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Große, Peter; Troche, Horst: Die Einheitskleinlokomotiven. Leistungsgruppen I und II (Dumjahn-Nr. 0014012)
Dumjahn-Nr. 0014012
ISBN-10: 3882552174

Peter J. Flaskamp:
»Hier wurde einer ebenso verbreiteten wie unbeachteten Lok-Gattung ein würdiges Denkmal gesetzt.«

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Klein, aber oho!

Große, Peter; Troche, Horst: Die Einheitskleinlokomotiven. Leistungsgruppen I und II. EK-Verlag : Freiburg 2002. - Zur Bibliographie.

»Kleinlokomotiven sind Regelspurlokomotiven aller Antriebsarten (Verbrennungsmotor, Elektromotor, Dampfantrieb) unter 150 PS Motorleistung. Sie werden seit 1930 zentral beschafft und sind für den Dienst auf Bahnhöfen und der freien Strecke bestimmt.« (Merkbuch für die Fahrzeuge der Reichsbahn, V. Kleinlokomotiven, Ausgabe 1934). Durch Verfügung der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn vom 8. Juni 1956 wurden die Fahrzeuge in Leistungsgruppen (Lg) eingeteilt, nämlich Lg I (Motorleistung bis 50 PS), Lg II (Motorleistung von 51 bis 150 PS) und Lg III (Motorleistung über 150 PS).

»Während in der Lg I für die DRB nur 196 Einheitskleinlokomotiven in drei verschiedenen Ausführungen gebaut wurden, ist die Einheitskleinlokomotive der Lg II die meist gebaute deutsche Motorlokomotive geworden. Den Gattungsbuchstaben K der Reichsbahnbezeichnung hatten insgesamt 1.983 dieser Lokomotiven erhalten (...) Es sind nachgewiesen insgesamt über 2.350 Einheitskleinlokomotiven der Lg II gebaut worden. Diese Lokomotivbauart gehört damit zu den meist gebauten deutschen Lokomotiven überhaupt. In der Reichsbahn- und Bundesbahnzeit, also nach 1920, sind für die deutschen Bahnen nur die Dampflokomotiven der Baureihen 50 und 52 in größerer Stückzahl beschafft worden. Selbst die 216-Familie (DB-Baureihen 215-219) erreichte nicht die Stückzahl der Einheitskleinlokomotiven Lg II. Diese ist ansonsten nur noch von wenigen preußischen Lokomotivgattungen übertroffen worden: P 8, G 3/G 4.1/G 4.2, G 7.1/G 7.2 und G 8/ G 8.1. Und noch etwas Besonderes ist festzustellen: Die Einheitskleinlokomotiven Lg II hatten mit 34 Jahren den längsten Bauzeitraum aller deutschen Triebfahrzeuggattungen!

Immerhin 66 Jahre waren diese Kleinlokomotiven bei der Deutschen Reichsbahn(-Gesellschaft), der Deutschen Bundesbahn, der Deutschen Reichsbahn in der DDR und der Deutschen Bahn AG eingesetzt« (Zitat S. 11).

Nachdem in den vergangenen Jahren bereits einige Literatur zu diesem Thema erschienen ist (u. a. von Christopher »Deutsche Kleinlokomotiven« und von Loyal/Große/Glaubitz »Kleinlokomotiven der Leistungsgruppen I-III«), überraschte die EK-Ankündigung zu diesem Thema zunächst. Da jedoch diese Fahrzeuge zumindest bei der DB (AG) vollständig aus dem Bestand ausgeschieden sind und damit ein abschließender Bericht möglich wird, haben die Autoren sich das Ziel gesetzt, die Entwicklung, die Technik und den Einsatz der Einheitskleinlokomotiven zu behandeln. Um es vorweg zu nehmen: Dieses Ziel wurde erreicht.

