Zurück zur Startseite Ihr Mausklick für den schnellen Zugriff:

Der Link, der es bringt.
Die Buchtipps. / Die Rezensionen.
Das Autoren-Lexikon.
Zur nächsten Seite

 

Eisenbahn-Dumjahn online

 

Bank, Gerhard: Die Deutsche Bahn aktuell. Typen, Trassen, Impressionen 1994 bis heute. Stuttgart 2003 (Dumjahn-Nr. 0016711)
Dumjahn-Nr. 0016711

ISBN-10: 3440092437

Rainer Kolbe:
»
Trotz der Abstriche an fotografischer Kreativität, trotz der Kritik im Detail dennoch ein lohnender Band, der uns (fast) ein ganzes Jahrzehnt noch einmal vor Augen führt – und das zu einem erschwinglichen Preis

Der Autor
Gerhard Bank arbeitet als Eisenbahnfotograf für renommierte Fachzeitschriften. Seine Kosmos-Bücher »Reichsbahn-Nostalgie« und »Deutschlands Nebenbahnen« sowie »Hauptbahnen in Deutschland« haben ihm in der Eisenbahnszene große Anerkennung eingetrragen.

Zurück zur Liste der Rezensionen zur
Liste der Rezensionen

Zurück zu Dumjahn's Bahn-Bibliographie online
zu Dumjahn's Bahn-Bibliographie online

Pagerank erhoehen

Dumjahn's Bahn-Rezensionen online:
Dennoch ein lohnender Band


Bank, Gerhard: Die Deutsche Bahn aktuell. Typen, Trassen, Impressionen 1994 bis heute. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH : Stuttgart 2003. - Zur Bibliographie.

Der Blick durch das – angenäherte – Jahrzehnt gestaltet sich abwechslungsreich und interessant. Alt- und Neubaulokomotiven, West und Ost, unterschiedlichste Farbgebungen, Museumslokomotiven und ausländische Züge – tatsächlich ein abwechslungsreiches Jahrzehnt mit sehr vielen Facetten. Gut, daß uns das noch einmal vors Auge gebracht wird. Das nächste Jahrzehnt wird sicher weniger spannend: Dann sind alle Lokomotiven knallrot.

Ausgenommen natürlich die Fahrzeuge von ausländischen oder privaten Eisenbahnunternehmen. Denn der Titel ist etwas irreführend, keineswegs werden nur Lokomotiven und Züge der Deutschen Bahn AG gezeigt, auch einige private und ausländische Bahnen werden ins rechte Licht gerückt. Und auch der Untertitel, der bestenfalls auf den altbekannten Zirkusslogan »Menschen, Tiere, Sensationen« verweist, führt in die Irre. Denn es sind Bilder von Lokomotiven, von Zügen, mal in Landschaften, mal in Bahnhöfen – aber »Trassen«? Und Impressionen?

So schön viele Aufnahmen sind, für die Bezeichnung »Impressionen« fehlt ihnen einfach die Kreativität. Zug in Landschaft, von der Art gibt es mittlerweile viele Bücher. Zu viele vielleicht. Der enorme Druck auf dem Büchermarkt bringt es immerhin mit sich, daß ein solches Buch bei zwar geringerem Umfang nur noch halb so viel kostet wie das legendäre Buch »Die DB heute« von Georg Wagner, erschienen 1981. Jener Wagner übrigens ist in diesem Band ebenfalls mit einigen Aufnahmen vertreten.

In der Pressemitteilung zu diesem Buch wird fabuliert: »Mit der gesamten Modellpalette der Deutschen Bahn AG von 1994 bis heute!« Aber: Von den im fraglichen Zeitraum verkehrenden vier unterschiedlichen S-Bahn-Baureihen allein in Hamburg ist gerade mal eine auf einem Bild zu sehen. Von den sechs S-Bahn-Baureihen Berlins ebenfalls nur eine. Berlin und Hamburg sind ohnehin mit jeweils nur zwei Aufnahmen vertreten. Leute, das ist zuwenig! Klar, man kann nicht alles zeigen, was diese Städte bieten. Aber sie bieten sowohl an Typen als auch an »Trassen« soviel, daß vier Bilder für die beiden größten Städte des Landes einfach ein wenig albern wirken ...

Apropos Hamburg. Bei manchen Bildbeschreibungen hakt es ein wenig. Keineswegs liegt die S-Bahn auf Seite 11 im Wettrennen mit dem ICE auf dem Nebengleis eine Nasenlänge vor – die Züge fahren in unterschiedliche Richtungen! Wie an Signalen und an den roten Schlußlaternen des ICE auch für den zu erkennen ist, der mit den Gegebenheiten der Hamburger Bahnhöfe eher nicht so vertraut ist.

Menschen spielen in diesem Buch keine Rolle – und das ist wirklich ein großes Manko, wenngleich auch von Bildbänden dieser Art leider bekannt. Ab und an sieht man hinter der Frontscheibe einer Lokomotive einen Schatten, das war’s dann auch schon. Selbst bei den wenigen Aufnahmen in Bahnhöfen scheint die Devise zu gelten: Menschen stören. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor? Der Fahrgast als Störfaktor des Eisenbahnbetriebs?

Aber ja doch, in einem Bild (Seite 73) winken einige junge Leute dem vorbeifahrenden Zug zu. Dazu die Bildunterschrift: »Kein Zufall war jedoch der Einsatz der drei ‚Winkeelemente‘ (sic!). Für eine angemessene Aufbesserung ihres Taschengeldes hatten die drei Jungs ihren Spaß, dem Fotografen Bewegung ins Bild zu bringen.« Ja, gibt es denn wirklich so wenig Eisenbahner, Fahrgäste, Menschen an Bahnübergängen, daß man jetzt sogar welche bezahlen muß, damit sie einem Zug zuwinken? Oh Graus!

Übrigens mangelt es den meisten Bildern tatsächlich an Bewegung, und man sieht ihnen nicht an, ob der fahrende Zug tatsächlich fährt oder vielleicht nur herumsteht, eingefroren ist, auf die Schienen geschweißt, verdammt in alle Ewigkeit. Man weiß, daß der Zug fährt – aber sehen tut man es nicht. Das ist schade und macht selbst aus der Aufnahme eines ICEs auf einer Neubaustrecke ein beschauliches Diorama.

Trotz der Abstriche an fotografischer Kreativität, trotz der Kritik im Detail dennoch ein lohnender Band, der uns (fast) ein ganzes Jahrzehnt noch einmal vor Augen führt – und das zu einem erschwinglichen Preis.

Rainer Kolbe

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

Über den Rezensenten

Zum Seitenanfang


Zurück zur Liste der RezensionenZur Impressumseite Mit »Eisenbahn-Dumjahn online« immer auf dem richtigen Gleis ... Weiter zur nächsten Rezension

 

Eisenbahn-Dumjahn online

 

© Copyright 1999 by Horst-Werner Dumjahn. Alle Rechte vorbehalten
Dumjahn Verlag Strasse Immenhof 12 PLZ-Ort D-55128 Mainz International +49 +6131 330810 Telefon +49 6131 330810
Der »schnelle Draht« zu uns ist Ihre E-Mail: eisenbahn@dumjahn.de