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Kaiser, Wolfgang: Die schönsten Straßenbahnen der Welt. Tram- und Überlandbahnen rund um den Globus (Dumjahn-Nr. 0016336)
Dumjahn-Nr. 0016336
ISBN-10: 3765472042

Hans Wiegard:
»
Letztlich ist mit dem Bildband 'Die schönsten Straßenbahnen der Welt' ein Buch entstanden, zu dem Autor und Verlag nur beglückwünscht werden können und das jedem Freund der Straßenbahn wärmstens empfohlen werden kann.«

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Prachtvoll und ausgewogen


Kaiser, Wolfgang: Die schönsten Straßenbahnen der Welt. Tram- und Überlandbahnen rund um den Globus. GeraMond Verlag : München 2002. - Zur Bibliographie.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts die kleine Schwester der Eisenbahn, die Straßenbahn, das Licht der Welt erblickte, sorgt sie überall für Mobilität und ist heute aus dem Bild der größeren und kleineren Städte nicht mehr weg zu denken. Viel mehr: Die »Elektrische« beweist eine nahezu unerschütterliche Lebenskraft, denn sie hat sich bisher allen Versuchen, sie durch andere Verkehrsmittel zu ersetzen, erfolgreich widersetzt.

Freilich sind im Laufe der Jahrzehnte manche Straßenbahnbetriebe stillgelegt worden, aber dafür sind anderswo neue entstanden und werden gerade in jüngster Zeit neue errichtet.

Heutige Straßenbahnwagen erinnern kaum noch an die kleinen Pferdebahn-ähnlichen Gefährte der Anfangsjahre – sie besitzen meist eine sehr moderne Formgebung, sind mit Elektronik voll gestopft und nicht selten klimatisiert. Hohe Geschwindigkeiten, große Beförderungskapazität in Verbindung mit maximalem Komfort und nicht zuletzt Umweltfreundlichkeit sind die entscheidenden Vorzüge, welche die neuzeitliche Tram im Wettbewerb mit anderen Beförderungsmitteln ins Feld führen kann.

Mancherorts sind allerdings noch recht altertümliche Fahrzeuge unterschiedlichster Bauformen anzutreffen, deren Tage in absehbarer Zeit gezählt sein dürften. Doch gerade die Vielfalt der Straßenbahnfahrzeuge ebenso wie die recht unterschiedliche Charakteristik der Strecken, auf denen sie verkehren, machen jenes unwiderstehliche Flair aus, welches die Gemeinde der Straßenbahnfreunde in Europa und Übersee anzieht und die Schar ihrer Anhänger beinahe täglich anwachsen läßt.

Der GeraMond Verlag in München hat im Herbst 2002 ein Buch herausgebracht, das, um es vorweg zu sagen, nicht nur eine wahre Fundgrube für eingefleischte Straßenbahnfans darstellt, sondern auch den Liebhaber schöner Fotografien – ungeachtet der abgebildeten Motive – zu begeistern vermag. Auf knapp 130 Druckseiten stellt der in Wien lebende Autor Wolfgang Kaiser die schönsten, merkwürdigsten, modernsten und ältesten Straßenbahnen, die auf den Gleisen der Städte und ihrer Einzugsgebiete in aller Welt zu Hause sind, vor. Daß Kaiser ein Kenner der Materie ist, wird auf jeder Seite des großformatigen Bildbandes deutlich. Dabei übt sich der Verfasser aber durchaus in Bescheidenheit – um nicht zu sagen in allzu großer Bescheidenheit.

Diese Grundhaltung des Autors wird bereits im Vorwort des Buches deutlich, das mit den Worten »Über Begriffe wie ‘Schönheit’ oder ‘Geschmack’ läßt sich bekanntlich streiten« beginnt. Und dennoch ist es Kaiser vortrefflich gelungen, die von ihm gewählte Thematik repräsentativ und ausgewogen abzuhandeln – bei der Fülle des zu sichtenden Materials ein sehr schwieriges Unterfangen.

