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Eisenbahn-Dumjahn online

 

Fader, Klaus: Highlights der Schweizer Alpenbahnen. Rhätische Bahn und Furka-Oberalp-Bahn. Stuttgart 2003 (Dumjahn-Nr. 0016850)
Dumjahn-Nr. 0016850
ISBN-10: 3440097692
ISBN-13: 
9783440097694

Joachim Seyferth:
»So wie früher die Öltanks will diese Publikation sagen: Ich bin zwei Bücher! Klaus Faders Bildbände über die Rhätische Bahn sowie die Furka-Oberalp-Bahn sind hier zwischen zwei neue Buchdeckel zusammengebunden worden und werden nun ohne den Umweg über einen Billighändler gleich vom Verlag direkt an den Endkunden verramscht
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»
Ich bin zwei Bücher!«

Fader, Klaus: Highlights der Schweizer Alpenbahnen. Rhätische Bahn und Furka-Oberalp-Bahn. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH : Stuttgart 2003. - Zur Bibliographie.

Eben im Schuhgeschäft: »Alle Artikel 30 bis 80 Prozent preisreduziert!« Samstags im Baumarkt: »Beim Kauf von fünf gleichen Artikeln erhalten Sie einen Artikel gratis!« Gestern bei Karstadt: »Besuchen Sie unsere Elektro-Abteilung – alle Fernseher dreißig Prozent billiger!« Und dann plumpst einem die Büchersendung von Franckh-Kosmos vor die Füße: »Jetzt in einem Band nur € 19,95 / früher € 79,76«. Deutschland im Schnäppchen-Fieber, Billig-Wahn und ganzjährigem Schlußverkauf. Bevor die nahende Deflation dem Land die wirtschaftlichen Standbeine wegreißt, werden nicht nur Hab und Gut, sondern jetzt auch alle Werte verramscht: Kunstwerke, Reisen oder Bücher werden neuerdings nicht mehr am Inhalt, sondern am Preisniveau von Aldi gemessen. Das Globalisierungsopfer Deutschland rehabilitiert die Untugend Geiz und empfindet plötzliche Geilheit. Ist das noch gesund?

Die relativ schwere Büchersendung weckt hohe Erwartungen: Aha, »Highlights der Schweizer Alpenbahnen«, laut Verlagsangaben eine Neuauflage der beiden »lange vergriffenen und oft nachgefragten Klassiker über zwei der schönsten und interessantesten Schweizer Alpenbahnen«. Große Enttäuschung, ja Unverständnis macht sich breit: Was sind Hai-Leitz? Aktenordner für Raubfische? Muß man wirklich alberne Anglizismen nachplappern, nur um das schöne deutsche Wort »Höhepunkte« zu vermeiden (womit wir wieder beim oben genannten plötzlichen Gefühl der Deutschen wären)?

Das Impressum indes vermeidet tunlichst die Nennung der für diese unterwürfige Peinlichkeit verantwortlichen Gestalter, lediglich die Generalangabe »Lektorat und Herstellung« wird einem »Siegfried Fischer, Stuttgart« zugeordnet. Doch eines stimmt beim Titel dann doch wieder versöhnlich: Die Sprachpanscherei des allerorten grassierenden Werbe-Dummdeutsch ist in leuchtendem Orange gehalten, also der bevorzugten Farbe der großen Billigpreis-Zahlen! Hai hin, Leitz her – das Buch ist wenigstens ehrlich!

So wie früher die Öltanks will diese Publikation sagen: Ich bin zwei Bücher! Klaus Faders Bildbände über die Rhätische Bahn sowie die Furka-Oberalp-Bahn sind hier zwischen zwei neue Buchdeckel zusammengebunden worden und werden nun ohne den Umweg über einen Billighändler gleich vom Verlag direkt an den Endkunden verramscht. Zum Inhalt selbst gibt es eigentlich nicht mehr viel Neues zu sagen: Wenn der Leser beziehungsweise der Betrachter die üblichen Postkartenmotive mit Sonne satt ohne aufkommende Langeweile zu betrachten vermag und sich an ein paar Fehlfarben nicht stört, dann kann er sich an einem billigen Bilderbuch mit purer Modellbahn-Idylle im Maßstab 1:1 erfreuen.

Wer meint, das alles schon unzählige Male gesehen zu haben und mehr photographische Abwechslung favorisiert, der sollte diesen bunten Doppelband allenfalls als Geschenk für Anfänger verwenden oder sich noch besser beispielsweise den Schweizer Bahnbüchern vom Zürcher AS-Verlag widmen, die mittlerweile eine Vorreiterrolle in Sachen wirklich guter Eisenbahn-Bildbände einnehmen. Sollten aus Deutschland nur noch solche Bildbände mit fotografischer Hausmannskost à la Fader oder Wagner kommen, sind wir allerdings zu Recht Globalisierungsverlierer. Dann wird alles nur noch billiger, möge es noch so viel mit irgendwelchen Aktenordnern für Raubfische beworben werden. In Wirklichkeit ist nämlich derjenige, der sich so unterwürfig-naiv mit fremden Sprachfedern schmückt, schon längst gefressen worden. Ist das wirklich geil?

Joachim Seyferth

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