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Baur, Karl Gerhard: Baureihe 152. Geballte Kraft für schwere Züge (Dumjahn-Nr. 0013916)
Dumjahn-Nr. 0013916
ISBN-10: 3932785452

Joachim Seyferth:
»Wer sich für den Hauptstrecken-Güter-
verkehr der Deutschen Bahn und für die Neubau-Elloks mit Ihrer charakteristischen Kopfform interessiert, erhält mit diesem Buch eine umfassende Chronik der noch jungen Lokbaureihe 152, deren DB-Cargo-
Original bereits wieder historisch ist. Geschichte, Bau, Technik und Einsatz werden anschaulich und abwechslungsreich beschrieben, das Bildmaterial ist repräsentativ und mehrheitlich gelungen.«

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Ein neuer Oldtimer?


Baur, Karl Gerhard: Baureihe 152. Geballte Kraft für schwere Züge. GeraMond Verlag : München 2000. - Zur Bibliographie.

Bei der nostalgielastigen Veröffentlichungspolitik der Eisenbahnhobby-Verlage sollte man eigentlich erwarten, daß es sich beim vorliegenden Thema um den uralten Stangen-Ellok-Oldtimer E 52 (ab 1968: Baureihe 152) handelt. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: In diesem Buch wird die brandneue DB-Cargo-Lok vorgestellt, die mit dem alten Kasten eben nur noch die Spurweite, die Fahrdrahtspannung und die Baureihennummer, die nach der kompletten Ausmusterung der Altbaulok frei wurde, gemeinsam hat.

Baureihe 152 deshalb, weil sie nicht etwa der Nachfolger des 1924 erbauten Veterans ist, sondern weil sie sukzessive Nachfolger der sechsachsigen Baureihe 151 wird. Angesichts der Tatsache, daß sich die mehrheitlich leider historisch orientierten Eisenbahnfreunde selbst für die formschöne 151 kaum interessieren, weil diese als Neubaulokomotive der siebziger Jahre für sie eben noch zu »modern« ist, ist es ein wirtschaftlich mutiger und deshalb lobenswerter Schritt des Münchner GeraMond-Verlages, ein Buch über diese spartanisch-sachliche Neuentwicklung der Deutschen Bahn AG vorzulegen.

Noch sind nicht alle 190 geplanten Lokomotiven gebaut; ein Teil der hohen Nummern steht noch als Rohkasten in den Fertigungshallen. Doch schon gibt es bei den derzeit rund 140 im Betrieb befindlichen Maschinen, die alle in Nürnberg beheimatet sind, vier verschiedene Farb- bzw. Beschriftungsvarianten, denn »Corporate Idendity« ist bei der Deutschen Bahn längst Vergangenheit: Gleich die erste Maschine ist mit einer hellen Ganzreklame der Spielzeugfirma Märklin versehen, die nächsten 70 Loks tragen als »Ursprungsversion« den großen DB-Cargo-Schriftzug an den glatten Seitenwänden. Die folgenden rund 20 Exemplare künden mit der Bezeichnung »Railion« immer noch von der längst gescheiterten Fusion zwischen den europäischen Güterbahnen, und der Rest fährt quasi »nackt« umher und beweist damit die große unternehmerische Ratlosigkeit der Bahn, wie sie sich denn nun als »ein Unternehmen« in der Öffentlichkeit präsentieren soll - selbst der neue DB-Keks und somit das Eigentumsmerkmal fehlt.

Die Lokführer sind mit den neuen Maschinen zufrieden, was angesichts der zahlreichen Pannenfahrzeuge der deutschen Bahnindustrie keine Selbstverständlichkeit ist.

Relativ zufrieden kann man auch mit diesem Buch sein, das zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung im April 2000 erstaunlich aktuell war und dennoch nicht als oberflächlich bezeichnet werden kann: Auf rund 160 Seiten geht der Autor Karl Gerhard Baur nicht nur auf das eigentliche Neubau-Objekt 152, sondern beispielsweise ebenso auf die Geschichte der elektrischen Zugförderung, auf die ehemalige E 52 oder auf die anderen DB-Güterzug-Elloks ein. Breiten Raum widmet er auch der technischen Entwicklung der 152, die letztlich eine Weiterentwicklung der Versuchslok »EuroSprinter« ist und das Rennen übrigens vor einer geplanten, aber nie verwirklichten Baureihe 121 gemacht hat. Nach diesem umfassenden »Warum 152« folgt das ausführliche »Wie 152«, also die Beschreibung des Baus und der Funktionsweise der Maschine.

All das ist flüssig und keineswegs trocken geschrieben, auch, weil oft aktuelle Bezüge und »Zugeständnisse« an die Sichtweise der Eisenbahnfreunde hergestellt werden. Besonders lebendig sind die Beschreibungen von der Inbetriebsetzung und Abnahme sowie eine Reportage vom ersten Arbeitstag der 152 070. Fabriknummern und die immer noch relativ aktuellen Liefertermine der Baureihe 152 sowie ein Bild- und Quellennachweis beenden das Werk. Sehr brauchbar und lehrreich für den nicht bis ins letzte technische Detail kundigen Leser sind die sechsseitigen Begriffserläuterungen, die quasi als kleines Lexikon für beim Lesen entstandene Fragen dienen.

Handwerklich ist das Buch ordentlich gestaltet und verarbeitet, selbst das Vorwort hat seinen Namen verdient, denn es steht richtig vor dem Inhaltsverzeichnis. Die über 100 Fotos bieten motivlich guten Standard und zeigen unterschiedliche Bauphasen, technische Details sowie einen repräsentativen Querschnitt der weitgestreuten Einsatzstrecken der Baureihe 152. Der Druck der Farbfotos ist einwandfrei, lediglich die Schwarzweiß-Wiedergabe von Farbvorlagen weist die typisch kraftlosen Grauabstufungen auf - ein Manko, dem wohl nur durch verfeinerte Drucktechnik oder besser noch durch echte und klassische Schwarzweiß-Fotografie vor Ort zu begegnen ist. Doch letzteres wird angesichts des Vormarsches der Pixelkameras wohl ein frommer und antiquierter Wunsch bleiben.

Wer sich für den dynamischen und abwechslungsreichen Hauptstrecken-Güterverkehr der Deutschen Bahn und für die Neubau-Elloks mit ihrer charakteristischen Kopfform (Baureihen 101, 145, 152) interessiert, erhält mit diesem Buch eine umfassende Chronik der noch jungen Lokbaureihe 152, deren DB-Cargo-Original bereits wieder historisch ist. Denn es ist zu befürchten, daß ein wild unentschlossenes »Corporate Idendity« der DB sowie neumodische ganzflächige Werbelackierungen auch aus dieser Baureihe zumindest optisch eine andere Lok machen werden.

Joachim Seyferth

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