Klar gegliedert in Einführung, die Bezeichnung der Kleinlokomotiven, der Weg zur Einheitskleinlokomotive, die Einheitskleinlokomotive Lg I, die Einheitskleinlokomotive Lg II, Sonderbauarten von Kleinlokomotiven der Lg II, Einrichtungen für die Verwendung heimischer Treibstoffe, die Motorkleinlokomotiven der Lg I und II bei der DB, die Akkumulatorkleinlokomotiven der DB, die Kleinlokomotiven bei der DR in der DDR, von Dritten übernommene regelspurige Kleinlokomotiven, der Betrieb mit Kleinlokomotiven, Unterhaltung und Erhaltung der Kleinlok, Entwicklung des Kleinlokbestandes, Einsätze bei der Reichsbahn und der Ostbahn bis 1945, Kleinlok im Dienste der Streitkräfte, Einsätze bei den Bundesbahndirektionen, Einsätze bei den Reichsbahndirektionen in der DDR, Weiterverwendung ausgemusterter Kleinlokomotiven, Kleinlokeinsätze im Ausland, Einheitskleinlokomotiven für die Industrie und die Wehrmacht, Schmalspurklokomotiven (alle Kapitel zumeist vielfach unterteilt) sowie zwölf Anhänge (Lieferung und Verbleib der Kleinlokomotiven Lg I, Lieferung und Verbleib der Kleinlokomotiven Lg II, Lieferung und Verbleib der DB/DR-Neubau-Kleinlokomotiven Lg II, von Dritten übernommene regelspurige Kleinlokomotiven Lg I und II bei DRB, DB und DR, als Schleppzeuge und Geräte wiederverwendete Kleinlok, Kleinlokomotiven, die an die Wehrmacht abgegeben wurden, Verzeichnis der Kleinlokomotiven mit EDV-Nummern (Gegenüberstellung von neuen und alten Betriebsnummern), Kleinloks bei Privatbahnen, Kleinloks bei Werk- und Hafenbahnen, Kleinloks bei Museen, Museumsbahnen, Eisenbahnvereinen, als Denkmäler und auf Spielplätzen, Einheitskleinlokomotiven für Industrie und Wehrmacht sowie Übersicht der schmalspurigen Kleinlokomotiven) werden hier in einer enormen Fleißarbeit alle Aspekte der komplexen Geschichte dieser Lokomotiven beleuchtet.

Insbesondere die Anhänge sind sehr hilfreich, da sie ein Auffinden einzelner Loks unter verschiedenen Gesichtspunkten ermöglichen. Was zudem begeistert: diverse Stichproben zwischen den einzelnen Kapiteln und den Anhängen untereinander ergaben keine Diskrepanzen – was bei einer solchen Datenvielfalt - insbesondere im Vergleich zu anderen Publikationen - nicht selbstverständlich ist!

Hier wurde nicht nur das selbstgesteckte Ziel erreicht, es geschah auch - anders als es die Litanei der aufgezählten Überschriften vermuten läßt - in einer gut lesbaren, verständlichen Form. Für jeden Leser, der sich für diese Loks allgemein oder über die Geschichte einer bestimmten Lok detailliert interessiert, ist dieses Buch eine Fundgrube an Information. Auch als Bildband »nur zum Blättern« ist es ob seiner vielen Abbildungen geeignet. Hier wurde einer ebenso verbreiteten wie unbeachteten Lok-Gattung ein würdiges Denkmal gesetzt.

In diesem Werk nahm man sich des Themas in einer bisher nicht gekannten Tiefe an, die bei weitem über das hinausgeht, was frühere Publikationen zu diesem Thema - sei es aus Platzmangel, sei es aus Gründen einer anderen Zielsetzung - zu berichten vermochten. Fazit: Nicht nur für diejenigen, die ihren Weihnachts-Bücher-Gutschein einlösen wollen, ist dieses Buch unbedingt empfehlenswert.

Peter J. Flaskamp

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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Das Fluidum der »Rasselbande«

Die Lokomotiven werden immer kleiner, die Bücher immer größer: Der neue Baureihenband des Eisenbahn-Kurier über die Kleinlokomotiven wiegt über zwei Kilogramm und ist im vergleichsweise großen DIN A 4-Format 560 Seiten stark. So manifestiert sich schon rein äußerlich der (unausgesprochene) Anspruch der beiden Autoren Peter Große und Horst Troche, die ultimative Chronik über diese »handlichen« Lokomotiven vorgelegt zu haben. Kann dies bestätigt werden?

