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Hürlimann, Hugo; Jacobi, Sebastien: Das Ende der Dampfepoche in der Schweiz. Fin de l' epoque vapeur en Suisse (Bahnhomantik). Zürich 2004 (Dumjahn-Nr. 0017270)
Dumjahn-Nr. 0017270
ISBN-10: 3909111041
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Joachim Seyferth:
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Eine qualitativ hochwertige Bildbandreihe wie 'Bahnromantik' verleitet natürlich zum Sammeln und diesem Trieb kann mit dieser Folge 'Das Ende der Dampfepoche in der Schweiz' bedenkenlos nachgegangen werden.
Wie schön, daß da mit diesem Bildband nur 'leise Wehmut' (AS-Verlagstext) aufkommt und für eine kurze Zeit die große Wut über eine fehlende Verkehrskultur hierzulande verdrängt.
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Nur mit »leiser Wehmut«


Hürlimann, Hugo; Jacobi, Sebastien: Das Ende der Dampfepoche in der Schweiz. Fin de l' epoque vapeur en Suisse (Bahnhomantik). AS Verlag & Buchkonzept : Zürich 2004. - Zur Bibliographie.

Der Hobbyfotograf Hugo Hürlimann (1908 -1981) war mit seiner Leidenschaft und seiner Ausdrucksform so etwas wie ein Carl Bellingrodt der Schweiz: Seit den 1920er Jahren dokumentierte er den eidgenössischen Dampfbetrieb, der bekanntlich durch die rasche und umfassende Elektrifizierung des Schweizer Bahnnetzes zumindest bei den SBB bereits in den sechziger Jahren eingestellt wurde. Jetzt hat der Sohn Hugo Hürlimann junior, der sich schon als kleiner Junge von der Begeisterung seines Vaters für Dampflokomotiven anstecken ließ und ihn auf »Fotojagden« begleitete, für die Bildbandreihe »Bahnromantik« des Zürcher AS-Verlages rund 120 Aufnahmen aus der väterlichen Sammlung zusammengestellt. Gemeinsam mit dem Eisenbahnjournalisten und ehemaligen SBB-Mitarbeiter Sebastien Jacobi, der im Textteil die Hintergründe zum Rückgang des Schweizer Dampfbetriebes vermittelt, entstand die Dokumentation »Das Ende der Dampfepoche in der Schweiz«, die wiederum den ästhetischen Ansprüchen des Verlages und dieser Buchreihe gerecht wird.

Schweizer Eisenbahnen und Dampflokomotiven: Das wird heute gar nicht mehr assoziiert, denn zu dominant prägte sich das frühe Elektrifizierungsprogramm mit den markanten »Krokodilen« und den späteren eleganten Elektrolokomotiven mit der »Bügelfalte« ein. Um so nostalgischer erscheinen die Photographien in diesem Band, von denen die meisten dennoch »erst« ein gutes halbes Jahrhundert alt sind und hier in drei Bildkapitel aufgeteilt werden: »Durch die Ostschweiz«, »Kühne Bergstrecken« sowie »Jura - Mittelland - Genfersee«. Hugo Hürlimann hat die ästhetisch-filigranen Schweizer Dampflokomotiven mit ihrer charakteristischen Schornstein-Krempe sehr abwechslungs- und motivreich fotografiert, Bahnhofsaufnahmen wechseln sich mit freier Landschaft und Brückenbauwerken sowie mit Aufnahmen in Depot und Werkstatt ab; hinzu kommen unterschiedliche Jahreszeiten und Wettersituationen.

Die meisten Fotos vermitteln Lokalbahncharakter und die damit verbundene Idylle, waren die großen Linien in der Schweiz zu dieser Zeit doch schon elektrifiziert und Dampfeinsätze unter dem Fahrdraht die immer seltenere Ausnahme. Aufsehen erregende Motive von tunnelreichen Gebirgsstrecken mit kühnen Viadukten sind in diesem Bildband also kaum zu finden, diese sind anderen Veröffentlichungen, (auch) aus dem AS-Verlag vorbehalten. Vielmehr vermitteln die Bilder Hürlimanns einen würdevollen Ausklang der Schweizer Dampftraktion in für eidgenössische Verhältnisse unspektakulären, aber nicht minder reizvollen Landstrichen am Rande der großen Verkehrsströme. Unterstrichen wird dies wiederum durch den warmschwarzen Duoton-Druck und anhand einer meist hervorragenden Abbildungsqualität und Schärfe. Einige doppelseitige Abbildungen leiden zwar unter Bewegungsunschärfe und hätten vielleicht zu Gunsten prägnanterer und vor allem schärferer Motive ausgetauscht werden sollen, aber weil man alten Fotos viel verzeiht und ein gewisser Mangel an Perfektion gerade erst ihren Reiz und ihren Zeitkolorit verstärkt, kann dies nicht als wirklicher Mangel gewertet werden.

Eine qualitativ hochwertige Bildbandreihe wie »Bahnromantik« verleitet natürlich zum Sammeln und diesem Trieb kann mit dieser Folge »Das Ende der Dampfepoche in der Schweiz« bedenkenlos nachgegangen werden. Das Ende der Eisenbahnepoche in der Schweiz werden wir und unsere Nachfahren mit der felsenfesten Sicherheit eines Matterhorns gottlob nie erleben, dagegen ist das Schicksal der Eisenbahnepoche in Deutschland angesichts des Niedergangs des Schienenfernverkehrs und zunehmendem DB-Güterverkehr auf der Straße schon fast besiegelt. Wie schön, daß da mit diesem Bildband nur »leise Wehmut« (AS-Verlagstext) aufkommt und für eine kurze Zeit die große Wut über eine fehlende Verkehrskultur hierzulande verdrängt.

Joachim Seyferth

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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