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Wenzel, Hansjürgen: Die Baureihe 39 (Dumjahn-Nr. 0015335)
Dumjahn-Nr. 0015335
ISBN-10: 3882551380
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Manfred Weisbrod:
»
Das Buch macht Lust auf die P 10, sei es, um sie als Modell auf die Schienen zu setzen oder um ihre Geschichte gründlich zu studieren. Großes Kompliment an Hansjürgen Wenzel. Dieses Buch sollte man vor manchem anderen (auch aus dem EK-Sortiment) besitzen

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Geschichte der Baureihe 39


Wenzel, Hansjürgen: Die Baureihe 39
. Die Geschichte der preußischen P 10. EK-Verlag : Freiburg 2002. - Zur Bibliographie.

»Mit dieser Schrift legt die Arbeitsgemeinschaft Eisenbahn-Kurier e. V. den ersten einer Reihe von Sonderbänden vor, welche in Wort und vor allem Bild markante Dampflokomotivbaureihen vorstellen wollen.« Dieses A 5-große Bändchen mit 122 Seiten erschien 1971 in Solingen und hatte Hansjürgen Wenzel als Verfasser. Der gleiche Autor präsentiert uns 31 Jahre später die 3. Auflage von »Baureihe 39«. Das Bändchen von 1971 hatte nicht nur ca. zwei Dutzend gleichformatiger Folgebände und -bücher, sondern war die Keimzelle der bekannten großformatigen EK-Baureihenbücher, die heute auch schon bei Sammlern viele Fächer eines Bücherschrankes füllen.

Dem Gliederungsschema ist man auch in der 3. Auflage der BR 39 treu geblieben, und nach diesem Schema sind im Prinzip alle Baureihenbücher des EK aufgebaut. Man weiß, wo man nach bestimmten Informationen suchen muß. Waren bei der 1. Auflage Text- und Bildteil noch zu gleichen Teilen getrennt, sind bei der 3. Auflage nur die Farbbilder separat an den Schluß des Buches gestellt. Der 3. Auflage hat Hansjürgen Wenzel eine knallharte Abrechnung mit dem Unternehmen Zukunft vorausgeschickt. Das alles ist zwar nicht zwingend zum Verständnis der Baureihe 39 erforderlich, aber man merkt Wenzel an, es mußte endlich mal raus. So schreibt er, daß früher an der Spitze einer Direktion bei DRG, DB und DR ein Präsident stand, das war stets »ein umfassend ausgebildeter Eisenbahner, an denen es in der Leitungsebene heute allenthalben fehlt (dort tummeln sich nun abwechselnd Haushaltgerätehersteller, Reeder, Autobauer, Druckmaschinenhersteller, Lufthansavorstände, Stromverkäufer, Tierärzte oder zu versorgende Politiker).« Alles Wessis, muß man da der Vollständigkeit halber hinzufügen. Wenzel hofft mit allen Eisenbahnfreunden, »dass die alte Bahn endlich wieder Tritt faßt und vom Abzock- und Pannenunternehmen wieder zum kundenorientierten Dienstleistungsbetrieb wird.« Bahnvorstände wie Dürr, Ludewig und Mehdorn sind von der Regierung berufen worden. Offensichtlich bestanden dort nicht die geringsten Vorstellungen, welche Qualifikation man für dieses Amt mitbringen muß.

Die Philosophie der EK-Baureihenbücher hat ihren Freundes- und Leserkreis gefunden, wenngleich die Bücher nicht übermäßig viel bieten, was man gemütlich auf dem Sofa oder im Bett lesen kann. Das liegt am lexikalischen Charakter des Inhalts. Das Kapitel »Einsätze bei den Direktionen bis 1945«, »Einsätze bei den Direktionen der DB und DR« bedingen nun mal den Einschub von Zahlenkolonnen. Der bei manchen EK-Büchern als lästig und überflüssige Umfangserweiterung anzusehende Einschub von Lokdienstplänen oder Buchfahrplanseiten hält sich angenehm in Grenzen. Bei der 1. Auflage waren von 60 Textseiten nicht weniger als 15 (= 25 %) mit Lokdienstplänen bepflastert. Das erhöht weder den Informationsgehalt noch ist es Zeugnis für wissenschaftliches Quellenstudium. Im Gegensatz zu neueren EK-Büchern wie Baureihe 015 oder Baureihe 22 liefert Wenzel für die P 10 ein sehr umfängliches und ausführliches Quellenverzeichnis, untergliedert nach Büchern, Veröffentlichungen in Zeitschriften und Akten, Briefwechseln, Dienststücken und Niederschriften. Es hat kein Autor versucht, Hansjürgen Wenzel bei der Baureihe 39 Konkurrenz zu machen. Das Wissen des Autors ist über Jahrzehnte gewachsen, in allen Teilen gründlich recherchiert und benutzerfreundlich aufbereitet. Lediglich von Wolfgang Messerschmidt gab es 1963 bei Franckh eine kleine Publikation und Anfang der 90er Jahre bei einem Münchener Verlag einen zweiten Versuch, der aber, wie der erste, Versuch blieb.

Die Rekonstruktion der P 10 zur Baureihe 22 bei der DR ist in der 1. Ausgabe nur mit einem Satz vermerkt. Im vorliegenden Buch verwendet Wenzel auch nur vier gut bebilderte Seiten auf die BR 22, über die inzwischen ebenfalls ein EK-Buch entstanden ist.

