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Cassandre-Plakat »Wagon-Bar«, 1932
Der Gallier, die Marke


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Betrachtungen eines Galliers (3):
Die Pickelhaube
Die deutsche Buchverhinderungsstrategie oder 
Wie ich doch noch ein deutscher Autor wurde

Von Didier Bauzière (Frankreich)

»Hörnsesofortuff – fotografienishierverboten, hamsevastanden, Männeken« schrie eine fast zur Unkenntlichkeit entstellte Stimme durch die Lautsprecheranlage des Ost-Berliner U-Bahnhofes Klosterstraße. Das Disziplinierungsobjekt war ich, ein häßlicher Gallier, der schon aus Prinzip disziplinlos ist. Zeitpunkt des Geschehens: 1999 – damit wir uns nicht mißverstehen.

Irgendwie war ich dann doch sehr erschrocken. Nun lag es nicht an dem Kasernenhofton, an welchem selbst der alte Fritz noch seine Freude gefunden hätte, den kannte ich ja schließlich noch aus der Zeit, als im Tränenpalast das kontrollierende Militär regierte. Nein, es lag vielmehr an dem schlichten Umstand, daß diese Form der menschlichen Kommunikation rein theoretisch nicht mehr hätte existieren dürfen.

Aber so ist das eben mit der Theorie, selbst mit der marktwirtschaftlichen. Die alte graue Muffligkeit und Unhöflichkeit hatten wieder Einzug gehalten. Berlin liegt, auch Geographie kann manchmal perfide sein, im Osten. Daran ändert auch der Reichstag nichts, der jetzt ein Bundestag ist. Dort war Gysi im trauten Verein mit seinen Genossen nie müde geworden, dem gelangweilt-amüsierten Rest-Auditorium zu erklären, daß den Menschen in der DDR einfach die neue Zeit übergestülpt worden sei und sie sich daher fremdbestimmt fühlten.

Alles falsch. Zum Beispiel diese rotzige, neo-friderizianische Höflichkeit, die wurde nämlich dem Westen vom Osten übergestülpt und bahnt sich langsam, aber unaufhaltsam den Weg in die Richtung der untergehenden Sonne. Das alles kontrollierende und befehlende »Organ« aus DDR-Zeiten mit seinem Befehlston lebt also irgendwie gesamtdeutsch weiter.

Besonders bei uns in Nordfrankreich hat man für solches Benehmen ein Stigma – un casque à pointe, eine Pickelhaube. Das liegt daran, daß die Deutschen seit 1870 dreimal bei uns auftauchten und im Schatten von Waffen war es naturgemäß mit der Höflichkeit nicht weit her.

»Die Pickelhaube«, so kann man bei uns in einschlägigen Nachschlagewerken lesen, »wurde 1842 auf Anweisung von Friedrich Wilhelm IV von Preußen eingeführt, um so die Standardkopfbedeckung der preußischen Armee zu werden«.

Die Spitze (der »Pickel«) auf dem Helm war schon keine so schlechte Idee. Der Feind vermochte nämlich nur mit Mühe auf den wackeren Krieger einzuschlagen, während dieser getreu dem Wahlspruch »Wer auf Gott vertraut und um sich haut« sich seiner Feinde annehmen konnte. Austeilen war schon immer angenehmer als einstecken.

Diese Tatsache war für mich der Anlaß, eben dieser neuen deutschen Höflichkeit die alte Pickelhaube aufzustülpen, womit der Titel meines Manuskripts »Die neue deutsche Pickelhaubenhöflichkeit« gefunden war. Daß ich dieses Manuskript eigentlich in Französisch geschrieben und nur für eine Veröffentlichung bei uns zu Hause vorgesehen habe, liegt an einem Kapitel, welches ich übersetzt und unter der Überschrift »Die deutsche Buchverhinderungsstrategie« hier veröffentliche.

Also, dann lesen Sie jetzt gefälligst den Text. Und benehmen Sie sich! Mißfallensbekundungen sind verboten und Atmen wird nicht gern gesehen. Ich hoffe, Sie haben verstanden. Zustimmung hat durch Klicken zu erfolgen!

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© Copyright by Didier Bauzière. La Nouvelle politesse allemande d'un casque à pointe 2002. Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors und des Dumjahn Verlages.

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