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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Caprez, Gion (Einleitung); Pfeiffer, Peter (Hrsg.): Albulabahn - Harmonie von Landschaft und Technik (Dumjahn-Nr. 0016725)
Dumjahn-Nr. 0016725
ISBN-10:
3905111896
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Joachim Seyferth:
»
So schön also können Bücher werden, wenn richtige und überzeugte Eisenbahner daran mitwirken!«
ISBN 3-905111-89-6

Der Autor
Gion Caprez, geboren 1954, studierte Physik und arbeitet als Lokführer bei der RhB. Er hat sich auf Technikgeschichte und Denkmalpflege der Bündner Bahnen spezialisiert und zahlreiche Zeitungs-
und Buchbeiträge veröffentlicht.

Der Herausgeber
Peter Pfeiffer, geboren 1961, Verkehrsplaner, Eisenbahnpublizist und Fotograf. Im AS-Verlag hat er bereits vier Bände der Reihe »Bahnromantik« herausgegeben. Er arbeitet als Koordinator beim Trassenmanagement (Fahrplanbüro) der SBB.

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über die
Rhätische Bahn (RhB)

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Herzlichen Glückwunsch

Caprez, Gion (Einleitung); Pfeiffer, Peter (Hrsg.): Albulabahn - Harmonie von Landschaft und Technik (Bahnromantik). AS Verlag & Buchkonzept : Zürich 2003. - Zur Bibliographie.

Vor hundert Jahren wurde ihr Bau beendet, doch sie bleibt immer jung, vital und hübsch: die Albulastrecke der Rhätischen Bahn, gleichzeitig stählerne Schlagader des Kantons Graubünden und technikgeschichtlicher Blickfang inmitten der Alpen. Natürlich wird das in diesem Sommer mit zahlreichen Jubiläumsveranstaltungen gefeiert und pünktlich hierzu ist jetzt im Schweizer AS-Verlag als fünfter Band der Bildbandreihe »Bahnromantik« das passende Buch erschienen: »Albulabahn – Harmonie von Landschaft und Technik«. Die Rhätische Bahn scheint für diese hochwertige Buchreihe mit historischen und zeitlos schönen Schwarzweiß-Photographien ohnehin prädestiniert zu sein, denn bereits die ersten beiden Bände hatten »Aus den Anfängen der Rhätischen Bahn« sowie »Die goldenen Jahre der Berninabahn« zum Thema.

»Es gibt Dinge, die sind seit ihrer Entstehung perfekt. Dieses Gefühl überwältigt mich bei jeder Fahrt ins Engadin, und es verdoppelt sich, findet die Fahrt im Speisewagen der Rhätischen Bahn statt. Fahrerlebnis und Bahnstrecke sind Einstimmung auf das Eintreffen im Engadin, aber für sich selbst schon ein erster Höhepunkt.« Mit diesen Zeilen beginnt Gion Caprez seinen elfseitigen Einleitungstext »Mehr als ein technisches Denkmal«, der für den Leser gleichermaßen feuilletonistische Gedanken als auch baugeschichtliche Informationen bereithält. Und zwischen den Zeilen stellt der stolze und leidenschaftliche Umgang der Eidgenossen mit ihrer Technikgeschichte bloß, wie defizitär dagegen die Deutsche Bahn das Kulturerbe Eisenbahn trotz riesiger, gleichartiger Potentiale behandelt: Speisewagen entlang den Ingenieurleistungen Robert Gerwigs, auf der Schwarzwaldbahn? Fehlanzeige. Aussichtswagen entlang der burgenbewehrten Rheinstrecken? Angeblich zu teuer. Der Gläserne Zug im sommerlichen Alpenvorland? Vergessene Vergangenheit. In jeder Holzschwelle der Rhätischen Bahn steckt mehr Kultur als in den »ICE-Cockpits« oder »Touchscreen«-Fahrkartenautomaten eines absteigenden Entwicklungslandes inmitten Europas. Blättern wir also weiter und erfreuen uns zumindest in der Leseecke an alternativer Reisekultur:

