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Bossig, Klaus (Hrsg.): Regierungszüge der DDR. Die Fahrzeuge im Dienst der DDR-Administration: Triebwagen, Salonwagen, Technik, Einsätze (Dumjahn-Nr. 0015695)
Dumjahn-Nr. 0015695
ISBN-10: 3882556889

Peter J. Flaskamp:
»Ein interessantes Buch über ein Randgebiet des Eisenbahnwesens

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Bossig, Klaus (Hrsg.): Regierungszüge der DDR. Die Fahrzeuge im Dienst der DDR-Administration: Triebwagen, Salonwagen, Technik, Einsätze. EK-Verlag : Freiburg 2001. - Zur Bibliographie.

Das kürzlich im EK-Verlag erschienene Buch »Regierungszüge der DDR«, herausgegeben von Klaus Bossig, soll Fakten zu einem besonderen Teil unserer Geschichte vermitteln: den Regierungszügen der Deutschen Demokratischen Republik.

Die Geschichte der Salonwagen bzw. der Salonzüge ist etwa so alt wie die Eisenbahn selbst. Für die Direktorien der Bahngesellschaften sowie für Besuche ‘hoher und allerhöchster Herrschaften’ hielt man besonders gut ausgestattete Salonwagen vor, bei deren Ausstattung Geld zumeist keine Rolle spielte und die stets auf hohem technischen Niveau waren.

Da es sich dabei einerseits um Einzelstücke bzw. um Kleinserien handelte und andererseits auch eine gewisse Diskretion zu ihrem Betrieb gehörte, existieren relativ wenig Zeugnisse aus ihrer jeweiligen Einsatzzeit. Die DDR unterhielt - wie viele andere Staaten auch - Sonderfahrzeuge (genauer: Sonderdienstreisezugwagen) für die Regierung. Zunächst waren dies ehemalige Länderbahn-Salonwagen, unter anderem aus dem Zug des letzten deutschen Kaisers; dazu kamen Altbau-Wagen. Ab 1968 entstanden - zumeist in der laufenden Fertigung von Reisezugwagen - Neubau-Salonwagen. Neben einem Zug für die Regierung gab es zwei weitere Salonwagen-Züge: den Führungszug des Ministeriums für Nationale Verteidigung und den Führungszug des Ministeriums für Verkehrswesen.

In seinem Vorwort schreibt Klaus Bossig, daß er die Fragen »Was waren das für Fahrzeuge? Wie war ihre Ausstattung? (Wie) erfolgte der Einsatz der Züge? Welche Lokomotiven wurden vorrangig vor welchem Zug verwendet? In welcher Reihenfolge wurden die Wagen zusammengestellt? Welche Vorkehrungen wurden getroffen, bevor ein solcher Zug auf die Reise ging« beantworten will.

Um es vorweg zu nehmen: Das ist gelungen! In 17 Kapiteln wird das Thema von den Salonwagenzügen der Deutschen Reichsbahn und den Regierungsfahrzeugen der DDR über die Fahrt auf Breitspurgleisen oder den Raw-Aufenthalt bis hin zur Staatsfahrt und den Einsätzen des Regierungszuges oder einzelner Wagen bis zum Verbleib der Fahrzeuge nach der Wende erschöpfend behandelt.

Als besonderer Leckerbissen für Modellbauer sind Beschreibungen serienmäßiger Modellfahrzeuge sowie Anleitungen zum Nachbau hervorzuheben. Auch für Nicht-Modellbahner ist dies ein interessantes Kapitel, da Zeichnungen im Maßstab 
1 : 100 abgebildet sind - oftmals sogar im Vergleich vor und nach den Umbauten. Eine Aufstellung der in der DDR gebauten Salonwagen für ausländische Bahnen sowie eine Aufstellung von Vereinen, Museumsbahnen, Museen und touristischen Reisezielen, die in der einen oder anderen Weise mit diesen Fahrzeugen zu tun haben, runden das Buch ab.

Zahlreiche Abbildungen vom Inneren der Züge (zumeist Werkfotos) zeigen, wie gediegen die Ausstattung war. Dazu kommen einige wenige Abbildungen, die die Fahrzeuge im Regierungseinsatz zeigen (wo Fotos solcher Einzelgänger prinzipiell schwerer zu machen waren). Der Großteil der Außenansichten zeigt die Fahrzeuge entweder unter beengten Platzverhältnissen in Abstellgruppen bzw. oftmals schon beschädigt oder durch Graffiti bzw. Folienbeschriftung verschandelt nach ihrem Ausscheiden aus dem regulären Dienst.

Es ist ein gut lesbar geschriebenes Buch, welches auch für Nicht-Fachleute verständlich ist. Eingehend wird der Aufwand geschildert, der um diese Fahrzeuge getrieben wurde. 

Fazit: Ein interessantes Buch über ein ‘Randgebiet des Eisenbahnwesens’. Erfreulich, daß sich endlich einmal jemand dieser Thematik angenommen hat. Es ist zu wünschen, daß sich nun bald jemand der Geschichte der Salonwagen zwischen der Kaiserzeit (dokumentiert durch Alfred Gottwaldt und Paul Dost) und der Zeit der DDR (nun ausführlich dokumentiert von K. Bossig) bzw. der Fahrzeuge annimmt, die in der Bundesrepublik verkehrten und deren prominentester Vertreter heute im Bonner »Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland« steht.

Peter J. Flaskamp

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