Es spricht für das Fabuliergeschick Hansjürgen Wenzels, wenn man sich beim diagonalen Lesen und Betrachten der Bilder immer mal wieder am Text festsaugt, weil man Neues erfährt oder Vergessenes wieder ausgraben kann. Wer weiß heute noch, dass die P10 nach ihrer Ablieferung durchaus nicht überall in den Betriebseinsatz kam, sondern teilweise über zwei Jahre herumstand, meist nur notdürftig konserviert, weil die Kuppelradsatzfahrmasse für die vorgesehenen Strecken zu hoch war und auch die Metermasse der Lokomotive die zulässige Brückenbelastung überstieg. Die P 10 war keine 18-t-Maschine, wie am Gattungsschild angeschrieben; lediglich der 3. Kuppelradsatz blieb mit 18,4 t einigermaßen im Limit. Alle anderen Kuppelradsätze lagen knapp unter oder knapp über 19 t. Ein ähnliches Schicksal erfuhr bekanntlich auch die BR 01 bei ihrem Erscheinen, auch sie durfte nicht freizügig eingesetzt werden. Bei manchen zwei Jahre abgestellten P 10 war eine Schadgruppe im RAW erforderlich, um die Korrossionsschäden zu beheben (Direktionen Frankfurt/Main, Osnabrück und Kassel).

Wenzel räumt auch mit der gelegentlich geäußerten Vorstellung auf, die letzen preußischen Dampflokkonstruktionen seien Vorläufer der Einheitslokomotiven gewesen. Sie sehen zwar mit ihrem Belpaire-Kessel ähnlich aus, aber da endet auch schon die Gemeinsamkeit. Außen- und Innentriebwerk bei der P 10 arbeiten unabhängig voneinander. Das Innentriebwerk ist nicht wie bei der G 12 von Außentriebwerk abhängig, Die P 10 bekam eine Sonderausführung der Umsteuerung mit Kuhnscher Schleife, die Bauart Winterthur. Der Kessel der P 10 hat mit dem der G 82, G 83 und T 20 nichts gemeinsam. Eine Draufsicht auf den Rost zeigt die oft als trapezförmig beschriebene Rostfläche, die im hinteren Teil auf dem Rahmen liegt, vorn zwischen die Rahmenwangen eintaucht. Ein Kesseltausch der genannten Baureihen war ausgeschlossen.

Die ungünstige Rost- und Feuerbüchsform waren es auch, die die P 10 zum Kohlenfresser stempelten. Für die DR war das Anlaß, die Baureihe ins Rekonstruktionsprogramm anzunehmen. Auch bei der Bundesbahn tauchten Überlegungen auf, die P 10 neu zu bekesseln, entweder mit dem für die BR 41 oder mit dem für die Baureihe 0310 bestimmten Kessel. Die OBL Süd sprach sich jedoch am 17.8.1956 gegen eine Neubekesselung aus und nannte zwei Gründe: einmal die zügige Auslieferung der Baureihe V 200 und die rasch voranschreitende Streckenelektrifizierung.

Die P 10 hat nur wenige Ausbesserungswerke im Laufe ihres Betriebslebens kennengelernt. Die meisten waren beim RAW Brandenburg-West beheimatet, mit Abstand folgten die RAW Offenburg und Paderborn, ab 1942 sind einige Maschinen auch vom RAW Stargard erhalten worden. Die relativ zentrale Lage der Ausbesserungswerke deutet auf eine gleichmäßige Verteilung des Bestandes über das Reichsgebiet: außer Hamburg und Königsberg beheimateten alle Direktionen die P 10.

Ein besonderes Lob verdient die Bebilderung mit ausgesucht schönen und teilweise sehr seltenen Aufnahmen. Es ist schon ein Genuß, das Buch nur mal als Bilderbuch durchzublättern. Wo findet man das schon: Eine pr. P 10 steht (Seite 95) vor einer sä. XVIII H als Vorspann und im Hintergrund zieht die 61 001 mit dem Henschel-Wegmann-Zug vorbei. Das Buch macht Lust auf die P 10, sei es, um sie als Modell auf die Schienen zu setzen oder um ihre Geschichte gründlich zu studieren. Großes Kompliment an Hansjürgen Wenzel. Dieses Buch sollte man vor manchem anderen (auch aus dem EK-Sortiment) besitzen.

Manfred Weisbrod

Nachsatz der Redaktion: Eigentlich ist dieser Band schon die 5. Auflage, trotz der Zwischenüberschrift »Zur dritten Auflage« in der Einführung (Seite 4), wo es an anderer Stelle »Zum Geleit (Auflage 1981)« heißt: Vor zehn Jahren erschien als erster Band in unserer Lokomotivbuchreihe das Bändchen über die preußische P 10 ... Zwei Nachauflagen folgten diesem ersten Bändchen. 

Und weil es in der Ausgabe 1977 explizit »3. Auflage« heißt, war die »(Auflage 1981)«, erstmals im größeren Format von 23,5 x 16 cm erschienen, bereits die 4. Auflage. Daraus folgt: die neue Auflage 2002 ist tatsächlich schon die 5. Auflage!

Leider kann man das aber auf der Impressumseite so nicht nachvollziehen, weil da weder »3. Auflage« noch »5. Auflage« steht, nein, da steht nur »2002«. Und deshalb wird die Auflage in der Bibliographie hier (siehe oben) in eckigen Klammern geschrieben.

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