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Kenning, Ludger: Schmalspurbahnen um Mügeln und Wilsdruff (Dumjahn-Nr. 0015315)
Dumjahn-Nr. 0015315
ISBN-10: 3933613299

Peter J. Flaskamp:
»Fazit: Ein ansprechendes Buch, welches immer wieder zum Blättern und Träumen einlädt.«

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Kenning, Ludger: Schmalspurbahnen um Mügeln und Wilsdruff (Nebenbahndokumentation, 69). Verlag Kenning : Nordhorn 2000. - Zur Bibliographie.

Wer hat das noch nicht gehört: Früher, da war alles besser ... Meist handelt es sich dabei nur um verklärte Erinnerungen und bei näherer Betrachtung entdeckt man dann auch die Schattenseiten. Für Eisenbahn-Fans, insbesondere solche der sächsischen Schmalspurbahnen, die den Betrieb unbelastet von ökonomischen oder physischen Aspekten (Dienstzeiten! Körperliche Arbeit!), sondern aus dem ganz besonderen Blickwinkel der »Kamera-Perpektive« erlebt haben, gibt es allerdings Ausnahmen.

Und lange vor dem Internet waren die Schmalspurbahnen um Mügeln und Wilsdruff »das Netz« für alle Kleinbahn-Begeisterten: Hier gab es Kleinbahn pur, waren IV K, VI K und VII K im Einsatz, gab es Personen- und Güterzüge (auch mit GmP beziehungsweise Rollwagenbetrieb), wurden Stadt und Land Tag und Nacht bedient, gab es Vorspann und, und, und ...

Zur Zeit seiner größten Ausdehnung umfaßten die beiden (zwar verbundenen, betrieblich aber getrennten) Netze über 200 km Streckenlänge. Sie erstreckten sich von Neichen (bei Leipzig) bis Meißen (bei Dresden), von Frauenstein (im Erzgebirge) bis Strehla (bei Riesa).

Zahlreiche Veröffentlichungen künden von dem großen Interesse, das diese Bahnen genießen beziehungsweise genossen haben. Um so erfreulicher ist es, daß nun erstmals ein Buch erschienen ist, welches die Netze um Mügeln und Wilsdruff nicht getrennt voneinander, sondern gemeinsam und ergänzend betrachtet.

Das Werk »Schmalspurbahnen um Mügeln und Wilsdruff« von Ludger Kenning ist eine Art zusammenfassende, erweiterte Neuauflage der beiden früher erschienenen Bände »Das Schmalspurnetz Mügeln« von Josef Högemann (2. Auflage Högemann/Kenning) beziehungsweise »Das Schmalspurnetz Wilsdruff« von Ludger Kenning.

Inhaltlich folgen die Kapitel den jeweiligen Streckenteilen, daß heißt, es werden die Linien Oschatz - Mügeln - Döbeln, Mügeln - Wermsdorf - Nerchau-Trebsen (Neichen), Nebitzschen - Kemmlitz - Kroptewitz, Oschatz - Strehla, Freital-Potschappel - Wilsdruff - Nossen, Wilsdruff - Meißen-Triebischtal / Garsebach - Lommatzsch/Mertitz Gabelstelle - Gärtitz sowie Oberdittmannsdorf - Klingenberg-Colmnitz - Frauenstein nacheinander »abgehandelt«. Meist sind diese Kapitel nach dem Schema »Entstehung«, »Aus der Betriebszeit«, »Strecke und Stationen« untergliedert und reichhaltig mit Fotos und Skizzen ausgestattet.

Darüber hinaus gibt es ein Kapitel zu den auf diesem Netz eingesetzten Lokomotiven und Wagen sowie ein Kapitel über die Döllnitzbahn Oschatz - Mügeln - Kemmlitz und deren Förderverein.

Weiterhin sind Kapitel eingearbeitet, die von der Döbelner Pferdestraßenbahn, dem Feldbahnbetrieb in Glossen, den Werk- und Grubenbahnen in Kemmlitz sowie der Meißener Straßenbahn handeln. Dies ist insbesondere deshalb sinnvoll, weil diese Bahnen zum Teil in engem Kontakt zu den behandelten staatlichen Schmalspurbahnen standen und in der Literatur sonst kaum Erwähnung finden.

Dieses Buch ist aber nicht nur inhaltlich recht umfassend, seine zahlreichen (und sehr akkuraten!) Zeichnungen wurden gegenüber der Vorauflage auch deutlich verbessert.

Als störend für den Leser erweisen sich jedoch folgende Punkte: Obgleich maßstäbliche Streckenpläne enthalten sind, die dem Verlauf der im jeweiligen Kapitel behandelten Strecke entsprechen, fehlt eine Gesamtübersicht (wie es sie zum Beispiel in Högemann/Kenning »Das Schmalspurnetz Mügeln« noch auf Seite 4 gegeben hat), die dem Leser hilft, die behandelten Teile schneller »in das große Ganze« einordnen zu können - nicht jeder Leser hat den Sachsenglobus im Kopf!

Inzwischen hat sich der Inhalt mehr als verdoppelt, vom Leser wird aber offensichtlich erwartet, daß er sich ohne Unterstützung orientieren kann. Abgesehen davon dient die zusätzliche Angabe größerer Städte der besseren Orientierung (Grimma oder Leipzig sind einfach »griffiger« als Neichen) und erlaubt es dem Leser, auch nicht realisierte Projekte genau zuzuordnen. Auch in den Büchern »Schmalspurbahn Freital-Hainsberg - Kipsdorf« (von Hans-Christoph Thiel) beziehungsweise »Schmalspurbahn Cranzahl - Oberwiesenthal« (von Andreas Petrak), die beide bei Kenning erschienen sind, hat es doch auch für solche nützlichen Zutaten gereicht! Und wenn man eine solche Übersicht dann nicht auf den Seiten 2 oder 4, sondern schon im Vorsatz positioniert, ist es für den Benutzer perfekt. Da verzichtet man als Leser dann sogar auf eine doppelseitige Abbildung an dieser Stelle!

Der zweite »Störfaktor« ist das teilweise recht eigenwillige Layout. Es stört den Lesefluß, wenn »Abschnittchen« von wenigen Zeilen mitunter zwischen Zeichnungen und Fotos gezwängt werden. Kürzungen (etwa hinsichtlich der Menüfolge bei der Eröffnungsfeier) wären hier sinnvoller und würden den benötigten Platz schaffen. Mitunter wäre es übersichtlicher, wenn der Text in einer und die Fotos in den anderen Spalten angeordnet wären (siehe die Seiten 60/61). Das hat man (auch bei Kenning) schon besser gemacht.

Insgesamt jedoch scheint dieses von Ludger Kenning (mit viel Unterstützung durch Reiner Scheffler) erarbeitete Buch mit Sachverstand und Liebe zum Detail gemacht worden zu sein. Allen Aspekten der Bahnen wurde Rechnung getragen. Alle Interessengruppen - seien es die Nostalgiker, die in alten Aufnahmen schwelgen wollen, seien es die Modellbahner, die Anregungen zum Nachbau suchen, seien es die Technik-Fans, die wissen wollen, wann welche Lok wo zum Einsatz kam - werden hier bedient.

Fazit: Ein ansprechendes Buch, welches immer wieder zum Blättern und Träumen einlädt.

Peter J Flaskamp

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