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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Schumacher, Wolfgang (Hrsg.): 50 Jahre Modelleisenbahner (Heft 13). MEB-Verlag : Bad Waldsee 2003 (Dumjahn-Nr. 0016733)
Dumjahn-Nr. 0016733
ISSN: Nicht vergeben 

Manfred Weisbrod:
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Das schon traditionelle Heft 13 des Modelleisen-
bahners würdigt sich selbst und das 50-jährige Bestehen der Zeitschrift. Von den 50 Jahren liegen allerdings 38 auf dem Gebiet der DDR und 4 Jahre beim T&M-Verlag in Berlin, Tür an Tür mit der einstigen Stammutter transpress. Ob der MEB-Verlag ein nächstes Jubiläum erreicht, wird man mit Interesse beobachten; die Tendenz spricht eher dagegen.
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Nachdruck der Erstausgabe vom
Beilage: 
Nachdruck der Erstausgabe vom 
Juni 1952 
(Bad Waldsee, November 2002).

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Dumjahn's Bahn-Rezensionen online:
13 ist keine Glückszahl


Schumacher, Wolfgang (Hrsg.): 50 Jahre Modell-
eisenbahner (Heft 13). - 2003. 68 S. mit zahlr. farb. und schw.-w. Abb. und Faksimiles. - 30 x 22,5 cm. Kt. (MEB-Verlag, Bad Waldsee) EUR 9,80 inkl. MwSt.
Vertrieb: IVP Inland Presse Vertrieb GmbH,
Wendenstraße 29, 20097 Hamburg

Wenn unter älteren Eisenbahnfreunden und Modelleisenbahnern aus den neuen Bundesländern die Rede auf den Modelleisenbahner kommt, hört man nicht selten: »Ach, den habe ich schon ab Heft 1/1952. Weil ich ihn nun schon 50 Jahre lese, kann ich mich nicht entschließen, ihn abzubestellen.«

Das sogenannte Heft 13 zum 50-jährigen Bestehen des Modelleisenbahners ist schon ein vorzügliches und verdienstvolles Werk. Keine der anderen großen Fachzeitschriften, die sich Vorbild und Modell widmen, kann auf eine derartige Geschichte verweisen. Fast alle Beiträge in Heft 13 stammen von Georg Kerber, der von 1990 bis 1994 selbst Redaktionsmitglied war. Er vermittelt uns ein »Wiedersehen« mit guten alten Bekannten aus der Gründungszeit des ME, mit Karl-Heinz Brust, Gerhard Arndt, Fritz Hornbogen, um nur einige zu nennen. Nicht vergessen ist deren Wirken für die Modellbahnindustrie. Auch die unschätzbaren Verdienste von Prof. Harald Kurz, dem »Vater der NEM« für die Modellbahnindustrie und die Hochschule für Verkehrswesen in Dresden werden gebührend gewürdigt.

Die Geschichte der ME-Titelseiten ist lang, aber ihre Gestaltung war nie aufregend. Man erkennt sie sofort wieder, als hätte man sie gestern am Kiosk gesehen. Das aber war unmöglich, denn der ME hing nicht am Kiosk, er war Bückware; das Abonnement wurde praktisch vererbt. Geblieben ist bis zur Wende das unglaublich schlechte graue Papier, das im Rotationsbuchdruck Halbtonvorlagen nur im groben Raster erlaubte. Strichvorlagen waren für die Reproduktion schon eher geeignet. Geblieben ist bis zur Wende und auch noch danach die unglaublich gute Qualität der Beiträge im Vorbild- und Modellbahnteil, die die Sammler veranlaßte, die Hefte aufzubewahren.

Der ME erschien zunächst beim Fachbuchverlag GmbH Leipzig, dann beim transpress VEB Verlag für Verkehrswesen in Berlin und dort erst ab Heft 7/1982 mit farbigem Titel. Nach 25 Jahren erscheint das 300. Heft mit einer kleinen Jubiläumsvignette. In den achtziger Jahren erschienen bemerkenswerte Artikelserien zum Modellbau. Dazu zählen die des Leipzigers Klaus Müller über Wartung, Pflege und Reparaturen an Modellfahrzeugen ebenso wie die über den Güterwagenumbau von Peter Eickel.

