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Eisenbahn-Dumjahn online

 


Dumjahn-Nr. 0016272
ISBN-10: 392858913X

Alfred Gottwaldt:
»
Sämtliche von Dannenberg erwähnten Personennamen und die Daten der von ihm gesehenen Bauwerke sind entschlüsselt. Tabellen der durchfahrenen Strecken wie ein zeitgenössischer Plan der Reiseroute fehlen nicht. Das Buch vermittelt beim Lesen einen Genuß, wie ihn nur wenige 'Eisenbahnbücher' zu liefern vermögen.«

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Dumjahn's Bahn-Rezensionen online:
»Weiche« Gefühle von 1851


Dannenberg, Carl Ludwig »Louis«: Unsere Reise von Berlin nach London zur Industrie-Weltausstellung 1851. - 2000. 78 S. mit 2 Abb. - 19,5 x 16,5 cm. Kt. (Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin : ISBN 3-928589-13-X) EUR 14,- inkl. MwSt.
Aus der Handschrift des Verfassers gesetzt, mit einem Nachwort und einem kommentierten Register versehen von Karl-Robert Schütze.
Zu beziehen direkt vom Verlag: bestellung@k-r-s.de

Unsere Leser wissen, daß die Eisenbahn nützlich zur Beförderung von Personen und Gütern war und ist. Wie diese Aufgabe in der Vergangenheit gelöst wurde, kann mit Hilfe von Kursbüchern und statistischen Jahrbüchern dargestellt werden. Erfreulicherweise sind mitunter jedoch die Notizen einzelner Fahrgäste in Form von Reiseberichten festgehalten worden. Neben einem Blick auf die »harten« Transportleistungen sind darin manchmal auch die »weichen« Gefühle und Beobachtungen der Reisenden über ihren Transport auf der Eisenbahn beschrieben.

Ein solches, seltenes Werk gilt es hier anzuzeigen, nämlich den Abdruck eines ursprünglich bereits im Sommer 1851 für den engeren Familienkreis verfaßten charmanten Reiseberichts des gerade 21 Jahre alten »Louis« Dannenberg, der kurz zuvor von Berlin nach London und zurück gefahren war. Der wohlhabende Handwerkersohn durfte damals die einzige »Grand Tour« seines Lebens unternehmen, und er reiste nicht mehr nach Italien: Die britische Hauptstadt bildete zu jener Zeit in Europa das Zentrum einer frühen Epoche der Industrialisierung, das sich mit der Weltausstellung (die »Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations«) in dem legendären Kristallpalast am Hyde-Park prunkvoll in Szene gesetzt hatte. Mehr als sechs Millionen Menschen haben diese Schau besucht. Also machten sich drei junge Männer aus Berlin gemeinsam auf den Weg, diese Sehenswürdigkeiten selbst in Augenschein zu nehmen.

Der frei geplante Fahrweg brachte den Verfasser des Reisetagebuchs dazu, nicht nur die eben eingerichteten Eisenbahnen zu benutzen. Er wollte von Berlin über Frankfurt am Main und Köln nach London fahren, zurück sogar über Stuttgart und München nach Berlin kommen. Auf einzelnen Abschnitten seines Weges - etwa von Gießen nach Langgöns und von Ulm nach Augsburg - mußte er zwangsläufig noch die von ihm bereits als unbequem empfundenen Postkutschen nehmen, die er ausdrucksvoll beschreibt. Auch die Baustelle des Göltzschtalviadukts mußte - wenige Wochen vor dessen Eröffnung - noch auf grundlosen Wegen umfahren werden.

Der junge Dannenberg hatte ein offenes Auge, das ihn die Unterschiede zwischen den einzelnen deutschen Bahnen deutlich erkennen ließ, wenn in den größeren Städten umgestiegen werden mußte.

Ebenso tief beeindrucken seine optimistischen Bemerkungen, wenn er für die Fahrt zwischen :Frankfurt und Wiesbaden einen offenen Waggon 4. Klasse gewählt hatte, weil dieser ein herrliches »Plaisir« beim Blick auf die Taunuslandschaft bot. Beeindruckt war er von der Geschwindigkeit der englischen Bahnen zwischen Dover und London. Auf einzelnen Abschnitten entlang der Flüsse Rhein und Neckar hat Louis Dannenberg gern die Dampfschiffe in Anspruch genommen; auch dies damals durchaus moderne Verkehrsmittel. Beschreibungen der unterwegs genossenen Mahlzeiten und Weine kommen in diesem sinnenfrohen Bericht ebenfalls nicht zu kurz.

Das Original des Reiseberichts lag nur in einer privat vervielfältigten Handschrift vor. Die besprochene Schrift ist von ihrem Herausgeber und Verlege für den Druck gesetzt und ausgesprochen sorgfältig kommentiert worden, womit der Leser von heute vielfache Hilfe erhält. Sämtliche von Dannenberg erwähnten Personennamen und die Daten der von ihm gesehenen Bauwerke sind entschlüsselt. Tabellen der durchfahrenen Strecken wie ein zeitgenössischer Plan der Reiseroute fehlen nicht. Das Buch vermittelt beim Lesen einen Genuß, wie ihn nur wenige »Eisenbahnbücher« zu liefern vermögen.

Alfred Gottwaldt

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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