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Alfred Gottwaldt: |
Dumjahn's
Bahn-Rezensionen online: Als seine persönliche Reaktion darauf, daß der 100. Geburtstag der Wiener Stadtbahn durch das »offizielle Wien« nicht gebührend gewürdigt wurde, hat der Verleger und anerkannte Sachbuchautor Josef Otto Slezak - unterstützt von Hans Peter Pawlik - sich und uns dieses mit mehr als 375 Bildern reich illustrierte Werk beschert. Es soll andere Arbeiten zum Thema (Günter Kolb 1989, Antonia Graf 1990) ergänzen und vor allem unbekannte Bilddokumente bringen, die den Wien-Kenner erfreuen. Das macht die Lektüre für »Anfänger« auf diesem Gebiet ein wenig beschwerlich. Die Wiener Stadtbahn ist das Werk des Architekten Otto Wagner (1841-1918), eines weltweit hoch angesehenen Baumeisters zwischen Historismus und »Secession«. Fast jeder Besucher Wiens kennt sein Postsparkassenamt, das Empfangsgebäude am Karlsplatz oder die Hofzugstation in Hietzing. Wagner hat die Bauten der Wiener Stadtbahn zwischen 1894 und 1901 als ein Gesamtkunstwerk gestaltet: Selbst die Formen der Geländer und Anschriften verraten seine Hand.
Nach dem Zweiten Weltkrieg darbte die Anlage dahin. Die Wiener Verkehrsplanung setzte auf Automobil und Alweg-Bahn, ehe ab 1962 allmählich ein neuzeitliches Schnellbahnnetz geschaffen wurde. Leider hat man bei der Einbeziehung von Wagners Bauten in das zukünftige Untergrundbahnnetz anfangs (Wientallinie) wenig Gefühl für ihre historische Bedeutung gezeigt und manche davon ohne Not abgerissen. Erst seit 1987 wurde die Altsubstanz bei der Revitalisierung der Gürtel- und der Vorortlinie behutsamer behandelt. Was die Wiener Stadtbahn einmal war, wie sie sich heute darbietet, und welches enorme verkehrliche Potential selbst im Jahre 2000 noch in ihr steckt, zeigen uns die verkehrspolitisch stark engagierten Autoren anhand ihrer historischen und aktuellen Bilder. Die Fülle der versammelten Daten und Bilder ist beeindruckend, doch hätten ein Register und eine Zeittafel den Gebrauchswert der Schrift noch steigern können. Alfred Gottwaldt © Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages. Über den Rezensenten |
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