Georg Kerber, oder die, die ihn zensierten, verschweigt die Chefredakteure, die über die Jahrzehnte das Profil der Zeitschrift bestimmten. Nach dem zu früh verstorbenen Klaus Gerlach kam Fritz Kohlberger (1971-1980). Im folgte der ehemalige Pressechef des MfV, Rudolf Hermann (1980-1983). Von 1983 bis 1990 saß Wolf-Dietger Machel auf dem Stuhl des Chefredakteurs und führte die Zeitschrift souverän durch die letzten Jahre der Mangelwirtschaft, in der eigentlich nichts überflüssiger war als eine Zeitschrift für Modelleisenbahner.

Der Name Machels ist wenigstens bei einigen Fotos in der Bildunterschrift genannt. Der damalige Verlagsleiter Dr. Harald Böttcher, ein mit der Marktwirtschaft vertrautes Schlitzohr, siedelte 1990 den Modelleisenbahner in der T&M-Verlagsgesellschaft an, der auch die DDR-Zeitschrift Auto - Der deutsche Straßenverkehr angehörte. Chefredakteur des Modelleisenbahner wurde 1990 mit Fritz Borchert einer der fähigsten Lektoren des transpress-Verlages. Er machte den ME fit für die Marktwirtschaft und behauptete die Zeitschrift gegen die langjährig etablierten Wettbewerber am Markt. Das war nur mit einem originellen Konzept und über den Preis möglich. Dieser stieg natürlich allmählich an, von DM 2,50 im Jahre 1990 über DM 4,00 im Jahre 1994 auf DM 6,00 im Jahre 1999. Inzwischen hält die Geschäftsleitung schon DM 7,50 für angemessen. Haben das auch alle Abonnenten mitbekommen? 300 Prozent Preissteigerung in zwölf Jahren, da werden selbst die Mineralölkonzerne blaß vor Neid.

Umgekehrt proportional entwickelte sich die Qualität. Die markanten, gestalteten Titelfotos, die unter Verwendung von Modellen und »Preiserchen« eine Geschichte erzählten, die der Titelstory adäquat war und den ME von den Wettbewerbern abhoben, sind den üblichen Streckenfotos Bauart 08/15 gewichen, die aber heute durch eingeklinkte Fotos und Untertitel weitgehend unkenntlich gemacht werden. ME muss sich heute bescheinigen lassen, die am schlechtesten gestaltete und gedruckte Zeitschrift der großen Vier zu sein.

1994 mußte die Redaktion von Berlin nach Stuttgart übersiedeln. Auch der transpress-Verlag, von Pietsch und Scholten aufgekauft, firmierte nun aus Stuttgart. Von der ME-Redaktion zog kaum einer mit in die schwäbische Provinz, Georg Kerber nicht und Fritz Borchert schon gar nicht. Aber der wird in Kerbers Epistel ohnehin nicht erwähnt.

Es nervt aber den Leser, daß sich Georg Kerber wiederum als Neffe Max Baumbergs ausgibt (siehe S. 33 oben). Das tat er bereits in einem Film der Reihe »Eisenbahnromantik«, wurde daraufhin von den Töchtern Baumbergs abgemahnt und mußte sich entschuldigen. In Heft 13 präsentiert er sich nun wiederum als Neffe Baumbergs. Geltungsbedürfnis oder primitive Penetranz?

Beim MEB-Verlag unter Wolfgang Schumacher als Herausgeber und Dr. Haucke als Chefredakteur ist zwar der Preis der Zeitschrift gestiegen, ihr Niveau aber gesunken. Die Meßlatten, die Wolf-Dietger Machel und Fritz Borchert gelegt haben, konnten beide bisher nicht erreichen. So bleibt es auch fraglich, welches neue Jubiläum es für den ME geben wird, wenn es denn überhaupt zum Jubiläum kommt.

Manfred Weisbrod

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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