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Bank, Gerhard: Deutschlands Hauptbahnen. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH : Stuttgart 1999 (ISBN 3-440-07796-9)
Dumjahn-Nr. 0013368
ISBN-10: 3-440077969

Rainer Kolbe: »Neidisch bleibt der Betrachter in jedem Fall.«

Der Autor
Gerhard Bank hat sich als Fotograf ganz auf sein Lieblingsthema, die Eisenbahn, spezialisiert. Sein besonderer Blick für ihre Schönheit prägte bereits seine Bildbände »Reichsbahn-Nostalgie« und »Deutschlands Nebenbahnen«, die ihm in der Szene große Anerkennung eingetrragen haben.

Im Buch findet man leider keine Infos über den Autor, aber auch dieser Text (von Seite 144) ist nützlich: »Für die Unterstützung an diesem Buch möchte sich der Autor bei den Herren Werner Drescher, Paul Lauerwald, Axel Mehnert, Till Mosler, Andreas Müller, Michael Scheppan, Ingolf Schmidt, Bernd Schröder, Michael Schulz und Andreas Tscharn sowie allen Bildautoren herzlich bedanken.«

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Der Betrachter
bleibt neidisch

Bank, Gerhard: Deutschlands Hauptbahnen. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH : Stuttgart 1999. - Zur Bibliographie.

Mit Bildbänden über alle möglichen Strecken ist der Eisenbahnfreund durchaus versorgt. Da fragt er sich bei dem Titel »Deutschlands Hauptbahnen« unwillkürlich und ein wenig mißtrauisch: Hauptbahnen? Tatsächlich alle? Doch es ist ganz anders, geht es doch nicht um eine Darstellung der Strecken, sondern um die Fahrzeuge:

Das Buch vereint viele wirklich schöne Aufnahmen der Rubrik Eisenbahn & Landschaft. Das bedeutet natürlich auch Eisenbahn & Industrielandschaft oder Eisenbahn & Stadtlandschaft. Dazu das eine oder andere mittlerweile abgerissene Stellwerk oder Empfangsgebäude und einige Formsignale: Ein schöner Band, in dem der Eisenbahnfreund gerne blättert. Dabei wird er dann immer auch ein bißchen neidisch, denn im eigenen Archiv finden sich natürlich nicht so viele schöne Fotos von so vielen verschiedenen Fahrzeugen an so vielen Standorten in Ost und West, in Nord und Süd.

Gerhard Bank hat 149 Aufnahmen aus den letzten zwei Jahrzehnten von zum Teil namhaften Fotografen wie Georg Wagner und Bernd Eisenschink zusammengestellt. Der Schwerpunkt liegt bei der modernen Bahn, vor allem bei den Neuentwicklungen der Deutschen Bahn AG: 101er, 145er und 152er. Was gefällt, sind die Aufnahmen von Exoten wie der Einwagenzug mit einer 103, die 120er in der Märklin-Variante, Eurosprinter, Meßfahrten, Farbvarianten. Und noch besser gefällt es, daß auch Lokomotiven und Züge ausländischer Unternehmen berücksichtigt wurden: aus Belgien und Luxemburg, aus Polen und Tschechien ebenso wie Thalys und Cisalpino.

Doch es muß auch Kritik geübt werden. Denn schon auf Seite 9 dieselt eine 220er mit einem Eilzug in der Halle des Kieler Hauptbahnhofes so vor sich hin. Auf Seite 21 schickt eine 52er ihre Dampfwolken gen Himmel, eine Seite weiter schlängelt sich ein ICE über die renovierte Berliner Stadtbahn und tut so, als ob gerade eben gar nichts gewesen wäre.

Die gute alte Zeit ist offenbar nicht tot zu kriegen: Die älteste Aufnahme des Bandes ist von 1980 und zeigt einen Hilfszug der Deutschen Reichsbahn der DDR. Weitere Aufnahmen, die Anfang der Achtziger gemacht wurden, zeigen 01.05er, 44er, 50er, 52er und 254er der DR, 430er, 403 (Ursprungslackierung), 110 (altblau), 118er, 194er und 220er der DB. Selbst manche Bildunterschriften sind nicht frei von Seufzern à la »ja damals«!

Das mußte ja wohl nicht sein. Sicher - ein Bildband ist kein historisches Werk. Doch historisches Augenmaß erwartet der Eisenbahnfreund selbst von einem Bildband. Die Welt der Eisenbahn ist vielfältig und wahrhaft bunt: aber muß denn gleich alles dabei sein? Ende des Kalten Krieges und Wende, Mauerfall und Vereinigung, Reichsbahn-Ende und Bahnreform: Wir sind mittlerweile am Ende des Jahrhunderts angekommen, und 52er passen einfach nicht mehr mit 152ern zusammen in ein Buch. Es sieht auch ein wenig anbiedernd aus, wenn mit einigen Bildern von letzten Plandampfeinsätzen auch die Eisenbahnfreude gelockt werden sollen, die der modernen Bahn sonst weniger Interesse entgegenbringen.

Ganz am Ende des Bandes, eingezwängt neben dem letzten Foto, findet sich eher zufällig noch ein kleines Literaturverzeichnis. Ein Bildband mit Literaturverzeichnis? Schön wäre es gewesen, eine Aufstellung anderer Bildbände zu finden. Stattdessen werden wohl die vom Autor verwendeten Bücher aufgelistet. Aber auf Hinweise wie auf den ADAC Maxi-Atlas oder auf einen uralten Volksbrockhaus von 1975 (sic!) hätten wir gut und gerne verzichten können. Entweder ein richtiges, weiterführendes Literaturverzeichnis - oder eben keines.

Nun steht der Band also im Regal neben anderen Bildbänden mit farbigen und exzellenten Aufnahmen auf bestem Papier: »Hauptbahnen in der Bundesrepublik Deutschland 1970 - 1982« von Heinz Sickert von 1983 steht da und Georg Wagners »Die DB heute« von 1981 und das 1987 herausgebrachte Buch »Bahnerlebnis Deutschland« von Jürgen Eisenschink und anderen - alle drei Bände sind in bester Erinnerung. Verglichen mit diesen fehlt jenem von Bank aber doch entschieden das Bemühen um das Neue und vor allem auch die künstlerische Note: Sickert präsentierte neben farbigen auch schwarz-weiße Abbildungen, weil manches Motiv erst in Schwarz & Weiß so richtig schön ist. Wagner schrieb Bildunterschriften in launiger Prosa, was heute (und bei Bank) ein wenig bemüht und nachgemacht wirkt. Und Eisenschink konnte in seinem großen Buch alle Aufnahmen luxuriös und ansprechend auf dem Papier verteilen.

Trotz dieser ausführlichen Kritik: »Deutschlands Hauptbahnen« ist sein Geld wert. Nicht nur wegen des verglichen mit den früheren Bänden günstigen Preises, sondern einfach deshalb, weil die Bilder zum größeren Teil hervorragend sind und auch hervorragend gedruckt wurden - und auf die Bilder kommt es bei einem Bildband recht eigentlich ja an. Neidisch bleibt der Betrachter in jedem Fall.

Rainer Kolbe

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