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Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn (Hrsg.): Hundert Jahre deutsche Eisenbahnen. [1. Aufl.] Berlin 1935 (Dumjahn-Nr. 0005489)
Dumjahn-Nr. 0005489

Dr. Erich Goudefroy:
»
Abschließend ist zu sagen, daß das Werk im ganzen und im einzelnen höchste Anerkennung verdient und daß es der in langer Verwaltungstradition geschulten Beamtenschaft der Deutschen Reichsbahn-
Hauptverwaltung, die ein solches Werk zustande gebracht hat, das beste Zeugnis ausstellt. Kein Eisenbahner sollte sich den Ankauf dieses Standardwerkes entgehen lassen, das ihm und seinen Angehörigen auch in späteren Jahren stets neue Freude und Anregung bringen wird. Aber auch der Nichteisenbahner, der auch nur einiges Interesse für die Deutsche Reichsbahn hat, sollte sich mit dem Buche beschäftigen

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»Eine freudige Überraschung


Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn (Hrsg.): Hundert Jahre deutsche Eisenbahnen. [1. Aufl.] Berlin 1935. - Zur Bibliographie

Die Deutsche Reichsbahn hat aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens der deutschen Eisenbahnen diese Jubiläumsschrift herausgebracht. Die Durchsicht des Buches war für mich eine freudige Überraschung, wie sie es auch für jeden Eisenbahner und unbefangenen Leser sein wird. Sowohl die äußere Aufmachung wie der Inhalt sind des bedeutenden Anlasses, zu dem das Werk herausgegeben wurde, würdig.

Der »Adler« in Nürnberg. Nach einer zeitgenössischen Darstellung
Nürnberg 1835. Ausschnitt aus dem Bildbeispiel 6

Es enthält in gedrängter Kürze, aber trotzdem erschöpfend, in gutem Deutsch und in einer vorzüglichen Stoffanordnung eine geradezu meisterhafte Übersicht über das Entstehen und Werden der deutschen Eisenbahnen, über ihr Wesen und alle ihre Betätigungsgebiete ...

Das Vorwort stellt den Zweck des Buches so charakteristisch heraus, daß ich es wörtlich wiedergeben möchte:

Dieses Buch soll als ein Stück deutscher Kulturgeschichte allen deutschen Eisenbahnern gewidmet sein, die an der Entwicklung der deutschen Eisenbahnen mitgeschaffen haben. Was sie aus trostloser staatlicher Zersplitterung heraus aufgebaut haben, ist ein Baustein geworden am Werk der deutschen Einigung.

Ein Jahrhundert deutscher Technik, deutscher Organisationsgabe und Verwaltungskunst, hundert Jahre hartnäckigen Fleißes und zielbewußter Arbeit versucht diese Jubiläumsschrift in großen Zügen zu umreißen. Sie erhebt nicht den Anspruch auf letzte wissenschaftliche Durchdringung und lückenlose Vollständigkeit; denn das Buch ist nicht für den Eisenbahnfachmann gedacht und geschaffen, .der letzte Einzelheiten studieren will, sondern für jeden unserer Volksgenossen, dem die Eisenbahn etwas zu sagen und zu geben hat, und im besonderen für alle unsere Eisenbahner, die - über die Grenzen ihrer eigenen Tätigkeit hinaus - einen Überblick gewinnen wollen über das ganze große Werk, dem sie dienen.

So wurde auf eine lebensvolle Darstellung der Zusammenhänge der Entwicklung mehr Wert gelegt als auf erschöpfende Einzelabhandlungen, um die große Linie nicht zu verwischen, die vom 7. Dezember 1835 bis in unsere Tage führt.

Diesen Worten ist nichts hinzuzusetzen als vielleicht nur das eine, daß das Buch auch für den Eisenbahnfachmann Wertvolles bietet und zum mindesten eine ganz ausgezeichnete Zusammenstellung alles Wissenswerten auf diesem Gebiete gibt.

