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Ebel, Jürgen-Ulrich; Högemann, Josef u.a.: Schienenbusse aus Uerdingen. Band 1: Technik und Geschichte bei DB, Privatbahnen und im Ausland. EK-Verlag : Freiburg 2001 (Dumjahn-Nr. 0015692)
Dumjahn-Nr. 0015692
ISBN-10:
3882552212

Joachim Seyferth:
»
Der erste Teil dieses empfehlenswerten Kompendiums stellt wohl in der Tat die ultimative Chronik über die beliebteste Bauvariante des Schienenbusses dar und schließt für faktenhungrige Eisenbahnfreunde (fast) alle Wissenslücken.«

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Die ultimative Chronik

Ebel, Jürgen-Ulrich; Högemann, Josef u.a.: Schienenbusse aus Uerdingen. Band 1: Technik und Geschichte bei DB, Privatbahnen und im Ausland. EK-Verlag : Freiburg 2001. - Zur Bibliographie.

Für einen Leichttriebwagen kommt dieses Buch ganz schön gewichtig daher: fast zwei Kilogramm wiegt der 320 Seiten starke Wälzer über die »Schienenomnibusse aus Uerdingen« – und dies ist nur der erste Teil, sprich Band 1. Aus der voluminösen Erscheinung der später insgesamt zwei Bände spricht augenscheinlich der Ehrgeiz der drei Autoren Jürgen-Ulrich Ebel, Josef Högemann und Dr. Rolf Löttgers sowie des EK-Verlages, die ultimative Chronik über den zunehmend beliebter werdenden »Nebenbahnretter« vorzulegen. 

Denn über das frühe Rationalisierungsprodukt der Deutschen Bundesbahn gibt es bereits Publikationen unterschiedlichster Art, ja selbst via heimischer Stereoanlage kann man ausnahmsweise nicht nur Dampfloks, sondern eben diesen roten Zweiachser im Raumklang knattern hören.

Ein dicker (erster) Band mit über 300 Seiten – und doch beschäftigt er sich überwiegend »nur« mit der Schienenbus-Kreation der Krefelder Waggonfabrik Uerdingen, die bei der Deutschen Bundesbahn mindestens doppelt so lange fuhr wie vorgesehen und die auch bei vielen Privatbahnen sowie ausländischen Bahnverwaltungen zum sparsamen Erfolgsmodell wurde. Leichttriebwagen der Konkurrenz (z. B. MAN) oder der rundlichere Schienenbus der Deutschen Reichsbahn dienen in diesem Band nur der (kurzen) Gegenüberstellung.

Laut Untertitel geht es beim Uerdinger Schienenbus in diesem ersten Band um »Technik und Geschichte bei DB, Privatbahnen und im Ausland«, der zweite Band wird sich der »Einsatzgeschichte der Baureihen VT 95, VT 97 und VT 98« widmen.

So wird klar, daß es sich bei diesem Band nicht um einen erneuten Bildband oder einen populär-knappen Abriß der Schienenbus-Geschichte handelt, sondern um eine fundierte und faktenreiche Dokumentation, die eine mehrjährige und mühsame Recherche erahnen läßt und in anderen Disziplinen vielleicht gar den Status einer Doktorarbeit erreichen würde. Drei kompetente Autoren garantieren weitgehende Objektivität, subjektive Alleingänge und von einem Einzelnen nicht bemerkte Fehler dürften in dieser Veröffentlichung nahezu eliminiert sein. 

Sollte sich dennoch die eine oder andere Unstimmigkeit finden (bei dieser Datenfülle schon allein aus statistischen Gründen wahrscheinlich), so ist das nicht immer den Autoren anzulasten: selbst die Unterlagen und Akten der Eisenbahnunternehmen und Firmen, die für die Recherche herangezogen wurden, sind nicht immer fehlerfrei – und wenn es nur ein einfacher »Zahlendreher« ist, der für alle Zeiten und die nachfolgenden Eisenbahnhistoriker unentdeckt bleibt.

