnen besiegelte.

Der erste Fahrplan der Ostbahn vom Dezember 1939 erfüllte lediglich dringende Bedürfnisse der deutschen Verwaltung sowie des Berufsverkehrs und nahm keine Rücksicht auf Erfordernisse der polnischen Bevölkerung. Ausführlich ist dies bei Wenzel/Stockklausner »Lokomotiven ziehen in den Krieg«, Band 3, Seiten 16 ff. erläutert. Die Verhältnisse änderten sich jedoch rasch und mit dem Sommerfahrplan 1940 gab es etliche Verbesserungen sowie eine Umstrukturierung und Ausrichtung der Fernverbindungen auf die Verkehrszentren Berlin und Wien im Reichsgebiet bzw. Warschau und Krakau im Generalgouvernement. Die Bevorzugung der Strecken Berlin - Posen - Warschau, Berlin - Breslau - Kattowitz - Krakau, Wien - Breslau - Posen (mit Anschluß Warschau) - Königsberg und Wien - Oderberg - Krakau beweisen dies. Der 22. Juni 1941 mit dem Einfall in die Sowjetunion hat diese Tendenz noch verstärkt, denn die schon vorbestimmten Linien gewannen weiter an Bedeutung: Berlin - Warschau - Brest - Smolensk und Wien - Krakau - Lemberg -Charkow bzw. Kiew.

Der hier vorliegende Fahrplan vom 2. November 1942 fällt in eine Periode, in der sich der Verkehr konsolidiert hatte und das Gebiet von Lemberg, also Ost-Galizien, und auch die Nord-Bukowina dem Generalgouvernement zugeschlagen wurden und auch die dortigen Eisenbahnen der Ostbahn einverleibt worden sind. Die Ostbahn erreichte damit ihre größte Ausdehnung mit 6513 km Normalpurlinien (davon 1746 zwei- oder mehrgleisig) und 627 km Schmalspurlinien. Der verhältnismäßig geringe Anteil zweigleisiger Strecken läßt aber auch die betrieblichen Schwierigkeiten erahnen, die ein Kriegsbetrieb mit fallweisem Stoßverkehr dem Personenverkehr gegenüberstellt.

Daß dieser Taschenfahrplan 1 Zloty kostete, war wohl begründet, denn Taschenfahrpläne kosteten bei der Reichsbahn zumeist 30 Pfennig und der Umrechnungskurs war damals 2 Zloty = 1 Mark (zur Erinnerung: 3 Rubel bzw. 20 französische Francs waren ebenfalls 1 Mark). Der Nachdruck ist um die ursprünglichen Seiten 17 bis 80 entlastet, weil diese nur jene Fernverbindungen bringen, welche auch das Reichskursbuch vom 4. Mai 1942 enthält. Geblieben sind jedoch 61 Seiten Anschlußfahrpläne zu den benachbarten Reichsbahndirektionen, den Protektoratsbahnen BMB-CMD und der RBD Wien, worunter sich u. a. so markante Linien wie die alte Kaiser Ferdinands-Nordbahn von Wien über Prerau und Oderberg in Richtung Krakau und die Kaschau-Oderberger Bahn von Oderberg bis Cadca befinden.

Das Original bietet auf der Übersichtskarte keine Abgrenzung für das Verkehrsgebiet der Ostbahn, die aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit im Nachdruck ergänzt worden ist. Schließlich hatte die Ostbahn 16 Übergänge zum Netz der DR, drei zu den Slowakischen Eisenbahnen, drei nach Ungarn, einen nach Rumänien (wenn man von dem Übergang nach Kuty in der Bukowina absieht, der nur kurzfristig für einen Korridorverkehr bestand) und 10 zu den Reichsverkehrsdirektionen des Ostens.

Dieser Ausgabe folgte noch eine Jahresausgabe 1943 und schließlich jene vom 3. Juli 1944, die bereits das nahe Ende ahnen ließ. Von einigen Linien, wie Stanislau -Woronienka, Krasne - Brody, Kolomea - Delatyn, Stanislau - Sniatyn u. a. fehlen Verkehrszeiten und die Fahrplanspalten enthalten lediglich den Hinweis »Zur Zeit keine Personenbeförderung«. Diese Linien befanden sich damals entweder bereits in Verfügung der Feldeisenbahner oder waren, bedingt durch die Kriegsereignisse, überhaupt nicht mehr im deutschen Machtbereich, womit ein Stück Eisenbahngeschichte ihr Ende gefunden hat. - Aus dem Nachwort »Historische Bemerkungen« von Johann Stockklausner.

[SW: Verkehrswesen. Eisenbahn. Weltkrieg, 2. Drittes Reich. Polen /PKP. Generalgouvernement. Ostbahn /Gedob. Fahrplanwesen. Fahrpläne. Kursbuch. Taschenfahrplan. Winterfahrplan. Fernverbindungen.]

Die von uns angebotenen Kursbücher sind im allgemeinen in einem dem Alter entsprechenden Zustand. Stempel, Unterstreichungen und Gebrauchsspuren sind nicht immer angegeben, werden bei der Preisgestaltung jedoch stets berücksichtigt.
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Kurztitel (zum Bestellen):
Gedob (Hg.): Kursbuch Polen 1942 (N) (0012215)
EUR 75,67 inkl. MwSt.
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Und so könnte man das Kursbuch mit oder ohne Verlagsangabe in Literaturverzeichnissen oder Suchlisten zitieren. Zwei Vorschläge:

Gedob (Hrsg.): Amtlicher Taschenfahrplan für das Generalgouvernement nebst Anschlußstrecken, Kraftomnibuslinien und den wichtigsten Fernverbindungen. Gültig vom 2. November 1942 an bis auf weiteres. Verlag Josef Otto Slezak : Wien 1984.

Gedob (Hrsg.): Amtlicher Taschenfahrplan für das Generalgouvernement nebst Anschlußstrecken, Kraftomnibuslinien und den wichtigsten Fernverbindungen. Gültig vom 2. November 1942 an bis auf weiteres. Nachdruck Wien 1984.


Beide Varianten lassen sich so aus »Dumjahn's Handbuch der Eisenbahnliteratur« exportieren. Der Vorschlag 2 wird am häufigsten verwendet - wir empfehlen ihn auch deshalb.

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