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Riepelmeier, Garrelt; Schütte, Ingrid u.a.: Eisenbahnen in Lippe. Hövelhof 2005 (Dumjahn-Nr. 0017644)
Dumjahn-Nr. 0017644

ISBN-10: 3937189173
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Rainer Kolbe:
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Ein vielfältiges Programm für den Leser über die Eisenbahnen in einem 'zwischen den Magistralen' liegenden Landkreis. Übrigens fuhr 1892 der allererste echte D-Zug durch Lippe, also der erste Zug mit Durchgangswagen. Kleines Manko, typisch lippisch: Er fuhr hier ohne Halt durch ..

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»Westfalen als solches!
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Riepelmeier, Garrelt; Schütte, Ingrid u.a.: Eisenbahnen in Lippe. DGEG Medien : Hövelhof 2005. - Zur Bibliographie.

Zwischen den großen Strecken Hannover – Bielefeld – Hamm und Hannover – Altenbeken – Hamm verblieb der Kreis Lippe lange im Schatten: verkehrsgeographisch ungünstig gelegen, politisch zwergenhaft, arm an Bodenschätzen. Zwar gab es schon früh vielfältige Bemühungen, die wirtschaftlichen Segnungen der Eisenbahn ins Fürstentum zu bringen, und doch dauerte es im kleinen Fürstentum länger als andernorts. Die ersten Gleise wurden 1872 eingeweiht, ein Eckchen der Hannover-Altenbekener Eisenbahn führte über lippisches Gebiet. Der erste Zug, der den Kleinstaat nicht nur streifte, fuhr erst 1880 von Herford nach Detmold.

Und die ganz großen Züge verkehrten hier nie. Im Zentrum der Betrachtung stehen die Strecken Herford – Himmighausen (– Altenbeken) und Bielefeld – Lage – Hameln. Dazu kommt die betrieblich herausragende Position des Bahnhofs Lage. Die Kapitel beschreiben die Entstehung des Eisenbahnnetzes und seine Entwicklung chronologisch vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Zu den behandelten Themen gehört der »Blomberger Pengel«, eine Stichbahn von Schieder nach Blomberg, ebenso wie – natürlich – die Extertalbahn. Raum finden auch die »Landeseisenbahn Lippe« und die »Bahnen der Dörentruper Sand- und Thonwerke«. Ein vielfältiges Programm für den Leser über die Eisenbahnen in einem »zwischen den Magistralen« liegenden Landkreis. Übrigens fuhr 1892 der allererste echte D-Zug durch Lippe, also der erste Zug mit Durchgangswagen. Kleines Manko, typisch lippisch: Er fuhr hier ohne Halt durch ...

Eingeklinkte kurze Kapitel, »Exkurse« genannt, informieren über Themen am Rande – über den Sylbacher Unfall etwa, über die Etappen eines Eisenbahnfreundes und über die Kleinlokomotiven, die im Kreis stationiert waren. Besonderes Lob verdient die Auswahl der Fotos, sie ist ausgewogen, abwechslungsreich und stimmig, der Druck ausgezeichnet. Auch abseitige Themen und längst abgebaute Streckenteile können gezeigt werden.

Wer liest so ein Buch? Natürlich derjenige, der dem Kreis Lippe irgendwie verbunden ist. Aber auch derjenige, der sich ganz allgemein für die Geschichte der Eisenbahn interessiert, kann hier auf seine Kosten kommen. Einen gewissen exemplarischen Charakter kann man dem Buch nicht absprechen, und vieles hier über die Geschichte Gesagte läßt sich ohne große Mühe auf andere Teile des Landes übertragen. Auch sind es die zum Teil persönlichen Geschichten am Rande, die das Buch sehr lesenswert machen.

Erfreulich, daß die Autoren dem Sog der Vergangenheit nicht nachgegeben haben und sie also nicht verklären. Da ist genügend Raum zwar für persönliche Erinnerungen an »die gute, alte Zeit«, aber ebenso genügend Realismus, der kennzeichnend ist für das ganze Buch. Im Exkurs über den »Hauch der weiten Welt«, in dem die Fernreisezüge behandelt werden, die den Landkreis durchfuhren, heißt es abschließend: »Wer zur Ansicht neigt, früher sei man als Bahnfahrer besser weggekommen, der möge bedenken, daß nicht alle regelmäßigen Bahn-Nutzer Eisenbahnfans sind. Und daß diese Pendler einen dichten, leicht zu merkenden Taktfahrplan wohl eher zu schätzen wissen als den Hauch der weiten Welt, wie er früher ein paar Mal täglich über Bad Salzuflens, Lages oder Detmolds Bahnsteige wehte.« So ist es.

Rainer Kolbe

© Aus SCHIENE 25 (2006) Nr. 3, S. 54-56 - mit freundlicher Genehmigung des Joachim Seyferth Verlages.

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