Das dichtgedrängte Inhaltsverzeichnis kommt dem wissensdurstigen Schienenbus-Fan in erschöpfender Weise entgegen, es reicht von der Geschichte der ersten auf Schienen gesetzten Straßenfahrzeuge über die Technik der Zahnradschienenbusse bis zum Verbleib der »Uerdinger« bei Museums- und Touristikbahnen. Auf den folgenden rund 300 Seiten kann man schlichtweg alles über den ein- oder zweimotorigen Brummer erfahren, eine gründliche Lektüre des gesamten Werkes erfordert mindestens eine (arbeitsfreie) Woche. 

Danach weiß man beispielsweise, daß die DB am 21. Juni 1963 den in Husum stationierten Prototypen VT 95 906 nach 1.236.000 Laufkilometern ausmusterte und ihn vom 20. Januar bis zum 25. Februar 1964 im AW Kassel zum Indusi-Prüfwagen Wuppertal 6205 umbaute. Oder daß die Steiermärkischen Landesbahnen 1982 vier gebrauchte Schienenbusse der Baureihe 798 mit Steuerwagen von der DB erwarben. Hat man ein besonders gutes Gedächtnis, erinnert man sich vielleicht noch daran, vom DB-Umbau einiger Chiemgaubahn-Schienenbusse auf Einmann-Betrieb gelesen zu haben: »Neben der Toilette entfiel die erste Dreiersitzbank, um dort bei Bedarf Gepäck oder Kinderwagen usw. abstellen zu können. Der Geländerholm zur davorliegenden Tür wurde entsprechend verkürzt und mit einer Verkleidung versehen.« Noch Fragen?

Das visuelle Gegenstück zum faktengespickten Textteil sind die rund 400 (!) Farb- und Schwarzweißfotos; hinzu kommen rund 150 Zeichnungen sowie 16 Faksimiles. Letztere zeigen vor allem historische Werbemotive der Waggonfabrik Uerdingen, jedoch ausschließlich im Kleinformat, wo doch die eine oder andere optisch prägnante Anzeige auf einer ganzen Seite »druckvoll« zur Geltung gekommen wäre. Die Fotos reihen sich nahtlos in den Dokumentarcharakter des Buches ein und veranschaulichen das geschriebene Wort, fotografische Glanzleistungen sind kaum vertreten und gehören auch nicht in dieses technikorientierte Werk. Dagegen reicht die Palette der Schwarzweißaufnahmen von Fabrikfotos, Prototypen, technischen Details und verwandten Bahndienst- und Nebenfahrzeugen bis zu den unterschiedlichen Blickwinkeln und Einsatzorten der obligatorischen VT 95 bzw. VT 98 bei DB und anderen Bahnen. 

Die Farbbildseiten sind verteilt übers Buch in drei Blöcke aufgeteilt und werden natürlich vom dominierenden Rot des Schienenbusses in überwiegend ländlicher Kulisse geprägt.

Die zahlreichen technischen Zeichnungen schließlich werden unter anderem so manchen Modellbahner veranlassen, sein betagtes Schienenbus-Modell von den Schienen zu heben und neu zu vermessen.

Wäre vor zwanzig Jahren die Herausgabe dieses sowie des zweiten Folgebandes (angekündigt für Sommer 2002) noch ein leichtsinniges verlegerisches Risiko gewesen, so dürfte der Absatz von Büchern mit dieser Thematik dank der rasch angewachsenen Fangemeinde des »Ferkeltaxis« inzwischen zufriedenstellende Werte erreichen. Der erste Teil dieses empfehlenswerten Kompendiums stellt wohl in der Tat die ultimative Chronik über die beliebteste Bauvariante des Schienenbusses dar und schließt für faktenhungrige Eisenbahnfreunde (fast) alle Wissenslücken. 

Ästheten und Fotofreunde kommen zwar mehr bei anderen Schienenbus(bild)bänden auf ihre Kosten, doch auch in diesem Werk hat neben der Technik ein wenig Schienenbus-Atmosphäre Platz: Das Fahren im Schienenbus war etwas Besonderes, sowohl für Eisenbahner als auch für Fahrgäste, übrigens im Positiven wie im Negativen! Zum Beispiel kam man bei der sommerlichen Triebwagenfahrt arg ins Schwitzen – genauso wie die Buchhändler, die jetzt diese fast zwei Kilo schwere Fahrzeuggeschichte in die Regale hieven. Doch letztlich haben sich alle Anstrengungen gelohnt: Autoren, Verlag und vor allem die Leser können zufrieden sein!

Joachim Seyferth

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