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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Hülsmann, Lothar H.: Die Georgsmarienhütter Eisenbahnen (Dumjahn-Nr. 0015245)
Dumjahn-Nr. 0015245
ISBN-10: 3931647110

Peter J. Flaskamp:
»Fazit: Auch vermeintlich 'uninteressante' Industriebahnen mit relativ kurzen Strecken können interessant sein, wenn die örtlichen und sachlichen Zusammenhänge - auch über die Eisenbahntechnik hinaus - anschaulich erläutert werden. Empfehlenswert!«

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Kohle, Erz und Stahl


Hülsmann, Lothar H.: Die Georgsmarienhütter Eisenbahnen. Lokrundschau Verlag : Gülzow 2000. - Zur Bibliographie.

»Georgsmarienhütte - was oder wo ist das?« wird sich die Mehrzahl aller Leser fragen. Zugegeben: GM-Hütte (wie die Einheimischen sagen) ist nicht gerade das Las Vegas des Osnabrücker Landes, hier »steppt nicht der Bär«, wie man so sagt. Georgsmarienhütte - und die Region darum herum - sind vielmehr eine Art »niedersächsisches Ruhrgebiet«, ein industrielles Zentrum der Kohle- und Erzgewinnung bzw. -verhüttung gewesen. Während die GM-Hütte in ihren besten Zeiten circa 7000 Menschen Lohn und Brot gab, so sind dort heute etwa 1200 Menschen beschäftigt, die dank hoher Automatisierung im Jahr 1999 immerhin 600000 Tonnen Stahl erzeugten.

Sowohl das 1856 gegründete (und nach König Georg V. von Hannover und dessen Gattin benannte) Unternehmen Georgs-Marien-Bergwerks- und Hütten-Verein als auch deren Nachfolgeunternehmen Klöckner-Werke AG (ab 1923) bzw. Georgsmarienhütte GmbH (ab 1993) benötigten leistungsfähige Transportmittel, um der Hütte die Rohstoffe Kohle und Erz (bzw. seit 1994 ausschließlich Schrott) zuführen und die Stahlerzeugnisse versenden zu können. Nachdem 1858 der Bau einer Eisenbahn genehmigt wurde, verzögerte sich die Inbetriebnahme (zunächst für den Erztransport) aber noch bis 1866. Bis zu 400 Pferdegespanne waren derweil täglich im Einsatz. Erst 1869 wurde die von Georgsmarienhütte zu den Gruben führende Bahn an die Venlo-Hamburger-Eisenbahn angeschlossen, so daß nun auch Kohle per Bahn angeliefert werden konnte. Heute ist die GET Georgsmarienhütte Eisenbahn und Transport GmbH eine der ältesten deutschen Privatbahnen; mit einem Transportvolumen von 700 - 800000 Jahrestonnen liegt sie im Mittelfeld.

Im Laufe ihrer Geschichte betrieben die Hütte bzw. die mit ihr verflochtenen Unternehmen diverse Eisenbahnen in Spurweiten von 600 bis 1435 mm, die allesamt in dem Buch behandelt werden.

Nach einer angemessenen Einführung ins Thema und ausreichender Erläuterung der Rahmendedingungen folgen Kapitel über die Georgsmarienhütten-Eisenbahn (das heißt die »eigentliche« Werkbahn), den Erz-, Kohlen- und Kalksteinabbau im Gebiet der Hütte (Hüggel, Oesede und Hilterberg), das Stahlwerk Osnabrück, die Bahnen am Piesberg (Kohleabbau, Steinbruch, Kleinbahn, Museumsbahn), die Perm-Bahm, die Wallücke-Bahn sowie die Kohlenzeche Werne.

KEG 1111 (KHD 57.801/1965), seit 1998 Karsdorfer Eisenbahn-Gesellschaft; ex Georgsmarienhütter-Eisenbahn
KEG 1111 (KHD 57.801/1965), seit 1998 Karsdorfer Eisenbahn-Gesellschaft; ex Georgsmarienhütter-Eisenbahn (Nr. 1). Foto: Peter J. Flaskamp (15. Juli 2000).

Alle diese Unternehmungen, gleich ob Werkbahn in 1435 mm oder Kleinbahn in 600 mm-Spur, waren durch die gemeinsame Klammer »Hütte« miteinander verbunden, was sich unter anderem in zahlreichen Umstationierungen von Betriebsmitteln niederschlägt.

Eine übersichtliche Gliederung, interessante Fotos und zahlreiche Zeichnungen, aber auch Detailinformationen wie etwa zur Herkunft der Begriffe »Russen-« oder »Bananenwagen« oder zum Verein »Osnabrücker Dampflokfreunde e. V. « (die - nebenbei bemerkt - mit Ausnahme einer feuerlosen Lokomotive nur über Diesellokomotiven verfügen) machen dieses Buch lesenswert und liefern Modellbahnern Anregungen für Werk- und Industriebahnen.

Nachdem bereits 1985 ein Buch unter dem Titel »Die Eisenbahnen der Georgs-Marien-Hütte« von Lothar H. Hülsmann und Wilfried Scheidemann im Verlag Uhle und Kleimann erschien, welches quasi nur als »Bückware« erhältlich war und dessen Existenz selbst in der Region vielen Eisenbahnfreunden unbekannt ist, liegt nun gewissermaßen eine zweite, überarbeitete und aktualisierte Ausgabe vor, die zudem durch ihren Preis besticht. Da manches fortfiel, einiges hinzugekommen und die Qualität der Aufnahmen zumeist besser ist, wird auch der Besitzer der ersten Ausgabe einen Grund zum Neuerwerb finden bzw. diesen nicht bereuen.

Fazit: Auch vermeintlich »uninteressante« Industriebahnen mit relativ kurzen Strecken können interessant sein, wenn die örtlichen und sachlichen Zusammenhänge - auch über die Eisenbahntechnik hinaus - anschaulich erläutert werden. Empfehlenswert!

Peter J. Flaskamp

P.S. Korrekturen und Ergänzungen zu diesem Buch finden Sie auf der Homepage des Autors.

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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