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Hahn, Ursula; Hochbruck, Hubert (Redaktion): Jahrbuch des Bahnwesens. Nah- und Fernverkehr. Zehn Jahre Bahnreform in Deutschland. Band 53 - Hamburg 2004 (Dumjahn-Nr. 0017268)
Dumjahn-Nr. 0017268
ISBN-10: 3777103152
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Stefan Schaarschmidt:
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Da einige Aspekte in verschiedenen Aufsätzen behandelt werden, kommt es vereinzelt zu Wiederholungen und teils divergierenden Bewertungen bestimmter Sachverhalte. Hier ist der Leser eingeladen, die Fakten gegeneinander abzuwägen und sich eine eigene Meinung zu bilden.«

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Dumjahn's Bahn-Rezensionen online:
Zehn Jahre Bahnreform - sich

eine eigene Meinung bilden

Hahn, Ursula; Hochbruck, Hubert (Redaktion): Jahrbuch des Bahnwesens. Nah- und Fernverkehr. Band 53 - 2004/05. Eurailpress Tetzlaff-Hestra : Hamburg 2004. - Zur Bibliographie.

Zehn Jahre nach Einleitung der Bahnreform in Deutschland erscheint dem Herausgeber (Förderkreis des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, Köln und Verband der Bahnindustrie in Deutschland, Berlin) die Zeit reif für eine Zwischenbilanz: Welche Vorhersagen haben sich bewahrheitet, was hat sich anders als erwartet entwickelt, wo und in welcher Form besteht Nachbesserungsbedarf?

Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beleuchten die Bereiche, denen die Bahnreform einschneidende Veränderungen beschert hat: Schienenpersonennah- und -güterverkehr sowie Bahnindustrie. Anhand von Beispielen (ÖPNV-Entwicklung in Schleswig-Holstein, Regiobahn Kaarst – Mettmann, S-Bahn-Verlängerung Neugraben – Stade) wird erläutert, welche Möglichkeiten sich seit dem 1. Januar 1994 ergeben haben. Bei den Autoren herrscht Einigkeit, daß der ÖPNV durch Bahnreform und Regionalisierung sowohl in fahrplan- als auch fahrzeugtechnischer Hinsicht deutliche Verbesserungen erfahren hat (wobei sich nach Ansicht des Rezensenten über den Reisekomfort der porträtierten Neubaufahrzeuge streiten läßt).

Da einige Aspekte in verschiedenen Aufsätzen behandelt werden, kommt es vereinzelt zu Wiederholungen und teils divergierenden Bewertungen bestimmter Sachverhalte. Hier ist der Leser eingeladen, die Fakten gegeneinander abzuwägen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Etwas anders als im ÖPNV stellt sich die Situation im Güterverkehr dar: Obwohl in den vergangenen Jahren durch die Öffnung des Netzes zahlreiche private Anbieter auch im Fern-SGV Fuß fassen und den intramodalen Wettbewerb beleben konnten, ist die erhoffte, deutlich spürbare Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene ausgeblieben. Diesbezüglich ergeht der Appell an die Politik, die längst überfällige Chancengleichheit aller Verkehrsträger zu schaffen und auf diese Weise endlich den intermodalen Wettbewerb zu eröffnen (benutzer- und verursacherbezogene Anlastung von Wege-, Unfall- und Umweltkosten, Steuerbefreiungen respektive -belastungen). Zwischen den Zeilen und dennoch sehr deutlich offenbart sich das Problem, daß sich viele Volksvertreter ihrer Verantwortung für eine gelungene Bahnreform nicht bewußt sind.

Betrachtet wird schließlich auch die Rolle des Netzes, wobei unter anderem die brennende und bis heute ungeklärte Frage zur Abspaltung des Fahrwegs vom DB-Konzern diskutiert wird. Besonderes Augenmerk verdient der abschließende Aufsatz von Dipl.-Ing. Horst Stuchly, der die vielfältigen Aufgaben des Eisenbahn-Bundesamtes anschaulich darstellt.

Abgerundet wird das Jahrbuch traditionellerweise durch die Chroniken des internationalen Eisenbahnwesens (zumeist ohne Angabe eines Datums – hier hätte sich der Rezensent zumindest monatsgenaue Angaben gewünscht) und des städtischen Nahverkehrs in Deutschland.

Zahlreiche Tabellen und Grafiken bieten ergänzende oder zusammenfassende Informationen, für optische Auflockerung sorgen viele Farbaufnahmen. Diese besitzen in erster Linie dokumentarischen Wert, so genannte »Meisterfotos« darf man nicht erwarten. Allerdings fallen die teilweise grobe Rasterung digitaler Aufnahmen (Seite 106), Unschärfen und verbesserungswürdige Farbwiedergabe (Seite 88) negativ auf. Und ob der am Computer »verkehrserrötete« Triebwagen der Baureihe 628 auf Seite 40 dazu gedacht war, den Betrachter zum Schmunzeln zu animieren? Man weiß es micht!

Für den Leser, der das Bahnwesen in Deutschland in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt hat, bietet das Jahrbuch des Bahnwesens 2004/05 wenig Neues, allenfalls eine knappe Zusammenfassung (wenngleich mit eingehender Betrachtung ausgewählter Aspekte) und Beurteilung dessen, was sich seit 1994 auf der Schiene entwickelt hat.

Aber auch für denjenigen, der sich bislang wenig oder gar nicht mit der Bahnreform und ihren Folgen beschäftigt hat und sich ein Grundwissen aneignen möchte, ist es nur bedingt geeignet, da die dargelegten Fakten sogleich bewertet werden, was die Meinungsbildung »unvorbelasteter« Leser beeinflußt. Die Stärken des besprochenen Werkes liegen in den Momentaufnahmen (die letztlich jede Zwischenbilanz charakterisieren) und werden in wenigen Jahren ausgespielt: Wohin auch immer die deutschen Eisenbahnen fahren, schon in naher Zukunft dürfte das Jahrbuch des Bahnwesens 2004/05 als wertvolle zeitgenössische Darstellung der Situation nach einer Dekade Privatisierung gelten und so einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation der Bahnreform leisten.

Stefan Schaarschmidt

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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