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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Wägli, Hans G.: Schienennetz Schweiz (Dumjahn-Nr. 0009545)
Dumjahn-Nr. 0009545
ISBN-10: 3905111217
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Horst-Werner Dumjahn:
»
Für alle Freunde des Schienennetz Schweiz ist die Anschaffung des neuen »Wägli« ein unbedingtes Muß. Haben sollten es aber auch alle Verlage und Redaktionen in unserer »Szene«; wer weiß, vielleicht ergibt sich ja aus der ständigen Nutzung früher oder später die Idee, dem »Schienennetz Deutschland« ebenfalls einen »Wägli« zu bescheren. Dumjahn jedenfalls bestellt an dieser Stelle schon mal zwei Exemplare

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Der neue »Wägli« ist da


Wägli, Hans G.: Schienennetz Schweiz. Strecken, Brücken, Tunnels. Ein technisch-historischer Atlas. Hrsg. vom Generalsekretariat SBB. AS Verlag & Buchkonzept : Zürich 1998. - Zur Bibliographie.

»Im Schienennetz Schweiz liegen gewaltige Chancen.« Mit diesem programmatischen Satz beginnt Bundesrat Moritz Leuenberger sein mit »Freie Bahn« überschriebenes Geleitwort, um dann fortzufahren: »Unser Land kann auf ein im Kern intakt gebliebenes, leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem zählen. Die Bahnen sind in der Lage, im politischen Auftrag an der umweltgerechten Lösung der Verkehrsprobleme von morgen kräftig mitzuwirken, mit handfesten Leistungen und attraktiven Angeboten das Liebens- und Lebenswerte erhalten zu helfen.«

Keine Frage, der Herr Bundesrat, zuständig für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, hätte den zitierten Satz auch mit dem Wort lesenswert beenden können. Dem Schweizer AS-Verlag, dem wir schon den sagenhaften Band »Bahnsaga Schweiz« zu verdanken haben, ist wieder ein Buch gelungen, das man bald als unentbehrliches Nachschlagewerk schätzen lernen wird. Der neue »Wägli« ist die »zweite, nachgeführte und vollständig überarbeitete Auflage der unter Mitarbeit von Roland Probst bearbeiteten Erstausgabe von 1980«, wie es im Impressum heißt. (Schönen Dank für diese Ausführlichkeit, die man in manchem anderen Buch leider so nicht findet.)

Was macht nun aber den Wert dieses rundum gelungenen Buches aus? Beginnen wir mit einigen Stichworten zum »Handwerklichen«, die Macher im Verlag würdigt Hans G. Wägli auf Seite 6 verdientermaßen im Detail. Das Buch selbst: Solider Leinenband, Schutzumschlag, hervorragend gedruckt und gebunden, Das sind die äußeren Merkmale. Die von Kennern schon lange erwartete Neuauflage bringt das Werk nicht nur auf den neuesten Stand, nein, sie kommt auch übersichtlicher und insgesamt gediegener daher. Die Typographie, made in Switzerland, hilft dem Leser, sich gut zurechtzufinden. Die mit zwei abgestuften Blautönen unterlegten Tabellen sind »Spitze«, auf die üblichen schwarzen Linien zwischen den Spalten und Zeilen hat man verzichtet, stattdessen gibt es schmale weiße Zwischenräume. Wie gesagt, Typographie, made in Switzerland, übersichtlicher geht’s kaum noch. Die bei einem solchen Werk unvermeidlichen Anmerkungen und Fußnoten findet man, ebenso wie die Bildlegenden, in den ausreichend breit angelegten Marginalspalten.

Farbdoppelseiten trennen die einzelnen Kapitel voneinander. Schon der Aufbau des Inhaltsverzeichnisses spricht für das positive Verhältnis der Schweizer zu ihren Bahnen, schließlich handelt es sich ja um ein offizielles Werk, »herausgegeben vom Generalsekretariat SBB« und gemeint »als wichtige Ergänzung zur Schweizerischen Verkehrsstatistik« (Leuenberger, S. 5). Das Inhaltsverzeichnis zeigt zugleich, was der neue »Wägli« alles zu bieten hat:

