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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Kluttig, Steffen: Eisenbahnhistorie im Muldenland. Der Eisenbahnknoten Rochlitz und seine Sandbahnen (Dumjahn-Nr. 0016734)
Dumjahn-Nr. 0016734
ISBN-10: 3980825043

Manfred Weisbrod:
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Man könnte dieses Buch trotz seiner gestalterischen Gebrechen, trotz teilweise schlechter Bildqualität im historischen Teil (S. 20-23) und trotz der bescheidenen sprachlichen Mittel bei der Abfassung des Textes uneingeschränkt empfehlen, wenn es nicht von einer unglaublichen Vielzahl von orthographischen und Interpunktionsfehlern, von Fehlern in der Getrennt- und Zusammenschreibung wimmeln würde

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Kluttig, Steffen: Eisenbahnhistorie im Muldenland. Der Eisenbahnknoten Rochlitz und seine Sandbahnen. Bildverlag Thomas Böttger : Witzschdorf 2003. - Zur Bibliographie.- Zur Bibliographie.

Das 23 x 25 cm große Buch mit festem Einband ist keine Kopie des 1994 in 2. Auflage bei transpress erschienenen Buches »Die Muldental-Eisenbahn« von Manfred Berger, der sich nur auf die Strecke Glauchau - Großbothen - Wurzen beschränkte.

Steffen Kluttig stellt zwar auch die Muldental-Eisenbahn in den Mittelpunkt, behandelt aber überdies alle anderen Linien, die mit dem Eisenbahnknoten Rochlitz Verbindung hatten. Das sind die Strecken Waldheim - Rochlitz, Chemnitz - Wechselburg - Rochlitz, Penig - Narsdorf - Rochlitz und Langenleuba-Oberhain - Altenburg. Kluttig beschreibt die Strecken von der Entstehung bis zur Betriebseinstellung. Die Kartenskizze auf Seite 2 (alle Skizzen, blitzsauber gezeichnet, stammen von Katrin Böttger) dokumentiert, welche Bedeutung die Bahnen um Rochlitz in wirtschaftlicher und strategischer Hinsicht für den mittelsächsischen Raum besaßen.

Die Muldental-Eisenbahn als Nord-Süd-Verbindung verknüpfte auf mannigfache Weise die Ost-West-Verbindungen von Leipzig nach Dresden und von Werdau nach Chemnitz.

Heute verkehrt von Glauchau bis Wurzen, von Waldheim bis Altenburg und von Rochlitz bis Chemnitz keine Eisenbahn mehr. In wenigen Jahren hat es die DB AG mit krimineller Energie geschafft, Verkehr zu beseitigen, Strecken zuwachsen und Bahnbauten verfallen zu lassen. Das alles zeichnet Steffen Kluttig nach, wenngleich oft die nostalgische Verklärung mit dem Abschiedsfoto der letzten Dampflokfahrt die Tragik der Demontage einer einst intakten Infrastruktur überdeckt.

Nun haftet nicht nur den Bahnhöfen der Muldental-Eisenbahn der Makel an, zu weit von den Stadtzentren entfernt zu liegen. Beim Bahnbau sagte man sich damals sicherlich, ein Bahnhof in einem km Entfernung sei besser als kein Bahnhof, doch heute gelten anderen Maßstäbe. Wenn auch vielerorts die Städte auf die Bahnhöfe zu wuchsen, attraktive Haltepunkte sind sie nie geworden. Das gilt für die Städte und Gemeinden Penig, Narsdorf, Waldenburg, Rochlitz, Lastau, Geringswalde, Hartha, Waldheim, Grimma und Wurzen.

Das Buch sucht seine Zielgruppe unter den Anliegern der beschriebenen Bahnstrecken und sollte sie auch dort finden. Es ist, vor allem im jüngeren Teil der Streckengeschichte, gut illustriert. Verleger Thomas Böttger hat kurz vor Ultimo noch viel Interessantes mit der Kamera eingefangen, wo andere Fotografen schon abdrehten und meinten, hier sei nichts mehr los. 

Beim Leser, der die Gegend und die Bahnen kennt, kommt Wehmut auf mit dem Wissen, daß sich hier kein Rad mehr dreht und Wut darüber, wie das bewerkstelligt wurde. Eine defekte Weiche im Bahnhof Rochlitz unterbrach den Verkehr nach Großbothen. Ersatzteile für diese Weiche lagen ein Jahr lang ungenutzt im Dreck, bis man sie wieder abfuhr. Als die Russen noch das Sagen hatten, nannte man das Sabotage und reagierte angemessen. Warum wird der Leiter der verantwortlichen Bahnmeisterei nicht ermittelt, benannt und strafrechtlich verfolgt?

Kluttig behandelt die wichtigsten Betriebsstellen der einzelnen Strecken, versäumte allerdings, übersichtlich nach Strecken zu gliedern. Unfälle und Betriebsstörungen werden ebenso aufgelistet wie der Fahrzeugeinsatz der Bahnbetriebswerke Rochlitz und Glauchau. Eine Portion »Bahndammlatscherlatein« fehlt natürlich auch nicht.

Man könnte dieses Buch trotz seiner gestalterischen Gebrechen, trotz teilweise schlechter Bildqualität im historischen Teil (S. 20-23) und trotz der bescheidenen sprachlichen Mittel bei der Abfassung des Textes uneingeschränkt empfehlen, wenn es nicht von einer unglaublichen Vielzahl von orthographischen und Interpunktionsfehlern, von Fehlern in der Getrennt- und Zusammenschreibung wimmeln würde.

Ich habe noch nie ein Buch mit einer derartigen Menge an Fehlern in der Hand gehabt. Dem Verfasser Steffen Kluttig muß man sagen, daß es nicht ausreicht, einen Facharbeiterbrief als Betriebseisenbahner zu besitzen, um sich als Buchautor zu präsentieren. Gewisse Grundkenntnisse der deutschen Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung sollten schon vorhanden sein. Das gilt wohl auch ohne Abstriche für den Verleger Thomas Böttcher. Der sollte sich schon ein Manuskript durchlesen, ehe er es annimmt und nicht in Ehrfurcht vor dem geschriebenen Wort des Autors erstarren. Sonst entsteht der Eindruck, die Kenntnisse der deutschen Sprache lägen bei Verleger und Autor auf gleich niedrigem Niveau.

Wenn auf einer Druckseite (S. 17) elf (!) Fehler zu finden sind, wenn vom Schlesischen Ostseehafen (S. 19) die Rede ist, vom Wertegang des Bahnbaus (S. 32) oder vom Freiaport (S. 56), wenn im Bf Remse nur Planungsreste die ehemalige Gleislage erahnen lassen (S. 67) und die Station Lunzenau seine größte Ausdehnung erreicht (S. 61), kann man anhand dieser wenigen Beispiele erahnen, was alles noch geboten wird.

Es hätte ein schöner und gut bebilderter Nekrolog über eine bemerkenswerte sächsische Bahnstrecke mit ihren Querverbindungen werden können, wenn nicht Schlamperei und mangelnde Qualifikation eine Zumutung für den Leser entstehen ließen. Bevor man ein neues Buchprojekt angeht, sollte man sich einen DUDEN kaufen. Besser zwei, für jeden einen.

Manfred Weisbrod

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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