Das Werk ist in sechs Kapitel gegliedert, welche die Straßen- und Stadtbahnbetriebe in Mitteleuropa, West- und Nordeuropa, Osteuropa, Südeuropa, Afrika und Asien sowie Amerika und Australien behandeln. Um der besseren Orientierung willen steht am Beginn eines jeden Kapitels eine Tabelle mit den in der Gegenwart vorhandenen Straßenbahnbetrieben und der jeweiligen Spurweite. Allzu genau sollte der Leser das gewählte Gliederungsprinzip jedoch nicht nehmen, denn rein geographisch gesehen gehören sowohl Tschechien, die Slowakei und Polen als auch die Benelux-Staaten zu Mitteleuropa und nicht zu Ost- bzw. Westeuropa.

Wolfgang Kaiser hat sich bei seiner Einteilung aber offenkundig von der ehemaligen politischen Gliederung Europas, die bis zum Zerfall des Ostblocks Gültigkeit besaß, leiten lassen. Das klingt auch darin an, daß der Autor die deutschen Straßenbahnbetriebe nach »Deutschland West« und »Deutschland Ost« unterteilt, und dies nach mittlerweile mehr als zwölf Jahren wiedergewonnener Einheit Deutschlands. Für das Buch als Ganzes sind derartige Betrachtungen jedoch durchaus sekundärer Natur. Jedem Kapitel ist eine sorgfältig getroffene Auswahl von Bildern zugeordnet, die nicht nur einen Überblick über die Fahrzeuge bietet, sondern die Wagen inmitten des flutenden Stadtverkehrs, am Rande der Ortschaften oder gar im Vorland von Gebirgen zeigt.

Hier wurde keine nüchterne »Faktografie« geschaffen, sondern immanent dem Bestreben Ausdruck verliehen, dem Leser diejenige Atmosphäre nahe zu bringen, die für das Verkehrsmittel Straßenbahn typisch ist. Und wer das Buch aufmerksam durchblättert – besser noch mehrmals liest – wird zu dem Schluß gelangen: Jeder Straßenbahnbetrieb hat seine nur ihm eigenen Besonderheiten, und was an dem einen Ort so ist, kann sich anderswo völlig anders darstellen. Doch nicht allein die Unterschiede zwischen den einzelnen Straßenbahnbetrieben werden sichtbar, sondern auch ihre Gemeinsamkeiten.

Alle Fotos sind von hervorragender Qualität, einige sind sogar echte Kostbarkeiten. Die meisten Bilder hat Wolfgang Kaiser auf seinen Streifzügen zu den Straßenbahnbetrieben der Welt selbst »geschossen«; nur für einige wenige Fotos (insgesamt zehn) mußte er auf die Sammlungen anderer Autoren zurückgreifen. Die Bildunterschriften vermitteln dem Leser nicht nur Informationen zu den abgebildeten Wagentypen, sondern sie geben auch Auskunft über Herkunft, Einsatz und Verbleib der Fahrzeuge. Was will man mehr?

Einige wenige Ungenauigkeiten fallen angesichts des insgesamt hervorragenden Werkes kaum ins Gewicht. Zu nennen sind hier lediglich die fehlerhafte Angabe zur Spurweite der Rostocker Straßenbahn (1435 statt 1440 mm) in der Übersicht »Deutschland Ost« auf Seite 9 und die etwas zu hoch angegebene Anzahl von in die ehemalige Sowjetunion exportierten Wagen der Bauart Gotha in der Bildunterschrift auf Seite 79. Aber derartige Fehler sind marginal in Anbetracht der großartigen Leistung, die Wolfgang Kaiser mit seinem Bildband insgesamt erbracht hat.

Sprachpflegerische »Akribisten« könnten vielleicht noch bekritteln, daß der Autor an einigen Stellen Wörter und Wendungen benutzt die dem Hochdeutschen fremd sind – etwa wenn er »zur Gänze« statt »gänzlich« oder statt »Stumpfgleis« vom »Stockgleis« schreibt. Doch der Verfasser ist nun einmal Österreicher und soll und muß dies auch nicht verleugnen. Allerdings: Der Lektor beziehungsweise der Verlag hätten es merken sollen / müssen!

Letztlich ist mit dem Bildband »Die schönsten Straßenbahnen der Welt« ein Buch entstanden, zu dem Autor und Verlag nur beglückwünscht werden können und das jedem Freund der Straßenbahn wärmstens empfohlen werden kann. Dem Rezensenten bleibt zu hoffen, daß sich der GeraMond Verlag recht bald dazu entschließt, ein weiteres Werk des gleichen Autors – vielleicht als Fortsetzung des hier besprochenen Bandes – herauszubringen.

Hans Wiegard

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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