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Caprez, Gion; Pfeiffer, Peter (Hrsg.): Die goldenen Jahre der Berninabahn (Dumjahn-Nr. 0013966)
Dumjahn-Nr. 0013966
ISBN-10: 3905111489

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Horst-Werner Dumjahn:
»
Allen, die daran mitgewirkt haben, diese historischen Fotos in den Archiven aufzuspüren, um sie dann so gekonnt in diesem schönen Buch zu präsentieren, ist zu danken: Merci.«

Der Autor
Gion Caprez, geboren 1954, ist im Hauptberuf Lokomotivführer bei der Rhätischen Bahn. Er spezialisiert sich auf Aspekte der Denkmalpflege und der Technikgeschichte der Bündner Bahnen.

Der Herausgeber
Peter Pfeiffer, geboren 1961, Verkehrsplaner, Eisenbahnpublizist und Fotograf, hat mehrere Schriften über das Schweizer Eisenbahnwesen verfaßt. Er ist als Route-Manager bei den SBB für das Angebot im Fernverkehr zuständig.

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Berninabahn: Goldene Jahre?


Caprez, Gion (Einleitung); Pfeiffer, Peter (Hrsg.): Die goldenen Jahre der Berninabahn. Gli anni d' oro della Ferrovia del Bernina. AS Verlag & Buchkonzept : Zürich 2000. - Zur Bibliographie.

Gion Caprez fragt in seiner lesenswerten Einleitung zu diesem herausragenden Bildband über die Berninabahn mit Recht: »Goldene Jahre der Berninabahn - gab es die je?« Er gibt auch gleich die Antwort: »Ein Blick auf ihre Geschichte zeigt die Berninabahn als eine Schwerarbeiterin, die immer wieder zu Leistungen gezwungen wurde, die niemand ihr zugetraut hätte, am wenigsten ihre Erbauer. Als Überlebenskünstlerin, die im Hochgebirge immer wieder neu ihr Existenzrecht erkämpfen mußte.«

Wer schreibt solche Sätze? Gion Caprez, geboren 1954, »ist im Hauptberuf Lokomotivführer bei der Rhätischen Bahn. Er spezialisiert sich auf Aspekte der Denkmalpflege und der Technikgeschichte der Bündner Bahnen«. Diese knappe Darstellung aus dem Klappentext sagt uns aber nicht alles, was man wissen sollte, um die Tatsache richtig einschätzen zu können, daß ein RhB-Lokführer eine immerhin zehnseitige Einleitung »mit Tiefgang«, zum historischen und sozialen Hintergrund, für ein Buch über die Berninabahn schreibt.

Wer das richtig einordnen will, der muß einen anderen Band aus dem AS-Verlag zur Hand nehmen: Donatsch, Peter (Hrsg.): Surselva. Landschaft am jungen Rhein (Bahn, Land und Leute). Zürich 2000. Das Porträt »Gion Caprez, Lokführer in Trin« auf Seite 94 ist lesenswert und verrät uns obendrein, wie Caprez, der »studierte Physiker«, Lokführer bei der Rhätischen Bahn geworden ist. Das ist aber immer noch nicht die vollständige Information: Im Kapitel über die RhB (»Die inszenierte Landschaft«) erwähnt Verkehrsexperte Peter Krebs auf Seite 95, daß Caprez »die Strecken der RhB inventarisiert«, sich »autodidaktisch zum kunsthistorischen Fachmann weitergebildet« hat und damit »einer von vielen RhB-Angestellten ist, die sich auch in der Freizeit mit ihrer Bahn befassen«. Bingo!

RhB, du hast es wahrlich besser! Und es macht einfach Spaß, nachzulesen, wie ein Lokführer seine Strecken sieht, Tag für Tag, und immer voller Stolz auf die Solidität der Bauten (Dämme, Brücken) und die geniale Streckenführung.