Das Werk beginnt mit der Geschichte der deutschen Eisenbahnen. Es schildert in fesselnder Weise die ersten Anfänge des Eisenbahnwesens in Deutschland, die Zustände im damaligen Reich, den Kampf für und wider das neue Verkehrsmittel, insbesondere wie weitblickende Männer, wie Friedrich List, Johannes Scharrer und andere, die ungeheure Bedeutung der Eisenbahnen für die Wirtschaft und das politische Leben Deutschlands schon damals erkannten und ihre Pläne zäh und zielbewußt gegen die vielen Widerstände durchsetzten. Es folgt die Schilderung des ersten Jahrzehnts, die Lage um das Jahr 1848 und die Zeit von 1848 bis 1870. Den Eisenbahnen im Kriege 1870171 ist ein Abschnitt gewidmet, ebenso wie der Bismarckschen Eisenbahnpolitik und der Verstaatlichung der Eisenbahnen in Preußen und in den übrigen Ländern. Auch die nachfolgende Zeit bis 1914 und die 'Eisenbahnen im Weltkriege sind kurz und treffend behandelt. Es folgt ein besonderer Abschnitt über die deutschen Eisenbahnen vom Weltkriege bis zur Gegenwart, die Gründung der Reichsbahn, ihren weiteren Aufbau und Betrachtungen über das Verhältnis der Reichsbahn zur Nation.

Diesem rein geschichtlichen Abschnitt folgt eine Darstellung des Lebenslaufs der Vorkämpfer der deutschen Eisenbahnentwicklung, aus deren Reihe ich nur Namen wie Friedrich List, Harkort, Johannes Scharrer, David Hansemann und Dr. Ludolf Camphausen hervorheben möchte.

Der erste Teil wird in seiner allgemeinen Bedeutung nicht nur das Interesse des Eisenbahners, sondern jedes Deutschen erwecken und sollte in den weitesten Kreisen Verbreitung finden. Vielleicht empfiehlt sich die Herausgabe dieses Teiles als Sonderabdruck für die Allgemeinheit.

Der zweite Teil des Werks enthält Betrachtungen über die verschiedenen Spezialgebiete des Eisenbahnbaues, der Verwaltung und des Betriebes. Er beginnt mit dem Eisenbahnbau und stellt in Einzelabschnitten die Entwicklung und den derzeitigen Stand des Oberbaues, des Signal- und Sicherungswesens, des Fernmeldewesens, des Brückenbaues, des Hochbaues und der Bahnunterhaltung dar.

Es folgt ein Abschnitt über den Eisenbahnmaschinenbau mit Unterteilung in Lokomotivbau, Personen- und Güterwagenbau, Bremsen, Starkstromtechnik und Triebwagenbau. Hier ist auch dem jüngsten Beförderungsmittel der Reichsbahn, dem Lastkraftwagen, sowie den Behältern und den Straßenfahrzeugen ein besonderer Abschnitt gewidmet, ebenso dem Werkstättenwesen.

Der nächste Abschnitt behandelt den Verkehrsdienst, und zwar Personen-, Gepäck-, Expreßguttarife, Gütertarife, Abfertigungsdienst, Beförderungs- und Wagendienst und die Verkehrswerbung. Unter der Überschrift »Hundert Jahre Eisenbahnbetrieb« werden die Organisation des Betriebes, die Zugarten, die Zugbildung, der Rangierdienst, das Fahrplanwesen und der Personen- und Gepäckwagendienst besprochen; anschließend der Betriebsmaschinendienst und die Eisenbahnschiffahrt (Bodenseeschiffahrt und Eisenbahnfähren). Der Abschnitt schließt mit einer kurzen Betrachtung über Wirtschaftlichkeit im Betriebsdienst und Betriebsstatistik.

Es folgen dann kurze Ausführungen über das Finanzwesen, und zwar über die finanzielle Entwicklung der deutschen Eisenbahnen bis zum Übergang auf das Reich, die Eisenbahnfinanzwirtschaft vom Übergang der Staatseisenbahnen auf das Reich bis zur Gegenwart und das Buchungswesen der deutschen Eisenbahnen.

Der nächste Abschnitt handelt vom deutschen Eisenbahner. Wenn in diesem Abschnitt festgestellt wird, daß rund 631000 Menschen im Durchschnitt des Jahres 1934 bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt waren, dann wird verständlich, welch ungeheure Bedeutung die Deutsche Reichsbahn für die deutsche Volkswirtschaft, für das Arbeitsbeschaffungsproblem und die Sozialpolitik hat, zumal wenn man noch berücksichtigt, daß zu diesen aktiv Beschäftigten noch das Mehrfache an Angehörigen und an Pensionären hinzutritt, welche alle von der Reichsbahn unterhalten und betreut werden. Was wären die deutschen Eisenbahnen trotz aller technischen Vervollkommnung ohne den Eisenbahner, dessen Pflichttreue Opferwilligkeit, Diensteifer und Intelligenz allein die Entwicklung der deutschen Eisenbahnen aus ihren kleinen Anfängen zu der jetzigen ungeheuren Bedeutung ermöglicht hat!

