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Rockstuhl, Harald (Hrsg.): Geschichte der Eisenbahn von Suhl nach Schleusingen 1991-1997. »Die Friedbergbahn«. 1. Aufl. Bad Langensalza 2003 (Dumjahn-Nr. 0016706)
Dumjahn-Nr. 0016706
ISBN-10:
3932554035

Hans Wiegard:
»
Wer das Buch trotz seiner offensichtlichen Mängel kaufen will, mag es tun. Demjenigen Leser aber, der auf Qualität bei günstigem Preis Wert legt, kann nicht unbedingt zum Erwerb geraten werden

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Zweiter Aufguß


Rockstuhl, Harald (Hrsg.): Geschichte der Eisenbahn von Suhl nach Schleusingen 1991-1997. »Die Friedbergbahn«. Verlag Rockstuhl : Bad Langensalza 2003. - Zur Bibliographie.

Vor über zwei Jahrzehnten verfaßte der bekannte Erfurter Hochbauingenieur und Eisenbahnfachmann Günter Fromm ein Manuskript, das dem siebzigjährigen Bestehen der Eisenbahnstrecke Suhl – Schleusingen, einer von zwei Steilstrecken im Thüringer Wald, gewidmet war.

Der Autor schrieb das Werk über die auch unter dem Namen Friedbergbahn bekannt gewordene Strecke damals für eine vom Deutschen Modelleisenbahnverband (DMV) herausgegebene Broschüre. Trotz recht bescheidener Druckqualität und Ausstattung war die Publikation bei den Fans aus nah und fern als erste zusammenhängende Abhandlung über die Steilstrecke heiß begehrt.

Inzwischen ist die Bahnstrecke Suhl – Schleusingen längst Vergangenheit, denn bereits 1997 hat die Deutsche Bahn AG in ihrer Stillegungswut das Todesurteil über die Friedbergbahn gesprochen. Wo einst mit Tenderlokomotiven der Baureihe 94 und später mit sechsachsigen Dieselloks der Baureihe V 180 bzw. 118 bespannte Züge zum vertrauten Bild gehörten, erinnern heute nur noch fast zugewachsene Gleise an die Strecke, die einstmals als steilste Nebenbahn Mitteldeutschlands bekannt war und zu der um ihrer Attraktivität willen spätestens seit Ende der 1960er Jahre zahllose Eisenbahnfreunde pilgerten.

Obgleich mittlerweile andere und zum Teil ausführlichere Publikationen über die steilste Reibungsbahn Thüringens erschienen sind – etwa das bereits 1983 beim damaligen VEB transpress Verlag Berlin erschienene Buch von Walter Grüber »Steilstrecken über den Thüringer Wald« oder das 1998 vom EK-Verlag herausgegebene Werk »Steilstrecken in Thüringen« des gleichen Autors – hat sich Harald Rockstuhl, Inhaber eines Thüringer Heimatverlages, entschlossen, nun Günter Fromms Manuskript aus dem Jahre 1981 beinahe unverändert neu herauszugeben. Möglicherweise spielte hierbei die Achtung des Verlegers vor der großen Sachkenntnis Günter Fromms, der nach der »Wende« zahlreiche Werke zur Thüringer Eisenbahngeschichte beim Rockstuhl-Verlag veröffentlichen ließ, eine Rolle. Vielleicht gaben aber auch Pietätsgründe den Ausschlag dafür; denn der Autor ist vor einigen Jahren verstorben.

Mit Ausnahme eines Zusatzkapitels und einiger ergänzender Bemerkungen, die der Herausgeber hinzugefügt hat, um den Bezug zur jüngeren Vergangenheit herzustellen und dem Leser den gegenwärtigen Zustand der ehemaligen Friedbergbahn vor Augen zu führen, ist der Text der Neuedition vollständig mit demjenigen von 1981 identisch. Daher besitzt die jetzt vorliegende Dokumentation alle Stärken, aber auch alle Schwächen der ursprünglichen Fassung.

Der Textteil besteht aus insgesamt zehn recht kurzen, stellenweise bruchstückhaft wirkenden, aber dennoch an Informationen keineswegs armen Kapiteln, deren Bogen sich von den Anfängen der Strecke als Zahnradbahn über ihre Umstellung auf Reibungsbetrieb bis in die jüngste Vergangenheit spannt.

In den Text eingefügt sind Auszüge aus Originaldokumenten und Fahrplänen. Auch Zeichnungen findet der Leser hier vor – informative, wenn auch nicht bis ins letzte detaillierte Skizzen von Lokomotiven und Wagen sowie schematische Lagepläne der Bahnhöfe. Akkurat und geradezu akribisch ausgeführt sind dagegen die Zeichnungen von Gebäuden und anderen Kunstbauten. Obgleich als Autor fast aller Zeichnungen Bernhard Bsufka genannt ist, dürften wohl insbesondere die Gebäude- und Brückenskizzen auf Originalvorlagen von der Hand Günter Fromms zurückgehen.

Eine auf den letzten Stand gebrachte Zeittafel sowie ein gleichermaßen aktualisiertes Literaturverzeichnis runden die Gesamtdarstellung ab.

Gegenüber der Erstveröffentlichung wurden die verwendeten Bildvorlagen um Aufnahmen aus den Jahren 1980 bis 1997 ergänzt. Ist hinsichtlich der Aussagekraft und der Motivbreite der Fotos kaum etwas auszusetzen, gilt leider in bezug auf ihre Qualität das für viele Rockstuhl-Editionen Charakteristische: Die Wiedergabe läßt einiges zu wünschen übrig.

Im Grunde ist das nun vorliegende Werk lediglich ein »zweiter Aufguß« der bereits 1981 veröffentlichten Publikation über die Strecke Suhl – Schleusingen. Den Eisenbahnfreund, der sich erstmals mit dem Thema Steilstrecken in Thüringen befaßt und dem andere einschlägige Literatur nicht zur Verfügung steht , wird das wohl nicht stören. Aber abgesehen vom festen Einband und vom besseren Papier, auf dem die Neuausgabe gedruckt wurde – eine Qualitätssteigerung gegenüber der »Urfassung« läßt sich kaum konstatieren.

Um erfahrene und sachkundige Eisenbahnfreunde sowie Sammler guter Eisenbahnliteratur für das Buch zu interessieren, hätte es sicherlich einer gründlichen Überarbeitung und bedeutenden Erweiterung des Textteils – selbstverständlich unter Wahrung der Intentionen Günter Fromms – bedurft. Und selbstredend hätten die Fotos wesentlich besser reproduziert werden müssen, als das im vorliegenden Falle geschah. Schon dies hätte das Werk insgesamt deutlich aufgewertet.

So aber liegt nun ein dünnes Büchlein vor, das heutigen Ansprüchen nur sehr bedingt gerecht wird und dessen Preis unverhältnismäßig hoch erscheint. Wer das Buch trotz seiner offensichtlichen Mängel kaufen will, mag es tun. Demjenigen Leser aber, der auf Qualität bei günstigem Preis Wert legt, kann nicht unbedingt zum Erwerb geraten werden.

Hans Wiegard

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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