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Bedranowsky, Birgit: Neue Energie und gesellschaftlicher Wandel. Strom und Straßenbahn für das Paderborner Land (Paderborner Historische Forschungen, 12). Köln 2002 (Dumjahn-Nr. 0016712)
Dumjahn-Nr. 0016712
ISBN-10: 3894981199
ISBN-13:  9783894981198

Peter J. Flaskamp:
»
Fazit: Das auf den ersten Blick sehr nüchtern wirkende Thema erweist sich bei näherer Betrachtung als ein sehr lehrreicher Blick über den Tellerrand des Schienenverkehrs hinaus, der sehr gut einige Wechselwirkungen links und rechts des Schienenstranges erkennen läßt.«

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Bedranowsky, Birgit: Neue Energie und gesellschaftlicher Wandel. Strom und Straßenbahn für das Paderborner Land. SH-Verlag : Köln 2002. - Zur Bibliographie.

Die Paderborner Elektrizitätswerk und Straßenbahn AG (seit 1979: PESAG), die heute zu 54,5% zu E.ON gehört und rund 380.000 Menschen und 21.000 Gewerbe-, Landwirtschafts- und Industriebetriebe mit Energie beliefert sowie rund 15 Mio. Fahrgäste im Jahr befördert, wurde am 9. Januar 1909 nach fast zwei Jahrzehnten des zähen Ringens gegründet - dem technischen Fortschritt, den die Elektrizität als Kraft zur Beleuchtung beziehungsweise als Antriebskraft für Motoren schaffte, standen Bedenken gegenüber, daß der Absatz des städtischen Gaswerkes betroffen sei ...!

Denn während die heutige Gesellschaft Elektrizität als lebensnotwendig voraussetzt, war diese vor etwa 120 Jahren ein Luxusgut: In der Wohnraumbeleuchtung war die Petroleumlampe üblich, in städtischen Haushaltungen beziehungsweise öffentlichen Gebäuden das Gaslicht und zum Betrieb von Kraftmaschinen konkurrierten die althergebrachte Wasserkraft und die Dampfkraft noch mit Gas- und Benzinmotoren. Und auch die noch recht hohen Kosten der Elektrizität schreckten trotz der positiven Argumente wie Verfügbarkeit, Feuersicherheit, Luftverbesserung und Helligkeit zunächst noch viele Interessenten ab.

Der Bau elektrischer Straßenbahnen (der bis etwa 1890 im Deutschen Reich zum Erliegen gekommen war, unter anderem weil deutsche Stadtverwaltungen Oberleitungen ablehnten) sorgte dabei einerseits für eine gewisse Grundauslastung und ermöglichte andererseits einen rationellen Betrieb des Kraftwerkes, denn der Lichtstrom wurde primär in den Morgen- beziehungsweise Abendstunden abgerufen, während die Straßenbahn überwiegend in den Tagstunden den größten Bedarf an elektrischer Energie hatte.

In der Vorbereitungsphase lieferten sich die RWE (Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG, einem gemischt öffentlich-privatem Unternehmen (neudeutsch würde man von PPP, also von »public private partnership« sprechen, mit dem im Aufsichtsrat vertretenen Hugo Stinnes, einem der reichsten Industriellen im Deutschen Reich), die systematisch ein Netz von Elektrizitätswerken aufzubauen versuchten und die an einigen Straßenbahnen beteiligt war, und die AEG (Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft), die nicht nur Hersteller von Generatoren, Turbinen, Trafos und anderer Elektroanlagen war, sondern auch an zahlreichen Energieversorgungsunternehmen beteiligt war, einen harten Wettbewerb.

Das Liniennetz der PESAG reichte im Oktober 1913 denn auch bereits von Horn-Bad Meinberg über Lippspringe und Paderborn bis nach Elsen beziehungsweise Sennelager, das war fast die Hälfte der ausgebauten Streckenlänge in Westfalen und Lippe und verdeutlicht die Wichtigkeit in dieser Region. Die Überwindung des Gebirgszuges »Kleine Egge« und die Durchquerung der Externsteine wurden als große Ingenieursleistung beziehungsweise als erste deutsche Gebirgsstraßenbahn gewürdigt.

Während der innerstädtische Verkehr in dem fußläufig zu erschließenden Paderborn eher unbedeutend war, band die Straßenbahn das gesamte Umland an die Stadt an und ermöglichte so den industriellen Aufschwung, da nun Arbeitskräfte einfacher in die Stadt und zu ihren Arbeitsstellen gelangen konnten.

Fazit: Das auf den ersten Blick sehr nüchtern wirkende Thema erweist sich bei näherer Betrachtung als ein sehr lehrreicher Blick über den Tellerrand des Schienenverkehrs hinaus, der sehr gut einige Wechselwirkungen links und rechts des Schienenstranges erkennen läßt und dies sowohl vor dem Gesamtbild der Deutschen Reiches als auch in der Großaufnahme des Paderborner Landes. Das Buch liest sich dabei stellenweise recht spannend.

Peter J. Flaskamp

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