Das Buch weist treffend darauf hin, daß der Eisenbahner beim Bau der ersten deutschen Eisenbahnen noch nicht vorhanden war. In den ersten Jahren, selbst Jahrzehnten, wurde noch viel dilettiert, und erst allmählich bildete sich aus dem Dilettanten der fachlich geschulte Eisenbahner heraus, durch dessen Tätigkeit allein der Betrieb des ungeheuren Unternehmens heuzutage ermöglicht wird. Es wird anschaulich geschildert, wie diese allmähliche Heranbildung des Personals erfolgt ist, und wie aus anfänglichen Dilettanten ein zu Höchstleistungen befähigtes Personal herangezogen worden ist, das im Weltkriege seine glänzendste Probe bestanden hat. Es werden dann noch die Dienst- und Rechtsverhältnisse, die Besoldung und die sozialen Versicherungsarten für Eisenbahnbeamte und Eisenbahnarbeiter kurz geschildert, ferner die Wohlfahrts-, und Selbsthilfeeinrichtungen der Deutschen Reichsbahn.

Das Werk schließt mit einer Schilderung des Eisenbahnbeschaffungswesens und des Eisenbahnrechts sowie mit einer ausführlichen Geschichtstafel. Dieser zweite fachliche Teil des Werks enthält, wie besonders hervorgehoben werden muß, in gedrängter Kürze eine ausgezeichnete Übersicht über alles zum Verständnis der Eisenbahnen und ihres Verwaltungsbetriebes Notwendige.

Zum Schluß muß aber besonders anerkennend auf das ganz ausgezeichnete Karten- und Bildmaterial hingewiesen werden, welches dem Buche beigegeben ist. Außer drei großen Übersichtskarten über den Stand der deutschen Eisenbahnen in den Jahren 1885, 1914 und 1935 finden sich im Text an verschiedenen Stellen noch einige Karten über Deutschlands Zersplitterung im vorigen Jahrhundert und anderes. Daneben enthält das Buch eine große Anzahl von vorzüglichen Abbildungen, welche .das geschichtliche Werden der deutschen Eisenbahnen und ihrer Anlagen und Betriebsmittel in anschaulicher Weise dem Leser übermitteln. Neben Bildern über die ersten Anlagen der deutschen Eisenbahnen finden sich die Köpfe der Vorkämpfer der Eisenbahnbewegung, Ansichten älterer prägnanter Bauwerke, der verschiedenen Lokomotiv- und Wagentypen, mustergültige Werbeplakate, historische Uniformen, Siedlungsbauten und eine kleine Zahl guter Wiedergaben von Gemälden erster Künstler sowie zum Schluß einige sehr interessante Karikaturen über das Leben und Treiben auf den Eisenbahnen. Für denjenigen, der keine Muße hat, sich in die Lektüre des Buches zu vertiefen, sind allein diese Abbildungen ein interessantes und aufschlußreiches Mittel, sich über das Werden und Entstehen der Eisenbahnen ein Bild zu machen. Die Zahl der Abbildungen ist so groß, daß ein Verzeichnis darüber am Schluß des Buches erwünscht wäre.

Abschließend ist zu sagen, daß das Werk im ganzen und im einzelnen höchste Anerkennung verdient und daß es der in langer Verwaltungstradition geschulten Beamtenschaft der Deutschen Reichsbahn-Hauptverwaltung, die ein solches Werk zustande gebracht hat, das beste Zeugnis ausstellt. Kein Eisenbahner sollte sich den Ankauf dieses Standardwerkes entgehen lassen, das ihm und seinen Angehörigen auch in späteren Jahren stets neue Freude und Anregung bringen wird. Aber auch der Nichteisenbahner, der auch nur einiges Interesse für die Deutsche Reichsbahn hat, sollte sich mit dem Buche beschäftigen.

Wenn man die ungeheure mühevolle und erfolgreiche Arbeit betrachtet, welche die deutschen Eisenbahnen aus den ersten kleinen Anfängen zu der jetzigen Bedeutung geführt hat, dann drängt sich dem Leser des Buches die Überzeugung auf, daß wir, nachdem die ersten hundert Jahre verstrichen sind, sagen können:
Noch hundert Jahre Eisenbahn!

Dr. Erich Goudefroy

Aus: Die Reichsbahn 11 (1935) Heft 49, S. 1246-1248. - Der Rezensent war seinerzeit Präsident der Reichsbahndirektion Altona.

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