Netzlänge. Superlative der Schweizer Bahnen. Betriebseröffnungen und Betriebseinstellungen aller Bahnstrecken oder -streckenabschnitte in der Schweiz; chronologisch geordnet nach dem Datum der Betriebseröffnung. Doppel-spurstrecken, chronologisch geordnet nach dem Datum der Betriebseröffnung als Doppelspur. Elektrifikation, chronologisch geordnet nach dem Datum der Betriebseröffnung nach der Elektrifizierung. Standseilbahnen, chronologisch geordnet nach dem Datum der Betriebseröffnung, mit Angabe von Bau- und Betriebslänge, Höhendifferenz, Höhe der Bahnstation, minimaler und maximaler Neigung, Spurweite, Gleissystem, Antriebsart, Länge vorhandener Tunnels und wichtiger Brücken. Trambahnnetze grösserer Städte: Übersicht über die Betriebsdauer, Traktionsart, Netzlänge in verschiedenen Jahren, Anteil Doppelspur, größte Netzlänge, maximale Neigung. Verkehr zwischen Netzen unterschiedlicher Spurweiten: Auflistung der Strecken, auf denen der Verkehr von Fahrzeugen unterschiedlicher Spurweite möglich ist; Angaben zu den Eröffnungsdaten, zum Transportsystem und zu den Verladestationen. Initialen und Namen der Bahnen, und zwar aller Bahngesellschaften, die in der Schweiz existiert haben und existieren, mit Angabe der Vorgänger- und Nachfolgegesellschaften sowie dem Gründungdatum und ggf. der Aufhebung oder Umbenennung. Brücken: Auflistung der rund 500 größten Brücken des Schweizer Schienennetzes in der Reihenfolge ihrer Längen mit Angabe der Eröffnungsdaten, Anzahl der Öffnungen, Weite der Hauptöffnung und Bauart. Tunnels: Auflistung aller Tunnels des Schweizer Schienennetzes ab 7 Meter Länge, mit Angabe des Eröffnungsdatums. Aufgehobene Tunnels sind zusätzlich, in einer separaten Tabelle aufgeführt. Profile. Streckenprofile aller bestehenden Bahnstrecken in der Schweiz; Darstellung des Höhenprofils und des Gleisbildes mit allen Stationen, Dienststationen und Blockstellen. Karten. Mehrfarbige Übersichtskarten zu den einzelnen Themen: Betriebseröffnungen, Doppelspurstrecken, Elektrifizierung, Standseilbahnen, Schienennetz für Normalspurfahrzeuge.

Superlative? Das klingt nicht gerade »amtlich«, eher schon nach Guinness-Buch, oder? Und weil in der Schweiz bekanntlich manches anders ist, findet man hier, bei den Superlativen, nicht nur den höchsten Punkt im Schienennetz Schweiz, sondern auch den tiefsten, das ist Riazzino-Cugnasco (201,6 m ü. M.) an der KBS 630. Auch vermerkt sind: Größte Neigungen. Topographische Extrempunkte. Erste Bahnen ihrer Gattung. Älteste noch im Betrieb stehende Eisenbahnbrücken. Älteste Eisenbahntunnels. Größte Stützweiten. Höchste Eisenbahnbrücken. Längste Eisenbahntunnels. Es fällt angenehm auf, daß selbst so unterschiedliche Informationen in einer Tabelle unterzubringen waren. Simple Kürzel machen’s möglich: Ein Buchstabe reicht, um zwischen Normalspur, Schmalspur, Zahnradbahn oder Trambahn zu unterscheiden. Genial ist die Idee, durch nachgestellte einfache Striche bzw. Doppelstriche über die Einspurigkeit bzw. über die vorhandene Doppelspur zu informieren. (Dieser Hinweis ist hier nur als Beispiel gemeint.)

Für das Stichwort längster Eisenbahntunnel steht übrigens das Bild auf S. 182, es zeigt die gewaltige Bohrmaschine für den Vollausbruch beim Bau des über 19 km langen Vereinatunnels im Zuge der neuen Bahnverbindung zwischen dem Prättigau und dem Engadin. Die Eröffnung des längsten Schmalspurtunnels der Welt (»Hatten wir das nicht schon mal, damals, 1982, an der Furka?«) ist für den Herbst 1999 vorgesehen. Im Buch ist die Bohrmaschine auf einer farbigen Doppelseite zu »bewundern«.

