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Flügge, Manfred: Rettung ohne Retter oder: Ein Zug aus Theresienstadt (dtv premium). 1. Aufl. München 2004 (Dumjahn-Nr. 0017487)
Dumjahn-Nr. 0017487
ISBN-10: 342324416X
ISBN-13: 
9783423244169

Rainer Kolbe:
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Der Autor schreibt mit großem Detailreichtum und flüssig, das Buch ist sehr gut zu lesen. Völlig unverständlich, warum ein solch fakten- und namenreiches Buch kein Register erhält

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Ein Zeichen des guten Willens?


Flügge, Manfred: Rettung ohne Retter oder: Ein Zug aus Theresienstadt. Deutscher Taschenbuch Verlag : München 2004. - Zur Bibliographie.

Züge mit Soldaten, Lazarettzüge, Züge zu den Vernichtungslagern, Züge mit geraubten Kunstwerken, Sonderzüge für die Elite. Und ein Zug aus Theresienstadt: Im Februar 1945 fuhr ein Zug mit 17 Wagen und 1200 Menschen aus Theresienstadt einmal nicht nach Auschwitz, sondern in die Schweiz, in die Freiheit.

Das Buch erzählt, wie es zu diesem einen besonderen Zug kam, wer in Deutschland und wer in der Schweiz im Hintergrund Fäden geknüpft hat und warum er das tat. Es geht um die Versuche verschiedener Stellen der Reichsregierung und des deutschen Widerstandes, auf ganz verschiedenen Wegen Kontakte zu den Westalliierten herzustellen, um im Westen einen Waffenstillstand zu bekommen und im Osten weiterzukämpfen. An diesen Fäden knüpft allen voran Walter Schellenberg, letzter Geheimdienstchef der Nazis, SS-Offizier und zugleich rechte Hand von Heinrich Himmler.

Der Zug aus Theresienstadt soll dem Ausland als »Zeichen des guten Willens« verkauft werden. Angesichts des millionenfachen Massenmords ein zynisches Zeichen. Nicht aus Menschenfreundlichkeit wurden weit über tausend Menschen in die Freiheit entlassen, sondern aus politischem Kalkül. Der titelgebende Zug ist ein Motiv, nicht das zentrale Thema des Buches. Hintergründe, politische Intrigen, Kontakte, Anschläge, Verhaftungen nehmen weit mehr Raum ein. Und der Leser muß schon einiges Interesse für die Geschichte des Dritten Reiches mitbringen, um die Lektüre durchzuhalten. Da hilft auch die fiktive Geschichte von Onkel Max, einem der Zugreisenden, nicht viel, weil sie im Buch zu wenig Raum einnimmt. Was schade ist, denn Manfred Flügge kann spannend erzählen. Ein politischer Erfolg war der Zug übrigens nicht. Fast zeitgleich mit dessen Fahrt fand die Konferenz von Jalta statt, auf der die Alliierten die Teilung Deutschlands beschlossen und allein eine bedingungslose Kapitulation akzeptierten. So blieb der Zug im Ausland weitgehend unbeachtet.

Der Autor schreibt mit großem Detailreichtum und flüssig, das Buch ist sehr gut zu lesen. Völlig unverständlich, warum ein solch fakten- und namenreiches Buch kein Register erhält. Und ähnlich unklar ist, warum ein so renommierter Verlag den Umschlag von Leuten gestalten läßt, die das Buch auch nicht im Ansatz gelesen haben. Das Umschlagbild zeigt Gleise, die im großstädtischen Nebel verschwinden, Gleise mit Stromschienen, auf denen niemals ein Zug aus Theresienstadt gefahren ist. Es soll wohl nur ein Hingucker und ein Kaufanreiz sein. Bei einem solchen Buch zu einem solchen Thema ist das schlicht unangemessen. Leser und Autor hätten mehr Sorgfalt verdient.

Rainer Kolbe

Aus SCHIENE 23 (2004) Nr. 5, Seite 57 - mit freundlicher Genehmigung des Joachim Seyferth Verlages.

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