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Fach, Rüdiger; Krall, Günter: Heeresfeldbahnen der Kaiserzeit (Dumjahn-Nr. 0016543)
Dumjahn-Nr. 0016543
ISBN-10: 3933613469

Peter J. Flaskamp:
»
Gerade weil sich dieses Buch kritisch mit der Geschichte und dem Einsatzzweck dieser Lokomotiven auseinandersetzt und sich nicht auf die Abbildung von gestellten Aufnahmen beschränkt und zudem mit gut lesbaren Texten aufwartet, ist die Lektüre für alle Freunde schmalspuriger Bahnen empfehlenswert.«

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In guten wie in schlechten Tagen

Fach, Rüdiger; Krall, Günter: Heeresfeldbahnen der Kaiserzeit. Verlag Kenning : Nordhorn 2002. - Zur Bibliographie.

»Was ist eigentlich eine Feldbahn bzw. eine Heeresfeldbahn? Als Feldbahn verstehen wir eine schmalspurige, in der Regel nichtöffentliche Gleisanlage, die mit geringem Aufwand hergestellt wird, häufig nur kurzzeitig besteht und vielfältigen Transporten dient« (Zitat S. 3) - so nüchtern beginnt das Buch »Heeresfeldbahnen der Kaiserzeit« des Autoren-Duos Rüdiger Fach und Günter Krall, die in diesem Buch »die Vielfältigkeit der Heeresfeldbahn in technikgeschichtlicher wie auch geographischer Hinsicht in den Jahren vor und während des Ersten Weltkrieges veranschaulichen« (Zitat S. 3) wollen.

Das Buch soll jedoch kein verklärter Rückblick oder eine Beschränkung auf die eingesetzte Technik sein, sondern sich ausdrücklich mit der Vergangenheit auseinandersetzen: »Die Heeresfeldbahnen dienten allerdings ausschließlich dazu, einen modernen Krieg führen zu können - einen Krieg, der Leid und Tod über zahllose Menschen und so auch die Eisenbahner brachte und enorme Sachwerte vernichtete. Hinter alledem standen Menschen, die stets ihre Pflicht zu erfüllen hatten, und das unter allgegenwärtiger Angst vor Verletzung und Tod, bei mangelhafter Verpflegung und Unterkunft, Schlafmangel sowie angesichts von Repressalien, denen auch die auf den Feldbahnen arbeitenden Gefangenen ausgesetzt waren. Der Bau und Betrieb der Bahnen forderte einen hohen Blutzoll. So mancher Soldat oder Kriegsgefangene wurde - bis zur völligen Erschöpfung arbeitend - von einem Geschoß getroffen und kam dabei ums Leben oder kehrte als Kriegsversehrter heim« (Zitat S. 3). Ihr Ziel, die Heeresfeldbahnen unter all diesen Aspekten zu beschreiben, haben die Autoren erreicht.

Das Buch gliedert sich in sieben Themenbereiche. Nach einem einführenden Kapitel über »Die Eisenbahntruppe« folgen 14 Kapitel über die eingesetzten »Fahrzeuge« (d. h. über die verschiedenen Arten von Dampflokomotiven ebenso wie über Motorlokomotiven oder Wagen).

Daran schließt sich der Abschnitt »Übungsplätze, Festungsbahnen« mit acht Kapiteln an, dem drei Kapitel im Abschnitt »Bau und Betrieb« folgen. Der Abschnitt »Übungsbahnen« behandelt in fünf Kapiteln die zwischen 1892 und 1909 bei Manövern angelegten Bahnen, hieran schließt sich ein Abschnitt über die Kolonie »Deutsch-Südwestafrika« an. Der letzte Abschnitt, »Fronteinsatz«, behandelt die Situation hinter der Front allgemein beziehungsweise die Westfront, die Ostfront, die Heeresfeldbahn Belzec - Trawniki und schließlich die Südfront. Nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt, aber ebenso interessant, ist das Kapitel Friedenseinsätze sowie der obligatorische Anhang.

Informative Texte werden mit weit über 400 Fotos kombiniert, deren Spanne von nüchternen Werkaufnahmen über bei Übungen stolz posierende (oder euphorisch an die Front ziehende) Soldaten, nachdenkliche Parolen (S. 14), abgewirtschaftetes Material (S. 19), ausgemergelte Gestalten und Lazarettzüge bis zu kriegszerstörtem Material (z. B. S. 99, 116, 162) reicht. Oft beklemmend wirkt gerade die vermeintlich dargestellte Idylle (z. B. S. 61) bzw. verraten die Gesichter der abgebildeten Menschen, daß der Schein trügt.

Die Heeresfeldbahnloks waren stets so etwas wie Esel: Sie waren zahlreich, wurden stets weit geringer geachtet als stolze Rösser (hier Schnellzugloks) oder kräftige Ackergäule (Güterzuglokomotiven) und zogen keine bewundernden Blicke auf sich, doch halfen gerade sie durch ihre preiswerte, robuste und genügsame Konstruktion, abgelegene Gebiete zu erschließen - es waren eben Arbeitstiere, im Krieg wie im Frieden. Es war an der Zeit, ihre Geschichte ausführlicher zu beschreiben, als dies in der Vergangenheit passierte (ohne zugleich die Leistungen etwa Walter Seidenstickers oder Alfred Gottwaldts schmälern zu wollen - diese hatten einfach eine andere Zielsetzung).

Gerade weil sich dieses Buch kritisch mit der Geschichte und dem Einsatzzweck dieser Lokomotiven auseinandersetzt und sich nicht auf die Abbildung von gestellten Aufnahmen beschränkt und zudem mit gut lesbaren Texten aufwartet, ist die Lektüre für alle Freunde schmalspuriger Bahnen empfehlenswert.

Peter J. Flaskamp

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