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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Culemeyer, Johann: Die Eisenbahn ins Haus. Die Beförderung von Eisenbahnwagen und Schwerlasten mit Straßenfahrzeugen (Dumjahn-Nr. 0017298)
Dumjahn-Nr. 0017298
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Dr. Pirath:
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Das bewegliche Anschlußgleis


Culemeyer, Johann: Die Eisenbahn ins Haus. Die Beförderung von Eisenbahnwagen und Schwerlasten mit Straßenfahrzeugen. Otto Elsner Verlagsgesellschaft : Berlin / Wien / Leipzig 1939. - Zur Bibliographie.

Der Gedanke eines Hausverkehrs mit Eisenbahnwagen über Schienen und Straßen ist so alt wie die Eisenbahn selbst. Er mußte so lange in der Theorie stecken bleiben, als die Zugkräfte auf den Straßen in einem so großen Mißverhältnis zu denjenigen auf den Eisenbahnen standen, wie es zur Zeit des Fuhrwerksverkehrs auf den Straßen der Fall war. Er mußte weiterhin technisch und praktisch so lange scheitern, als man glaubte, durch den Bau von Amphibienfahrzeugen, die sowohl auf Schienen wie auf Straßen laufen können, den Gedanken verwirklichen zu können. Die Amphibienfahrzeuge, das zeigen nicht allein Versuche im Eisenbahnstraßenverkehr, sondern auch im Bau von Amphibienflugzeugen für Wasser- und Landflugzeuge, bieten immer große Schwierigkeiten konstruktiver, betrieblicher und wirtschaftlicher Art, die es zu keiner organischen Einheit zwischen Fahrzeug und Weg kommen lassen und deren Überwindung daher unfruchtbar sein mußte.

Es ist grundsätzlich von Culemeyer ein richtiger Weg eingeschlagen worden, wenn er bei dem Bau seiner Straßenfahrzeuge zur Beförderung von Eisenbahnwagen den Gedanken an ein Amphibion von vornherein ausgeschlossen und ein besonderes Straßenfahrzeug zur Aufnahme der Eisenbahnwagen und damit gleichsam das bewegliche Anschlußgleis gestaltet hat. Der besondere verkehrstechnische und -wirtschaftliche Erfolg, den bisher die Deutsche Reichsbahn mit diesen Fahrzeugen erzielt hat, rechtfertigt ihre eingehende literarische Behandlung, die bisher nur in Einzelabhandlungen vorlag, aber der Bedeutung dieses Verkehrsinstruments nicht genügend gerecht wurde.

In dem vorliegenden Werk stellt der Verfasser das Thema ‘Die Eisenbahn ins Haus’ in einen größeren verkehrswirtschaftlichen und -technischen Rahmen. Es ist erklärlich, daß, wie in den ersten Abschnitten ausgeführt wird, die geschichtliche Entwicklung der konstruktiven Vorschläge zum Bau von Straßenfahrzeugen für die Beförderung von Eisenbahnwagen besonders in der Nachkriegszeit eine stark zunehmende Tendenz unter der Gunst der durch den Kraftwagen gebotenen stärkeren Zugkräfte auf den Straßen zeigte. Von den vierzehn in den Jahren 1921 bis 1934 angemeldeten Patenten wurden außer den Fahrzeugen der Reichsbahn nur vier praktisch gebaut. Die eingehende prinzipielle Behandlung all dieser Vorschläge läßt das starke und schöpferische Ringen nach einer geeigneten Lösung erkennen und die besonders glücklichen Konstruktionswege, die Cu1emeyer eingeschlagen hat, vor Augen treten.