Die Deutsche Reichsbahn war in den dreißiger Jahren bestrebt, den Güterverkehr zu beschleunigen. Dazu beschaffte sie kleine Motorloks, Kleinlokomotiven genannt, für den leichten und mittelschweren Rangierdienst auf den Bahnhöfen sowie in Bahnbetriebs- und sonstigen Werken. Nach mehreren Versuchsbauarten, die die Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge bewiesen, wurden ab 1933 Einheitskleinloks in zwei Leistungsgruppen (I bis 40 PS und II über 40 bis etwa 105 PS) gebaut, außerdem auch Sonderbauarten mit elektrischer Kraftübertragung und Akku-Betrieb.

Bis 1945 wurden über 1500 Fahrzeuge beschafft. Die guten Erfahrungen veranlaßten die Deutsche Bundesbahn, bis 1965 nochmals über 700 Stück mit einigen technischen Verbesserungen zu beschaffen. Auch die Deutsche Reichsbahn in der DDR baute einige dieser Lokomotiven nach.

560 Seiten Kleinlok-Buch haben ein dreiseitiges Inhaltsverzeichnis zur Folge; 24 Kapitel versprechen alle Informationen über die kleinsten Regeltriebfahrzeuge der deutschen Staatsbahnen: Entwicklung, Technik, Sonderbauarten, Betrieb, Stationierungen, Verbleib und so weiter. Die Fülle der Daten und teilweise bisher unveröffentlichte Einzelheiten erfordern lange und konzentrierte Lesestunden. 

Und dennoch mußten die Autoren wegen der komplexen Materie einige Aspekte vernachlässigen: Auf eine zu genaue technische Beschreibung der Motoren, Getriebe und anderer Bauteile sowie auf nähere Angaben zu Umbeheimatungen innerhalb der Direktionen wurde bewußt verzichtet. Aber da im Jahre 1999 die letzten Kleinlokomotiven der behandelten Leistungsgruppen aus dem Einsatzbestand gestrichen wurden und allenfalls nur noch als »Geräte« im internen Werksverkehr eingesetzt sind, konnte die Geschichte dieser Fahrzeuge abschließend dargestellt werden.

511 Illustrationen bereichern dieses Werk: Fotos, technische Skizzen, historische Werbemotive, technische Zeichnungen und Faksimiles von dienstlichen Unterlagen – darunter ein Buchfahrplanauszug des Pb 3509 (Personenzug für Besatzungsmächte) Gillenfeld – Daun vom Mai 1966, als Zuglok eine Köf II im vereinfachten Nebenbahndienst! 

Die Papier-, Druck- und Verarbeitungsqualität des Buches ist erstklassig, so daß das Blättern und Lesen auch zu einem ästhetischen Genuß werden kann. Ein wenig sparsam vertreten sind fotografische Impressionen aus der Kleinlok-Welt, die das besondere Fluidum der »Rasselbande« vermitteln – irgendwann und irgendwo wird auch dies sicher in einem externen Bildband nachgeholt werden.

Interessenten kann das Werk – so abgenutzt die nachfolgende Wertung auch sein mag – uneingeschränkt empfohlen werden. Angesichts der Fleißarbeit von Autoren und Verlag und der daraus resultierenden gebotenen Qualität und Quantität kann der Kaufpreis von rund 45 Euro schon beinahe als »Trinkgeld« bezeichnet werden, denn in Anbetracht der langjährigen Recherche und der beträchtlichen Produktionskosten für derart aufwendige Spezialliteratur liegt der tatsächliche Wert des Buches deutlich höher. Nun gut, die Kleinloks waren schließlich auch nicht teuer und gerade deshalb so erfolgreich – diesem »Klassiker der Kleinen« ist ebensolches zu wünschen!

Joachim Seyferth

Aus SCHIENE 21 (2002) Nr. 6, S. 56-57 - mit freundlicher Genehmigung des Joachim Seyferth Verlages.

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