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Köster: Militär und Eisenbahn in der Habsburgermonarchie 1825-1859 (Dumjahn-Nr. 0012467)
Dumjahn-Nr. 0012467
ISBN-10: 3486563319

Alfred Gottwaldt:
»Es wird deutlich, daß die österreichische Entwicklung in der Frühphase der Eisenbahn als Modellfall auch für die Strukturen in anderen europäischen Armeen gelten kann.«

Der Autor
Burkhard Köster ist Offizier der Bundeswehr und unterrichtet Militärgeschichte an der Offizierschule des Heeres in Dresden.

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Österreichs Militär und Eisenbahn


Köster, Burkhard: Militär und Eisenbahn in der Habsburgermonarchie 1825-1859 (Militärgeschichtliche Studien, 37). R. Oldenbourg Verlag : München 1999. - Zur Bibliographie.

Während des sogenannten »Eisenbahn-Jahrhunderts« von 1850 bis 1950 hat sich das Mobilitätsverhalten der Menschen in Krieg und Frieden vollständig verändert. Den Militärs eröffnete die Eisenbahn neue Dimensionen: Von Helmuth v. Moltke stammt der Ausspruch, daß sich eine Armee nicht weiter als 50 Kilometer von den Spitzen des Eisenbahnnetzes entfernen sollte. Zugleich machte er sich ab 1850 für eine Loslösung des operativen Elements von der politischen Strategie und für seine Einfügung in die rein militärische Sphäre stark. Ein Hauptziel der Kriegführung entwickelte sich dabei von der »Entscheidungsschlacht« zum »Massenaufmarsch« weiter.

Diese Entwicklung läßt sich in vielen deutschen Ländern beobachten, besonders gut aber an unserem zentralistisch regierten Nachbarstaat Österreich. Dieses Staatsgebilde mit der Hauptstadt Wien reichte damals von Mailand über Venedig bis Temesvár und Lemberg, von Krakau über Prag bis Innsbruck.

Dazu liegt jetzt eine Publikation des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes vor, die als Dissertation bei Ulrich Kluge in Freiburg geschrieben worden ist. Der Autor, Major der Bundeswehr, untersucht den Umgang der k.u.k.-Armee mit dem revolutionären Transportträger Eisenbahn von dessen Anbeginn bis zu dem vollständigen Gebrauch als operatives und strategisches Mittel der Kriegführung.

Die Arbeit gliedert sich in drei Hauptteile: Zunächst wird ein Überblick von Militärtransportwesen und Eisenbahnbau bis zum Jahr 1857 gegeben, vor dessen Hintergrund sodann das Eisenbahnwesen im Kalkül der österreichischen Armee während der Zeitspannen von 1836 bis 1848/49 sowie von 1849 bis 1859 intensiv beleuchtet wird. Die Einschnitte sind also markiert vom Baubeginn der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn aus Wien nach Brünn, vom Revolutionsjahr 1848 und vom Feldzug gegen Piemont in Oberitalien.

Der Verfasser stützt sich in erster Linie auf Akten aus dem »Kriegsarchiv« und aus dem Handelsministerium im Österreichischen Staatsarchiv Wien. Die Darstellung ist flüssig; ihre Handhabbarkeit ist durch ordentliche chronologische Gliederung, brauchbare neue Karten und ein umfassendes Personenregister ohne Einschränkung gut.

Wie haben sich Eisenbahn und Militär gegenseitig beeinflußt? Nur langsam setzte sich die Armee im Vormärz mit modernen Ideen auseinander. Das österreichische Bahnnetz wuchs nicht besonders schnell: 1835 waren es 32 km, zehn Jahre später 777 km, zwanzig Jahre später 2555 km und zuletzt, 1865, immerhin 6206 km. Die erste Pferdeeisenbahn von Linz nach Budweis (1832 fertiggestellt) wurde sogar mit Hilfe von Soldaten erbaut, hatte später aber keine militärische Funktion mehr.

Soldaten mußten marschieren; Fuhrwerke gab es nur für Verpflegung und Material. Zunächst sollte auch die Eisenbahn nur Nachschub befördern, nicht die Truppen selbst. Das änderte sich in den Jahren von 1846 bis 1866. Ab 1870 wurden die ersten österreichischen Eisenbahntruppen aufgestellt.

Die Arbeit belegt, wie die Transporte von Truppen, Waffen, Pferden und »Bagage« auf der Eisenbahn Jahr für Jahr zunahmen; damit bildete sich die »Logistik« als Teil der Kriegskunst endgültig heraus. Es wird deutlich, daß die österreichische Entwicklung in der Frühphase der Eisenbahn als Modellfall auch für die Strukturen in anderen europäischen Armeen gelten kann. Stets waren die österreichischen Militärs den deutschen zu dieser Zeit voraus. Über die Beschreibung von Friedens- und Einsatzbetrieb sowie von logistischen, operativen und strategischen Entwicklungstendenzen hinaus zeigt die Arbeit von Köster, daß einige militärhistorische Facetten des Habsburgerreiches neu zu bewerten sind. Insbesondere ist der Eisenbahnnetzentwurf von 1841 wesentlich weniger stark militärisch beeinflußt gewesen, als bisher angenommen wurde: »Von einem strategischen Eisenbahnbau, also einer nicht nach ökonomischen Gesichtspunkten geplanten Bahnstrecke, kann im Untersuchungszeitraum überhaupt noch keine Rede sein« (Seite 295).

Alfred Gottwaldt

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