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Scutts, Jerry: Das neue große Modellbau-Handbuch. Königswinter 2003 (Dumjahn-Nr. 0016918)
Dumjahn-Nr. 0016918

ISBN-10: 3898802183

Peter J. Flaskamp:
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Fazit: Bedingt brauchbar für diejenigen Modelleisenbahner, die bereit sind, einmal über den Tellerrand zu schauen

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Scutts, Jerry: Das neue große Modellbau-Handbuch. Heel Verlag : Königswinter 2003. - Zur Bibliographie.

Als ich »Das neue große Modellbau-Handbuch« zur Rezension erhielt, beschlich mich beim Durchblättern dieses Bandes einen Moment lang ein mulmiges Gefühl: Ein Buch über Militärfahrzeuge bzw. über die realistische Herstellung von Kriegs-Dioramen - was hat das mit diesen Seiten zu tun? Nun, »Dumjahn’s Jahrbuch für Eisenbahnliteratur« hatte sich immer schon neben Literatur zum Betrieb und zur Geschichte der Eisenbahn (»des großen Vorbildes«) auch mit Literatur zum Thema Modelleisenbahn beschäftigt. Warum also nicht auch hier?

Beschäftigt man sich näher mit der Modellbahn, so fällt auf, daß im Modell regelmäßig die »heile Welt« abgebildet, das heißt ein Ideal erzeugt wird, welches in dieser Form in der Realität eigentlich gar nicht existiert. Modelle von Militärfahrzeugen widersprechen diesem latenten Harmoniebedürfnis, obgleich doch Not und Elend, Kriege und Katastrophen vor der Eisenbahn nicht halt gemacht haben, sondern deren Arbeit oftmals maßgeblich beeinflußt haben bzw. von der Arbeit der Bahn beeinflußt worden sind - so wie dies zum Beispiel durch die Bücher Sonderzüge nach Auschwitz (von Raul Hilberg) oder Kolonne. Die Deutsche Reichsbahn im Dienste der Sowjetunion (von Michael Reimer u.a.) oder Die Eisenbahn in Deutschland (hrsg. von Lothar Gall u.a.) oder Heeresfeldbahnen der Kaiserzeit (von Rüdiger Fach u.a.) dokumentiert wird, in Büchern also, die sich unter anderem mit diesen unangenehmen Aspekten der Eisenbahn beschäftigen.

Und genau so, wie eben diese Ereignisse Teil der Geschichte sind, sind sie auch Teil der Geschichte der Eisenbahn - und sollten auch im Modell ohne den erhobenen Zeigefinger dargestellt werden dürfen. Briten sind in diesen Dingen meist erstaunlich unverkrampft und so verwundert es nicht, daß auf Ausstellungen zum Beispiel schon ein Modell einer (fiktiven) zertrümmerten Stadt (vgl. »Continental Modeller« 11/1999, S. 466 ff.) zu sehen war, welches eine Stadt im Aachener Dreiländereck in den Monaten unmittelbar nach Kriegsende darstellte - und dies auf erstaunlich realistische Weise.

Das Modellbau-Handbuch, eine Übersetzung dreier englischer Titel, beschäftigt sich primär mit dem Bau und der Verfeinerung von Straßen-, Ketten- und Luftfahrzeugen des Militärs bzw. dem Bau von sogenannten Dioramen, das heißt lebendiger Szenen, mit Hilfe derer die Fahrzeuge in realistischem Umfeld präsentiert werden können. Dies geschieht zudem in den Maßstäben 1 : 32 bzw. 1 : 35, ist also für Modelleisenbahner, deren Gros ja im Maßstab 1 : 87 arbeitet, auf den ersten Blick nicht interessant. Bei genauem Hinsehen fällt jedoch auf, daß die beschriebenen Techniken (die ja allesamt keine »Schritt-für-Schritt-Bauanleitungen« sind, sondern ausschließlich die Arbeitsprinzipien erklären sollen) nicht nur für alle Maßstäbe, sondern durchaus auch für zivile Themen nutzbar sind. Die Autoren arbeiten ohne Maßangaben oder Zeichnungen; sie nutzen stattdessen viele großformatige Farbfotos und informative Bildlegenden.

Modelle sind so alt wie der Krieg: Ganz egal, ob es sich um die Darstellung der Schlachtenlage, die Erprobung neuer Waffen oder das spielerische Heranführen des Nachwuchses an das Handwerk (mit Holzschwert, Steckenpferd, Ritterburg und Zinnsoldaten) handelt - es gab Modelle. Und so, wie jede militärische Neuerung auch zivilen Nutzen mit sich brachte, so bringt dieses Buch zum Thema Militär-Modellbau auch Nutzen für den »gemeinen Modelleisenbahner«, der (s)eine friedliche Welt darstellen will.

Fazit: Bedingt brauchbar für diejenigen Modelleisenbahner, die bereit sind, einmal über den Tellerrand zu schauen.

Peter J. Flaskamp

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