Es liegt auf der Hand, daß der »Wägli« von 1980 jetzt nicht mehr als aktuelles Nachschlagewerk herangezogen werden kann. In der Zwischenzeit ist die Entwicklung des Schweizer Bahnnetzes ja nicht stehengeblieben - man denke nur an die Neubauten für die Zürcher S-Bahn oder für das Projekt »Bahn 2000«. Das Bild auf Seite 185 ist im Buch ebenfalls eine farbige Doppelseite. Die Aufnahme dieser »eindrücklichen Parallelfahrt Rupperswil - Aarau« zur offiziellen Inbetriebnahme der Bahn-2000-Ausbauten im Raum Aarau - Turgi entstand am 23. Mai 1997.

Neu ist auch der Bildteil des Buches. Zwar wurde das Konzept, jeweils die geraden (linken) Seiten für Abbildungen zu reservieren, beibehalten. Die mehr als 200 Fotos wurden jedoch neu zusammengestellt; nur rund ein Drittel der Aufnahmen sind aus der alten Ausgabe übernommen worden. Ein neues Gesicht haben auch die schematischen Übersichtskarten am Schluß des Buches erhalten.

Die Karten kann man so ausklappen, daß sie beim Studium der Tabellen jederzeit offen zu betrachten sind. Das ist sehr praktisch. Im übrigen beruhen die Karten nunmehr auf der Grundlage der Karte zum offiziellen Schweizer Kursbuch; auch die Numerierung richtet sich nach dieser Vorlage. Damit findet man sich im Schienennetz Schweiz auch dann gut zurecht, wenn man mit der Geographie des Landes weniger vertraut ist.

An dieser Stelle noch ein kleiner Tipp: Wer gewohnt ist, sich über ein Ortsregister in ein solches Nachschlagewerk »reinzulesen«, der sollte sich ein aktuelles SBB-Kursbuch zur Seite legen, die Zahlenangaben im »Wägli« kommen mit dem »Stand 1.1.1997« (S. 13) daher. Und der AS-Verlag sollte überlegen, ob man dem »Wägli« für die 3. Auflage nicht doch noch ein Register spendieren kann? Die Auswahlbibliographie (S. 206/207) nennt den »Röll« gleich zweimal, man merkt’s nicht gleich; er steht einmal unter »R« wie »Röll« (für die 1. Aufl. 1890-1895) und einmal unter »V« wie »von Röll« (für die 2. Aufl. 1912-1923). Das ist ein wenig irritierend - und eigentlich auch gar nicht nötig, weil ja typischerweise als Quellenangabe und zum Zitieren nur die jeweils letzte Auflage herangezogen wird. Dies - und die zu kleine Beschriftung der Streckenprofile (ab S. 169) - sind meine einzigen Kritikpunkte und zugleich meine »Verbesserungsvorschläge«.

Festzuhalten bleibt: Dem Motto der ersten Auflage, »möglichst wenig, dafür aber vollständig« folgt auch die zweite Auflage. Das bedeutet, daß alle Informationen schnörkellos und in größtmöglicher Verdichtung wiedergegeben werden. So erfährt man etwa in einer einzigen Zeile, daß der Grandfey-Viadukt (S. 117) auf der SBB-Strecke zwischen Fribourg und Bern 352 m lang ist, in 9 Bogen mit maximal 42,3 m Spannweite gegliedert, 1926 durch Umbau einer früheren Brücke entstanden und massiv aus Beton gebaut worden ist. Zusätzlich wird noch auf das Streckenprofil Nr. 250 verwiesen, in welchem die Brücke nochmals im Streckenzusammenhang zu sehen ist. Das funktioniert beim Nachschlagen gut.

Für alle Freunde des Schienennetz Schweiz ist die Anschaffung des neuen »Wägli« ein unbedingtes Muß. Haben sollten es aber auch alle Verlage und Redaktionen in unserer »Szene«; wer weiß, vielleicht ergibt sich ja aus der ständigen Nutzung früher oder später die Idee, dem »Schienennetz Deutschland« ebenfalls einen »Wägli« zu bescheren. Dumjahn jedenfalls bestellt an dieser Stelle schon mal zwei Exemplare.

Horst-Werner Dumjahn

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