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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Horn, Roland (Fotos): Berlin Hauptbahnhof. Berlin 2006 (Dumjahn-Nr. 0017646)
Dumjahn-Nr. 0017646
ISBN-10: 3894793279

ISBN-13:
9783894793302
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Georg Beck:
»
Doch was man von dem Bahnhof auch immer halten mag – der Deutschen Bahn AG sei zumindest zugute gehalten, daß sie die Entstehung dieses herausragenden Bildbandes unterstützt hat.«

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Ein herausragender Bildband


Horn, Roland (Fotos): Berlin Hauptbahnhof. Nicolaische Verlagsbuchhandlung : Berlin 2006. - Zur Bibliographie.

Anläßlich der Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofs ist ein anspruchsvoller Bildband über die Entstehung dieses Bauwerks erschienen, mit Fotografien des professionellen Architekturfotografen Roland Horn, der die Bauarbeiten seit 1998 dokumentiert hat.

Der Aufwand, den Horn auf sich genommen hat, war beträchtlich: »Er ist mit den Bautauchern ins Wasser gestiegen, bewegte sich mit den Arbeitern im Matsch der Baugruben, folgte ihnen in das Dickicht der Bewehrungsstähle und der Baugerüste, stieg auf die höchsten Kräne und fand dabei genau die Momente, in denen ein solcher Bau wächst und sich verwandelt« – so beschreibt Joseph Hoppe die Arbeit des Fotografen (Seite 23). Das Ergebnis kann man nicht nur im vorliegenden Bildband betrachten, sondern – noch bis zum 30. August 2006 – auch in einer Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin.

Die gezeigten Fotografien sind technisch einwandfrei: perfekte Bildkompositionen, aufgenommen mit einer Mittelformat- oder Plattenkamera und makellos wiedergegeben, die Schwarzweißaufnahmen (die etwas mehr als die Hälfte an der Gesamtzahl ausmachen) im aufwendigen Duotondruckverfahren. Die Bilder vermitteln einen guten Eindruck von der Entstehung eines modernen Großbauwerks, sie zeigen, wie aus Betonmassen eine transparente Glas-Stahl-Konstruktion wächst. Natürlich sind immer wieder die Bauarbeiter zu sehen, gelegentlich effektvoll in Pose gesetzt. So ist Horns Werk auch als Würdigung ihrer Leistung zu verstehen.

Ein innovatives eisenbahntechnisches Motiv ist etwa der Blick in einen Tunnel über das Herzstück einer Weiche hinweg (Seite 136). Andere Aufnahmen erhalten ihren Reiz durch die Berliner Stadtsilhouette im Hintergrund. Schließlich bringen unterschiedliche Lichtverhältnisse Abwechslung, besonders die im Gegenlicht oder in der Dämmerung aufgenommenen Fotos wirken stimmungsvoll.

Trotz seiner Qualität dürfte das Buch manchen, der sich mehr für Eisenbahnen als für Großbaustellen interessiert, etwas enttäuschen. Typische Eisenbahnatmosphäre kommt nur auf wenigen Bildern zum Ausdruck, vom Betrieb und von den Reisenden auf dem bereits vor vier Jahren eröffneten S-Bahnsteig ist kaum etwas zu spüren. Im Farbteil bereichern Züge zwar hie und da als bunte Farbtupfer die ansonsten dominierenden Blau- und Grautöne, aber die Aura vieler Fotos wäre wohl doch im Großen und Ganzen dieselbe geblieben, hätte Horn etwa einen Flughafen anstelle eines Bahnhofs fotografiert. Dies bedeutet keinerlei Abwertung seines Werks, sondern es soll nur darauf hingewiesen werden, daß man über den Puffer-Tellerrand hinausschauen muß, um es schätzen zu lernen.

Die eingestreuten Textbeiträge erreichen nicht alle das Niveau des Bildteils. Lesenswert ist auf jeden Fall der Aufsatz von Alfred Gottwaldt über den alten Lehrter Bahnhof, der einst den Platz des heutigen Hauptbahnhofs einnahm.

Auch die beiden Beiträge des Architekturkritikers Falk Jaeger, der die städtebauliche und die architektonische Konzeption des neuen Hauptbahnhofs erläutert sowie einen Überblick über neuere Großstadtbahnhöfe in Europa und Japan bietet, sind aufschlußreich. Dagegen hätten die Ausführungen des Kunsthistorikers Reinhard Alings noch gekürzt und überarbeitet werden sollen; sie fallen durch mancherlei Wiederholungen dessen auf, was bereits Jaeger gesagt hat, und lesen sich stellenweise wie ein PR-Text der DB AG. Es sei dahingestellt, ob der Bahnhof tatsächlich das »Herzstück des europäischen Schienenfernverkehrsnetzes« ist (Seite 21) und in eine Reihe mit den Bauten von Schinkel, Behrens und Mies von der Rohe gestellt werden kann (Seite 168). Jedenfalls hat man in der Tagespresse, aber auch in der SCHIENE (Nr. 6/2005, S. 22-26) schon kritischere Stimmen zu dem Projekt gehört, als sie im vorliegenden Buch zu Wort kommen.

Doch was man von dem Bahnhof auch immer halten mag – der Deutschen Bahn AG sei zumindest zugute gehalten, daß sie die Entstehung dieses herausragenden Bildbandes unterstützt hat.

Georg Beck

© Aus SCHIENE 25 (2006) Nr. 3, S. 54 - mit freundlicher Genehmigung des Joachim Seyferth Verlages.

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