Es werden dann eingehend die Straßenfahrzeuge der Reichsbahn nach Verwendungszweck, Baurichtlinien und nach den Bauarten behandelt. Außerordentlich klare und anschauliche Konstruktionszeichnungen über das Straßenfahrzeug als selbständiger Anhänger und als Sattelanhänger vermitteln einen für jeden verständlichen Einblick in die Besonderheiten der verschiedenen Bauarten und in die umfassende konstruktive und gedankliche Arbeit, die bis zum verkehrsreifen Instrument geleistet werden mußte. Besonders überzeugend wirkt die Synthese zwischen betrieblicher Forderung und technischer Durchbildung des Objektes im ganzen und in seinen Einzelheiten. Auch die zum Schleppen der Straßenfahrzeuge notwendigen Schlepper sind hiernach gebaut worden, so daß sie eine Sonderkonstruktion darstellen, deren verkehrsmaschinentechnischer Charakter große Zugkräfte bei kleinen Geschwindigkeiten ist, eine Forderung, die bekanntlich bei dem Verbrennungsmotor mit seiner ungünstigen flachen Drehmoment-Umdrehungskurve besonders schwierig zu erfüllen ist.

Dem Konstruktionsteil folgt nun der wichtige Teil über die Voraussetzungen für den öffentlichen Verkehr mit Straßenfahrzeugen für Eisenbahnwagen nach gesetzlichen Bestimmungen, Fahrzeugbegrenzung, Beanspruchung der Straßen und Brücken. Auf ihm baut sich der Abschnitt über den eigentlichen Betrieb und Verkehr mit den Straßenfahrzeugen auf, die beide je nach dem Verkehrsfall vom technischen, verkehrlichen und wirtschaftlichen Standpunkt aus geprüft werden müssen. Wichtige Angaben über die durchschnittlichen Beförderungskosten werden gemacht, wobei man sich allerdings noch vom Standpunkt des Verkehrskunden und des planenden Verkehrsfachmanns einen Vergleich zwischen den Bedienungskosten für ein festes Anschlußgleis und ein bewegliches Anschlußgleis für einige normale Fälle gewünscht hätte.

Die Einrichtungen zum Bereitstellen und Überladen von Eisenbahnwagen auf den Bahnhöfen werden systematisch in Anlehnung an verschiedene Bahnhofsformen behandelt und kritisch beleuchtet, ein Gebiet, über das bisher die Literatur nichts gebracht hatte und das daher an dieser Stelle grundsätzlich und neu untersucht wird. Die bisher gesammelten Erfahrungen werden in prinzipiellen Gleisskizzen verwertet, die zum Teil eine gewisse Beeinflussung der Güterverladeanlagen erkennen lassen. Die Behandlung der Eisenbahnwagen auf den Werkhöfen verlangte besondere Einrichtungen in Gestalt von festen und fahrbaren Absatzgleisen, die an Einfachheit der Konstruktion und der Betriebsbereitschaft nichts zu wünschen übrig lassen. Aus dem reichen Schatz der Betriebs- und Verkehrserfahrungen wird ein bemerkenswerter Überblick über die mannigfaltigen Einsatzmöglichkeiten der Straßenfahrzeuge gegeben.

In einem großen Schlußabschnitt wird die Beförderung von schweren Einzellasten mit Straßenfahrzeugen nach der technischen und betrieblichen Seite dargelegt. Die ungewöhnlichen Sonderleistungen, die hierbei geboten werden, haben der Wirtschaft ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der Industrie neue Wege für die fabrikfertige Montage von Maschinen oder Maschinenteilen eröffnet.

Das Werk ist von besonderem geschichtlichem, wissenschaftlichem und technischem Wert. Die Entwicklung des Straßenfahrzeuges für die Beförderung von Eisenbahnwagen aus dem Leben des Betriebes und den Bedürfnissen des Verkehrs heraus durch schöpferische Gestaltungskraft des Konstrukteurs, wie sie hier dargestellt ist, ist ein Schulbeispiel für eine universale verkehrstechnische Leistung im Dienst des Verkehrswesens und damit der Allgemeinheit. Die ausgezeichnete Ausstattung des Werkes nach Text und Zeichnungen durch den Verlag verdient besonders hervorgehoben zu werden. Dem Buch gebührt eine weite Verbreitung nicht allein in den eigentlichen Fachkreisen der Verkehrstechnik, sondern vor allem auch in den Kreisen der Wirtschaft, in deren Dienst das neuartige Fahrzeug sich weiter bewähren wird.

Dr. Pirath

Aus: Die Reichsbahn 15 (1939) Nr. 18, S. 457-458.

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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