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Hiess, Peter; Lunzer, Christian: Mord-Express. Die größten Verbrechen in der Geschichte der Eisenbahn (Dumjahn-Nr. 0014985)
Dumjahn-Nr. 0014985
ISBN-10: 3216305503

Rainer Kolbe:
»Das Buch ist eine umfassende Darstellung ausgewählter Verbrechen, die zwischen 1860 und der unmittelbaren Gegenwart in Zügen, auf Bahnhöfen und an Strecken begangen, entdeckt und (meistens) aufgeklärt wurden.«

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Aus dem Abteil sickerte Blut ...


Hiess, Peter; Lunzer, Christian: Mord-Express. Die größten Verbrechen in der Geschichte der Eisenbahn. Franz Deuticke Verlagsgesellschaft : Wien 2000. - Zur Bibliographie.

Wer kennt ihn nicht, den »Mord im Orient-Express«? Agatha Christie hat ihn in ihrem Roman meisterlich geschildert. Doch die Wirklichkeit ist der Fiktion immer um einige Seiten voraus. Wer waren die ganz realen Mörder, Räuber und Erpresser? Franz Müller, der Pionier des Eisenbahnmordes. Monsieur X, der schüchterne Erpresser. Paul Ogorzow, der S-Bahn-Mörder. Die Dalton-Brüder, Zugräuber des Wilden Westens. Sylvester Matuska, der Eisenbahn-Lustmörder. Und natürlich die Gentlemen, die zur Kasse baten.

Das Buch ist eine umfassende Darstellung ausgewählter Verbrechen, die zwischen 1860 und der unmittelbaren Gegenwart in Zügen, auf Bahnhöfen und an Strecken begangen, entdeckt und (meistens) aufgeklärt wurden. Auf der Grundlage von Gerichtsakten, Zeitungsartikeln und Augenzeugenberichten ist ein ungewöhnliches und spannendes Sachbuch entstanden. Neben dem Mord im Zug aus Habgier oder Lust nehmen Attentate auf Züge breiten Raum ein. Der Leser findet manches über den Versand von Leichen (oder Leichenteilen) vermittels der Bahnpost, und ermordete Obdachlose, die per Zug durch die amerikanischen Weiten trampten, wie es Jack London beschrieben hat, finden eine letzte Würdigung. Lediglich Wirtschaftsverbrechen - zum Beispiel Spekulationen mit Eisenbahnaktien - und politisch motivierte Morde und Anschläge werden nicht behandelt, sie sind anderer Natur.

Die Lektüre hat ihren eigenen und makabren Reiz. Angesichts historischer Verbrechen überkommt den Leser ein wohliger Schauer - doch der Mord im Intercity von La Spezia nach Venedig war 1998 und bringt einem schnell die sehr realen und sehr unguten Gefühle in Erinnerung, als auf der letzten Urlaubsreise ein finsterer Fremder das Liegewagenabteil betrat.

Die Autoren haben es glücklicherweise vermieden, eine grauenerregende Schilderung an die nächste zu reihen. Eingeschobene Exkurse informieren auch den mit der Geschichte der Eisenbahn weniger vertrauten Leser beispielsweise über die Geschichte der Bahnhöfe oder die Spurensicherung nach Anschlägen.

Die Geschichte der Verbrechen in der Eisenbahn ist zugleich die Geschichte der Eisenbahn selbst. Es zeigt sich wieder einmal, daß es die gute alte Zeit der Eisenbahn nie gegeben hat. Und neben dem Blick auf die Epochen - Verbrechensgeschichte als Spiegelbild gesellschaftlicher Zustände - bekommt der Leser auch Einblicke in die Entwicklung von Sicherheitsvorkehrungen, denn jedes Verbrechen hat unmittelbare Auswirkungen auf den Betrieb der Bahn.

Mord und Totschlag waren nicht auf die großen Züge à la Orient-Express beschränkt: Wo heute die S-Bahn einer Millionenstadt fährt, wurde am 10. November 1906 der Zahnarzt Dr. Claußen auf der beschaulichen Fahrt von Altona ins noble Blankenese in seinem Coupe mit einem Beil bestialisch ermordet und seiner Goldmünzen beraubt. In Klein-Flottbeck wurde der Stationsvorsteher aufmerksam, denn aus dem Plüschabteil sickerte Blut ... Zurückbleiben, bitte!

Rainer Kolbe

Aus SCHIENE 20 (2001) Nr. 1, S. 57 - mit freundlicher Genehmigung des Joachim Seyferth Verlages.

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