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Abrahams, Marc (Hrsg.): Der Einfluß von Erdnußbutter auf die Erdrotation (KNO_7929133)
ISBN-10: 3764359412

Robert A. Dräcker:
»Wenn Sie heute noch nicht gelacht haben, dann greifen Sie einfach zu diesem Buch, das sich auch hervorragend als Geschenk eignet und das uns ganz nebenbei auch über den Zweck von Wissenschaft aufklärt.«

Der Autor
Marc Abrahams ist Herausgeber und einer der Begründer der Zeitschrift »Annals of Improbable Research« sowie der Stifter und Verleiher des in den USA jährlich vergebenen lg-Nobei-Preises.

Mit ihm ehrt Abrahams Wissenschaftler, deren »Leistungen nicht wiederholt werden können und sollen«.

Er verfaßt darüber hinaus eine monatliche Kolumne im »Byte Magazine«, kommentiert Radio- und TV-Sendungen und hat mehrere andere Bücher über Humor in der Wissenschaft herausgegeben.

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Annals of Improbable Research

Abrahams, Marc (Hrsg.): Der Einfluß von Erdnußbutter auf die Erdrotation. Forschungen, die die Welt nicht braucht. Aus dem Amerikanischen von Gabriele Herbst. Birkhäuser Verlag : Basel / Boston / Berlin 1999.

Hier ist von einem nicht alltäglichen Buch zu berichten: Oder haben Sie schon mal was von der Aerodynamik der Kartoffelchips gehört? Nein? Nun, in einer aufsehenerregenden Untersuchung fanden amerikanische Wissenschaftler jetzt heraus: Man kann  Kartoffelchips werfen, allerdings nicht sehr weit.

Wußten Sie schon, daß ein direkter Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Tornados in den USA und der Häufigkeit von Wohnmobilen einerseits sowie dem Absatz von Camcordern andererseits besteht? Diese epochemachende Erkenntnis verdanken wir Frank Wu von der Universität von Wisconsin. Können Sie sich ausmalen, wieviel an wissenschaftlicher Phantasie notwendig ist, um einen Versuchsaufbau zu installieren, mit dessen Hilfe ein Schweizer Raclette automatisch und gleichmäßig mit Pfeffer bestreut werden kann, so daß die lästige Injektion per Hand zukünftig entfällt? Diese revolutionäre Neuerung ist das Werk von drei Wissenschaftlern der ETH Lausanne.

So wie die eben erwähnten »Arbeiten« sind alle in dem Band enthaltenen Artikel nicht ganz ernst gemeint. Hier versammeln sich unfreiwillig komisch oder bewußt als Parodie geschriebene Artikel aus allen Bereichen der Naturwissenschaft mit dem gezielten Versuch, den Wissenschaftsbetrieb zu verulken. Sie alle entstammen der real existierenden US-Zeitschrift »Annals of Improbable Research«, die ausschließlich Arbeiten der beschriebenen Qualität abdruckt und sich in der Wissenschafts-Community großer Beliebtheit erfreut. Wer neben dem Interesse an Naturwissenschaft auch über etwas Humor verfügt, wird diese Sammlung nicht aus der Hand legen, bevor er nicht auch den letzten Artikel zu Ende gelesen hat.

Eine kleine Kostprobe, die mir besonders gut gefiel, findet sich im Kapitel »Wie man einen wissenschaftlichen Aufsatz schreibt« von E. Robert Schulman. Zitiert sei hier, was der Autor zu den Stichworten »Zusammenfassung« und »Einleitung« schreibt:

»Wir (was bedeutet ich) stellen Betrachtungen über den Prozeß des wissenschaftlichen Publizierens an, die (was bedeutet welche) wichtig sind und gerade rechtzeitig kommen, insofern als (was bedeutet weil) ich nie eine andere Stelle kriegen werde, wenn ich nicht bald mehr Aufsätze veröffentliche. Diese Betrachtungen fügen sich ein in die Theorie, daß es schwierig ist, gute wissenschaftliche Forschung zu betreiben, gute wissenschaftliche Artikel zu schreiben und genügend Publikationen vorweisen zu können, um eine gute Stelle zu bekommen.

Wissenschaftliche Aufsätze (z. B. Schulman 1988, Schulman und Fomalont 1992, Schulman, Bregman und Roberts 1994, Schulman und Bregman 1995, Schulman 1996) stellen eine wichtige, jedoch kaum verstandene Publikationsmethode dar. Sie sind wichtig, weil Wissenschaftler ohne sie kein Geld vom Staat oder von der Universität kriegen. Sie werden kaum verstanden, weil sie nicht sehr gut geschrieben sind, siehe beispielsweise Schulman 1995 und ausgewählte Literaturangaben dort. Ein ausgezeichnetes Beispiel für dieses Phänomen liefern die meisten Einleitungen, die angeblich den Leser in das Thema einführen sollen, so daß der Aufsatz auch für den Leser verständlich ist, der noch nicht auf dem jeweiligen Gebiet gearbeitet hat ...«

Wenn Sie nun aber der Meinung sind, daß man dieses Buch nicht ernst nehmen kann, dann haben Sie natürlich unbedingt recht. Trotzdem: Wenn Sie heute noch nicht gelacht haben, dann greifen Sie einfach zu diesem Buch, das sich auch hervorragend als Geschenk eignet und das uns ganz nebenbei auch über den »Zweck von Wissenschaft« aufklärt, denn:

»Der Zweck von Wissenschaft besteht darin, gegen Bezahlung allerlei lustige Sachen zu machen, wenn man nicht gut genug im Programmieren ist, um Computerspiele schreiben zu können und damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen.« - Na dann ...

Robert A. Dräcker

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