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Seyferth, Joachim: Tondokumente der Deutschen Bundesbahn. Wiesbaden 2008 (Dumjahn-Nr. 0018000)
Dumjahn-Nr. 0018000
ISBN-10: 3926669608
ISBN-13: 9783926669605
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Georg Beck:
»
Dank der Dramaturgie, die sowohl in den einzelnen Hörszenen als auch in der Gesamtkomposition zum Ausdruck kommt, klingt der Titel 'Tondokumente' fast zu bescheiden; man kann die CD durchaus als ein kunstvoll gestaltetes Hörspiel betrachten, das die Bundesbahnzeit akustisch verewigt.«

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Digital optimierte Klangqualität


Seyferth, Joachim: Tondokumente der Deutschen Bundesbahn. Joachim Seyferth Verlag : Wiesbaden 2008. Zur Bibliographie.

Mit der CD »Tondokumente der Deutschen Bundesbahn« beginnt Joachim Seyferth eine Neuedition von Stereoaufnahmen aus seinem umfangreichen, in den siebziger und achtziger Jahren entstandenen Tonarchiv. Gegenüber den seinerzeit – hauptsächlich in der Reihe »Das Lied der Dampflok« – herausgebrachten Tonkassetten ist die Klangqualität nun aber digital optimiert worden.

Bei den dreißig auf der CD enthaltenen Hörszenen handelt es sich zumeist tatsächlich um »Szenen«, die eine Handlung darstellen, etwa die Anfahrt eines Zuges im Bahnhof, die Vorbeifahrt am Bahnübergang, die Bedienung eines Stellwerks oder der Fahrkartenverkauf am Schalter. Zu hören sind nicht nur Lokomotiven und Triebwagen aller Traktionsarten – auch Schienenbus und Akkutriebwagen, ja sogar eine Draisine sind vertreten –, sondern ebenso die verschiedensten Hintergrundgeräusche: Gebimmel und Hupen am Bahnübergang, Lautsprecheransagen, Hemmschuhe im Rangierbahnhof, Stellwerksmechanik, nicht zuletzt Tiere entlang des Bahndamms.

Zwei mitgeschnittene Radiobeiträge (einer davon mit Bundesverkehrsminister Gscheidle) illustrieren die verkehrspolitische Situation jener Zeit. Die Länge der einzelnen Szenen schwankt zwischen wenigen Sekunden und knapp zehn Minuten. Die Szenen sind in der Regel ungekürzt wiedergegeben. So wird das Verstreichen der Zeit am Bahnübergang zwischen dem Schließen der Schranken und dem Herannahen des Zuges erlebbar, und auch das Klappern einer langen Wagenschlange nach Vorbeifahrt der Lok wird dem Hörer nicht vorenthalten. Dampflok-Fetischisten mögen einwenden, daß die Kapazität der CD so nicht effektiv genutzt worden sei, aber all denjenigen, die die Eisenbahn ganzheitlich wahrnehmen, ermöglicht erst dies die vollen Sinneseindrücke.

Gerade die längsten Szenen gehören zu den besten: »Im Kopfbahnhof« gibt die typische Geräuschkulisse eines Großstadtbahnhofs während der Ein- und Ausfahrt zweier Schnellzüge wieder, und »4000 Tonnen« zeichnet die Anfahrt eines mit Dampfloks der Baureihe 043 in Doppeltraktion bespannten Erzzugs aus dem Rangierbahnhof Emden nach. Am meisten hat den Rezensenten aber »Schublok und Uhu« fasziniert: Zwei Güterzüge begegnen sich nachts um halb zwei am Schwartzkopf-Tunnel im Spessart, der bergwärts fahrende Zug verabschiedet sich mit dem damals noch obligatorischen Pfiff in den Tunnel, während dessen Schublok, ein »Krokodil«, vor dem Mikrofon zum Stehen kommt und nach kurzer Pause dem Gegenzug zurück ins Tal folgt. Gerade im rechten Moment, als der Lärm des Zuges im Tunnel verklungen ist, ertönt der Schrei eines Uhus.

Da die »Musik« vielfältige Alltagsgeräusche aufnimmt und – abgesehen vom Stampfen der Dampfloks – keinem Rhythmus gehorcht, sollte man sie nur in einem ruhigen, gut isolierten Raum genießen – andernfalls überlagern sich Geräusche von draußen mit denen auf der CD und lassen einen ins Grübeln kommen, was nun woher rührt. Auch ist eine gewisse Lautstärke nötig, an der sich Nachbarn stören könnten, wenn man etwa das langsame, aber stetige Anschwellen des Auspuffschlags der Dampflok auf der Schiefen Ebene von Anfang an wahrnehmen möchte. Beigelegt ist ein ansprechendes Booklet mit einer kurzen Beschreibung der einzelnen Hörszenen: Datum und Uhrzeit, Lok- und Zugnummern sowie eine knappe Kommentierung des Hintergrunds. Damit erübrigen sich gesprochene Kommentare auf der CD, die wertvolle Kapazität gekostet und den Hörgenuß empfindlich gestört hätten.

Dank der Dramaturgie, die sowohl in den einzelnen Hörszenen als auch in der Gesamtkomposition zum Ausdruck kommt, klingt der Titel »Tondokumente« fast zu bescheiden; man kann die CD durchaus als ein kunstvoll gestaltetes Hörspiel betrachten, das die Bundesbahnzeit akustisch verewigt. Auf die bereits angekündigte Folge-CD, die ausschließlich Dampflok-Szenen in Überlänge beinhalten soll, darf man gespannt sein.

Georg Beck

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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