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Heinze, Dieter: Räder rollen für den Krieg. Die militärische Nutzung der Eisenbahn von den frühen Anfängen bis 1989. Leipzig 2008 (Dumjahn-Nr. 0018113)
Dumjahn-Nr. 0018113
ISBN-10: 3867037353
ISBN-13: 
9783867037358
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Dirk Boscheinen:
»
Dieses Buch ist eher etwas für Militärromantiker als für Militär- oder Eisenbahnhistoriker.«

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Erwartungen n
icht erfüllt

Heinze, Dieter: Räder rollen für den Krieg. Die militärische Nutzung der Eisenbahn von den frühen Anfängen bis 1989. Engelsdorfer Verlag : Leipzig 2008. - Zur Bibliographie.

Dieses Buch weckt mit seinem Titel Erwartungen, die es nicht erfüllen kann. Der Zweite Weltkrieg nimmt zwar den Hauptteil des Werkes ein, aber auch historische Vorläufer und Nachfolger werden oberflächlich mit betrachtet.

Im Vorwort geht Dieter Schulze auf seine eigene Biographie ein. So erfährt die Leserschaft, daß der Autor ausgebildeter Eisenbahningenieur und gewesener Offizier der Nationalen Volksarmee der DDR ist (S. 8). So läßt sich der zweite Untertitel, der leider erst auf der Innenseite des Buches steht besser verstehen: »Die militärische Nutzung der Eisenbahn von den frühen Anfängen bis 1989«. Weiterhin will das Buch nicht »… das Thema umfassend und erschöpfend (…) behandeln und es ist auch kein Bildband« und will mit »Episoden aus der Geschichte der militärischen Nutzung« Leser überzeugen.

Auf über 300 Seiten ergeht sich Dieter Heinze anschließend in Betrachtungen zur Eisenbahn und ihrer militärischen Nutzung. Seine Sprache ist sehr stark vom Militär geprägt. Solche Begriffe wie operative Aufmärsche oder Bataillonen, Batterien und Armeekorps dürften sich für »nicht gediente« Leserinnen und Leser nicht in ihrer Bedeutung und in ihren Dimensionen erschließen – ein Glossar wäre hilfreich. Auf den ersten 120 Seiten findet der Eisenbahninteressierte keine Angaben zu den Zügen oder Fahrzeugen. Somit sind Angaben von bis zu täglich 12 Zügen auf eingleisigen Strecken während des deutsch-französischen Krieges (S. 28) sehr schwer in ihren Ausmaßen einzuschätzen.

Es ist schon verwunderlich, dass ein Militäreisenbahner sich zwar über die während des zweiten Weltkriegs in den Iran gelieferten Straßenfahrzeuge ausläßt (Jeeps und LKW »Studebaker«) aber nur die Stückzahlen der gelieferten 143 britischen und 91 amerikanischen Dampfloks und 56 sechsachsiger 1000 PS starker britischer Dieselloks erwähnt ohne auf Achsfolgen der Dampfloks, Fassungsvermögen von Wasser und Kohle oder sonstige Spezifikationen eingeht (S.118/119).

Nachdem die Militärgeschichte bis zum Ende der NVA bis auf Seite 188 durcheilt worden ist, werden Besonderheiten, wie Partisanen und Luftwaffeneinsätze gegen Bahneinrichtungen und Züge erwähnt, um nach weiteren 55 Seiten die Bahn als Waffenträger vorzustellen. Hier wird Heinze endlich konkret. Bilder von gepanzerten Fahrzeugen und Waffen werden gezeigt und die Mengen und Ausführungen beschrieben- eine Freude für alte Soldaten. So werden beispielsweise die sowjetischen Panzertriebwagen mit je zwei 7,62 cm Kanonen L/30 und die Panzerzüge der Typen NKPS-42 und OB-3 erwähnt (S. 287). Auch ein Gruppenbild, das unter anderem den Autor während seiner aktiven Militärzeit zeigt, findet Einlaß in das Werk (S. 175). Insgesamt ein schwer zu lesendes Buch, das seinen inhaltlich im Vorwort gesteckten Zielen nicht gerecht wird.

Formal ist das Buch sehr mangelhaft. So werden im Inhaltsverzeichnis lediglich fett gedruckte und in normaler Schriftstärke gefaßte Abschnittsüberschriften aufgeführt. M Text selbst finden sich dann neben den Überschriften Angaben wie Teil I 1. Kapitel oder Teil II 7. Kapitel. Warum wird diese Gliederung von einem Disziplin und Ordnung gewohnten Ex-Soldaten nicht durchgehend beibehalten?

Im Text selbst findet man keine Fußnoten oder Quellenhinweise. Diese tauchen nur im Literaturverzeichnis in einer numerischen Reihenfolge auf, die dem interessierten Leser eine Zuordnung des Geschriebenen schwer macht, zumal der Autor es nicht der Mühe wert erachtet, Seitenangaben aus den Quellen zu nennen. So mag denn die Angabe Kapitel 5 1. Klatt, Paul, Die 3. Gebirgsdivision, Verlag Hans Henning Podzun, Bad Nauheim 1958 dem Kenner ausreichen, aber der Laie oder Neueinsteiger ärgert sich.

Dieses Buch ist eher etwas für Militärromantiker als für Militär- oder Eisenbahnhistoriker.

Dirk Boscheinen

© Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Dumjahn Verlages.

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