Womit wir wieder bei der Berninabahn sind. Zwei Bilder auf diesen Seiten machen deutlich, welch wunderbare Aufnahmen aus den »goldenen Jahren« in den Archiven zu finden waren. Die einfühlsame Gestaltung durch Heinz von Arx, die Lithografie von Ast & Jakob (Könitz) und schließlich der Druck durch die Engadin Press (Samedan) haben uns erneut ein Buch beschert, daß man gerne neben den Band aus dem letzten Jahr (Aus den Anfängen der RhB) ins Regal einordnen wird. Aber zunächst ist mal lesen und staunen angesagt! Drei große Kapitel sind es, die - selbstverständlich neben dem Geleitwort - den Band beherrschen:

- Sankt Moritz - Alp Grüm
- Winterbetrieb
- Alp Grüm - Poschiavo - Tirano

Jedem der drei Kapitel ist eine knappe Einleitung vorangestellt, die beiden Strecken-Kapitel enthalten überdies eine Tabelle, aus der sich ablesen läßt, wann welcher Streckenabschnitt eröffnet wurde, dazu die Streckenlänge und die max. Steigung. Anders ausgedrückt: Die Nordseite, der Winter und dann die Südseite, das ist eine vernünftige Gliederung. Und die Bilder belegen, daß die Gliederung ohne Mühe durchzuhalten war. Der Wechsel zwischen ganz- beziehungsweise doppelseitigen Bildern bot sich angesichts der Qualität des historischen Schwarzweißmaterials an, auf Seiten mit halbseitigen Fotos finden sich dann jeweils die informativen Bildlegenden aus der Feder von Herausgeber Peter Pfeiffer.

Das Foto vom Schutzumschlag (Archiv RhB, Chur)
Das Foto vom Schutzumschlag (Archiv RhB, Chur)

Zu diesem Bild (es ist das Umschlagfoto, im Buch auf Seite 98 zu finden) lautet die Bildlegende zum Beispiel: Berühmte Fotopunkte gibt es auch auf der Südseite des Berninapasses; einer davon ist die Stablini-Kurve mit dem Palü-Gletscher und dem Piz Cambrena im Hintergrund. Kurz nach der  Betriebseröffnung posiert hier der Triebwagen Nr. 12. Das Foto stammt übrigens aus dem Archiv der RhB, Chur.

Und was sollte man über die Berninabahn noch wissen? Lesen Sie einige wenige Zeilen, gewissermaßen als Crashkurs: Die Bahn entstand in den Jahren, als der erstarkende Alpentourismus vor allem noch ein exklusives Erlebnis der Reichen war. Als 1910 die Berninabahn von St. Moritz nach Tirano im Veltlin durchgehend in Betrieb genommen wurde, hatte der Tourismus bereits im Oberengadin Einzug gehalten. Die Hautevolee aus ganz Europa und sogar aus Übersee besuchte das Gebirgstal, das seit der Eröffnung der Albulabahn 1903 von Norden her leicht zu erreichen war. Die Bahnlinie über den Berninapaß hatte deshalb verschiedene Bedürfnisse zu erfüllen:

Sie sollte zum einen den Gästen aus Italien von Tirano her eine direkte Zufahrt ins Engadin ermöglichen, zum anderen den Engadin-Touristen die spektakuläre Hochgebirgswelt des Berninagebiets auf bequeme Weise erschließen. Und schließlich mußte sie für den Bau der Kraftwerke Brusio und die Aufstauung des Lago Bianco auf dem Berninapaß den Materialtransport übernehmen.

Bei der Wahl der Linienführung ließ man sich von touristischen Gesichtspunkten leiten; die Bahnfahrt bietet eine Abfolge großartiger Ausblicke auf den Morteratsch-Gletscher, die Bernina-Gruppe und den Palü-Gletscher sowie hinunter ins Puschlav. Das kennt man ja von eigenen Reisen, praktisch jedes Foto wird automatisch zur Postkarte. Die Bilder in diesem aufwendig gestalteten Bildband sind quasi der Beweis, auch wenn die meisten Fotos heute unwiederbringliche Zeitdokumente einer längst vergangenen Epoche sind.

Allen, die daran mitgewirkt haben, diese historischen Fotos in den Archiven aufzuspüren, um sie dann so gekonnt in diesem schönen Buch zu präsentieren, ist zu danken: Merci.

Horst-Werner Dumjahn

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