Wie in allen anderen Bänden der Reihe »Bahnromantik« folgt nun der rund 120-seitige Bildteil, geordnet nach den Streckenabschnitten beziehungsweise Themen Thusis – Filisur, Gütertransport, Filisur – Preda, Albulatunnel sowie Spinas – St. Moritz; jeweils vorangestellt ist eine kurze Streckenbeschreibung oder Erläuterung. Die meist ganz- oder doppelseitigen Schwarzweißfotos, gedruckt im warmschwarzen Duoton-Verfahren, sind wiederum eine Augenweide für die Freunde klassischer Eisenbahnphotographie – hier natürlich auch im buchstäblichen Sinne, denn alle Fotos stammen aus der Bauzeit, dem anfänglichen Dampfbetrieb und den ersten Jahrzehnten der elektrischen Traktion.

Foto: Joachim Seyferth
»Drei Gesichter für den Fotografen« – Menschen und das Rhätische Krokodil im Bahnhof Bergün, 24.3.1980. Foto: Joachim Seyferth. (Aus der Fotoserie »RhB-Baureihe Ge 6/6 I« des Eisenbahn-Bildarchiv Joachim Seyferth©, Erscheinungstermin Herbst 2003.)

Gute Dokumentationsphotographien sind hier ebenso zu finden wie geschmackvolle Bildkompositionen oder grandiose Landschaftsaufnahmen. Man merkt, dass die frühen Photographen mit Stativ arbeiteten und sich so manches Motiv in schwierigem Gelände erkämpfen mußten. Extrem scharfen Landschaftsdetails steht mitunter der leicht bewegungsunscharfe Zug gegenüber – langsame Verschlußzeiten hinkten der plötzlichen Beschleunigung des Reisens hinterher und verdeutlichen heute um so mehr die Historie der Aufnahme sowie den Einbruch der Eisenbahndynamik in die zeitlose Konstante einer majestätischen Bergwelt. Viele Bilder verdienen eine minutenlange Betrachtung, sei es wegen der Motivwahl, den vielen kleinen Entdeckungen oder auch »nur« wegen der geheimnisvollen Ambivalenz der Schwarzweiß-Photographie, die gleichzeitig einen würdevollen Minimalismus und einen unendlichen Facettenreichtum umfaßt. Und natürlich kommen nicht nur Photoästheten, sondern auch die Freunde der Rhätischen Dampfromantik und die Liebhaber der legendären Ellok-Veteranen auf ihre Kosten, was den Untertitel des Buches vollauf bestätigt: Harmonie von Landschaft und Technik.

Angesichts dieses neuerlichen bibliophilen Meisterwerkes sollte nicht unerwähnt bleiben, daß natürlich auch die Vita der beiden Autoren die Qualität dieses Buches maßgeblich beeinflußt: Gion Caprez, Verfasser der Textbeiträge, studierte Physik und arbeitet als Lokomotivführer bei der Rhätischen Bahn. Er hat sich auf Technikgeschichte und Denkmalpflege der Bündner Bahnen spezialisiert und sein Traum ist es, Rollmaterial und Bauten der Albulabahn in einem Museum in Bergün erlebbar werden zu lassen. Peter Pfeiffer hat das historische Bildmaterial recherchiert und zusammengestellt (übrigens für alle bisher erschienenen Bände der Reihe »Bahnromantik«) und ist Verkehrsplaner und Eisenbahnpublizist. Er arbeitet als Koordinator beim Trassenmanagement (Fahrplanbüro) der Schweizerischen Bundesbahnen. So schön also können Bücher werden, wenn richtige und überzeugte Eisenbahner daran mitwirken!

Auch diejenigen, die nicht zu den Jubiläumsfeierlichkeiten und -veranstaltungen kommen können, sollten zumindest dieses Buch erwerben, denn nicht nur der Jubilar und die Leser, sondern auch der stets qualitätsbewußte AS-Verlag haben sich dieses Geschenk verdient: Herzlichen Glückwunsch!

Joachim Seyferth

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